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wo ich die ersten Elemente in den Schnlkenntnisscn erhieltund darin so weit kam, daß ich in meinem elften Jahrein die zweite Klasse der Elementarschule des Waisen-hauses kam.
Es ist immer ein Uebelstand unter den arbeitendenKlassen der Bevölkerung, daß sie so wenig ihre Kinderbeaufsichtigen können. Die Sorge um den Lebensunterhaltnimmt fast alle ihre Kräfte und Zeit in Anspruch, und lcnklenicht Gottes erbarmende Hand alles zum Besten, so würdenviele Kinder verwahrlost zu Grunde gehen. Zum wenigstenaber lernen viele Eltern ihre Kinder fast gar nicht kennenund noch viel weniger können sie auf ihre Erziehung einenheilsamen Einfluß ausüben. Träte nicht hier die Schulein das Mittel, wie groß würde das Verderben und dieSittenlosigkcit werden. Ich mache diese Bemerkung anseigener Erfahrung, weil ich wohl weiß, wie viel mirdadurch zu Gute gekommen ist, und wäre es auch nur dasEine, daß ich in der Schule zur Erkenntniß meinessündigen Znstandes gekommen bin und ein Suchen undSehnen nach einem Helfer in mir entstand, der mich losmachte von der Lust ungezügelter Begierden und Leiden-schaften, so wäre das schon nicht hoch genug anzuschlagen.
In meinem zehnten Jahre hatte ich viel an krankenAugen zu leiden, so daß ich sogar eine Zeit lang gänzlichblind war, aber die Barmherzigkeit meines Gottes undHeilandes schenkte mir mein Augenlicht wieder. Dank undPreis sei ihm dafür. Ach, er wollte mich auch noch heilenvon der Blindheit und Finstcrniß meines Herzens, aber esging damit nur langsam, weil ich meinem Heilande nichtmein Herz ganz hingab und noch manches Jahr den Irr-weg ging.
Als ich in die Schule des Waisenhauses aufgenommenwerden sollte, mußte ich mich zuerst einer Prüfung desOberlehrers Lincke unterwerfen, wonach ich in die zweiteKlasse kam. Ich wendete allen Fleiß an, um bald vonder untersten Bank zu kommen und wurde auch nach Ver-lauf eines Jahres schon der Erste auf der ersten Bank,