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1 (1893) Vom Jahre 1690-1866
Entstehung
Seite
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seinen Kindern hinterlassen kannte, aber ich bekam auchmeinen Thcil davon, nämlich das kleine Gebctbiichlein,welches ich mir so lange gewünscht hatte, und ich freutemich darüber so sehr, als hätte ich ein großes Gut be-kommen und lange noch Hab ich's aufbewahrt.

Ehe ich in den weiteren Nachrichten über meine Familiefortfahre, kann ich's mir nicht versagen, noch einen Blickauf die Persönlichkeit meines Großvaters zu thnn und sogut ich es vermag, das Eigenthümlichc seines Wesens zuschildern. Seine Jugend fiel in eine kriegerische aberglaubensarme Zeit, lind wenn auch ein begeisterter LobrcdncrFriedrichs des Großen ausruft:Heil uns, daß unserLeben in die Tage des einzigen Monarchen fiel!" so hattediese merkwürdige Zeit auch ihre Schattenseiten, die wiederumauf das Leben des Einzelnen ihren Einfluß mehr oderweniger hatten. Das innig fromme Glanbenslebcn nahmimmer mehr ab und wechselte mit französischer Freigeistereiund Rationalismus. Mein Großvater war ein helldenkenderKopf und er disputirte gern über eine Sache. So kamer oft mit dem damaligen Pastor Eulhardt zu St. Pctriin Nordhansen in Dispute auch über Neligionssachen,da er aber sehr wcltklng und heftig und eigensinnig inseinen Behauptungen war, so hatte er davon wenig Nutzenfür seine Seele. Die Kirchen besuchte er gern, wo tüchtigeKanzelredner waren, er liebte das Gewaltige aber nicht dasInnige. Er hatte eine kräftige, starke Stimme und konnteauch im Gesänge etwas leisten. Derb und offen redete erdie Wahrheit und heucheln konnte er nicht. Das machtesein Benehmen gegen Andere rauh und oft unfreundlichund darunter hatten besonders Frau und Kinder oft zuleiden; denn in seinem Jähzorn, der ein besondererFehler von ihn: war, kannte er keine Grenzen. Wenn esihm nicht nach Kopfe ging, so gab er kein freundlich Wortund das verbitterte oft das Leben seiner Lebensgefährtin.Der Geist des Unfriedens kehrte daher oft in das Familien-leben ein und machte es seinerseits mehr despotisch. Dochsorgte er, soviel in seinen Kräften stand, für seine Familie.