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1 (1893) Vom Jahre 1690-1866
Entstehung
Seite
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Christum den Gekreuzigten"; dann vollzog er die erneuerteWeihe über die heiligen Räume und erbat den Segen vomHErrn für das neueJahrhuudert uud bis in die fernsten Zeiten.Es war ein herrlicher Tag nach den vorhergegangenenStnrm- und Regentagen und ein für Jcsnm liebende Seelenmitten in der vom Sturm der Revolution bewegten Zeit.

Auch unsere Familie hatte ihren Antheil an der Fest-freude. War doch mein Vater nun schon an 19 Jahre in:Dienste an dieser Kirche; mehrere Glieder unserer Familiewaren darin eingesegnet und zu Gottes Tische gegangen,hatten Gottes Wort darin gehört; einige sind darin getauft,und mehrere ruhen auf dem zu ihr gehörigen Gottesacker. Zur Erinnerung an die Jubelfeier schrieb Pastor Abelein Festbüchlein, worin er die Geschichte der Kirche und dieerste Jubelfeier beschrieb und zum Beschluß auch ein vonmir verfaßtes Einladungsgedicht mit aufnahm. Da eseiner meiner Erstlingsversuche war, so will ich es zu einerbleibenden Erinnerung für mich auch hier aufbewahren:

Wenn in den bangen Stunden der dunklen Gegenwart,Von außen rauh berühret, das warme Herz erstarrt,

Wenn in dem Wcchseltreiben sich trübt der helle Blick,

Dann schaut in vor'gc Zeiten so gern der Geist zurück:

Zurück in jene Tage, wo Treu und Glaube galt!

Doch jene Zeiten schwanden, verloren sich gar bald;

Stumm reden noch die Zeugen, woran sie rauschten fort:So manche heilige Stätte, so mancher stille Ort.

Auch unsere Kirche zeiget der Väter frommen Sinn,

Und was sie für uns thatcn, darauf weist sie uns hin.

Sie ist die gute Mutter, die ihre Kinder liebt,

Es gut mit Allen meinet und Jedem herzlich giebt.

Seht, freundlich winkt sie heute, aufs Nene schön geschmückt;Ein Denkmal heil'gcn Glaubens ihr Thurm hernieder blickt,Ein Mahner, welcher zeiget: nach oben geht die Bahn,Die Welt und ihre Freuden sind nur ein eitler Wahn!

D'rnm kommet heut' zum Festtag der hundertjähr'gen Weih,Die Glocken rufen ladend: Wohnt unserm Feste bei,

Denn solche Tag' enteilen im Lauf der Zeit geschwind,

Nur die Erinn'rnng bleibet und erbt von Kind zu Kind.