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bestraft wurden. Es war eine jämmerliche Zeit, aber dieGemüther waren aufgeregt und es ließ sich noch Manchesfürchten. Als aber eine Batterie von Kpfündigen Haubitzenvor die Stadt rückte, da verging den Herren Großmäuler»die Lust zum Nebclliren nnd Ruhe und Besonnenheit kehrtewieder zurück, wozu die verständigen und getreuen Männerder Stadt viel beitrugen. Die Fluth der Revolution ver-lief sich allmählich, aber der Schlamm, öen sie zurückließ,erforderte noch lange Zeit zum Neinigen, und gar Mancherhatte dabei sein Bischen Vermögen zugesetzt und seineFamilie mußte in Hunger und Elend leben. Denn Gewerbe,Handel und Arbeit lagen darnieder, zumal auch gleich dar-nach der schleswig-holsteinsche Krieg ausbrach.
Mein Vater bctheiligte sich auf keinerlei Weise audiesem verkehrten Wesen und behauptete in dieser Zeit eineRuhe und Gleichgültigkeit, die sich durch nichts beirren ließ.Und das hatte auch sein Gutes, denn er erwarb sich da-durch das Zutrauen seiner Mitbürger, so daß er 1849 zumMitglied der Abschätzuugs-Commissivn für die damals ein-geführte Einkommensteuer, anstatt der bis dahin in derStadt bestehenden Mahl- und Schlachtstener, erwählt wurde.
Der 14, Octobcr 1849 war ein Freuden- rmd Jübcl-tag für die St, Jacobigemeinde, denn es war das hundert-jährige Jubiläum der vor hundert Jahren nenerbauten St.Jacobikirche. Und wie vor hundert Jahren der um ihreErbauung hochverdiente selige Pastor Friedrich ChristianVesser zum ersten Male mit seiner Gemeinde, die Kindervoran, in die liebliche und freundliche Kirche einzog, soführie heute nach hundert Jahren der um ihre jetzigeRenovation nnd Verschönerung verdiente Pastor Abel dieKinder unter dem feierlichen Geläute der Glocken in dieschön geschmückte Kirche. Erhebend erscholl der herrlicheOrgelklang zum Festgesange der Gemeinde, worauf einSängerchor, dirigirt vom Musikdirektor Sörgel und mitInstrumentalmusik begleitet, jedes Herz mit Freude belebte.Dann hielt Pastor Abel die Festpredigt über die Worte,welche über der Kanzel als Inschrift stehen: „Wir predigen