Druckschrift 
1 (1893) Vom Jahre 1690-1866
Entstehung
Seite
30
Einzelbild herunterladen
 

daß die überaus ungünstigen Zeitverhältnisse die Anstellungeines zweiten Gärtners nicht erlaubten und daß mein Groß-vater einstweilen in die Leibcompagnie des Herzogs ein-treten mächte. Dies mnßte mein Großvater aber unterden gegenwärtigen Verhältnissen ablehnen, und mit einemihm vom Herzoge geschenkten reichlichen Reisegelde versehen,reiste er wieder zurück über Alcxisbad, wo er sich kurzeZeit bei seiner Schwester aufhielt, die ihn so gern in ihrerNähe gehabt hätte, nach Neustadt unterm Hohenstein, womeiner Großmutter Schwester wohnte, dann nach Ilfeld zuseiner Familie.

Da sich das Verhältnis^ zu seinem neuen Prinzipaletwas besser gestaltete, so blieb er noch vier Jahre in dieserStellung, hofsend, daß sich die Kriegsunruhcu legen undsich dann anderwärts eine Stelle für ihn anfthun würde.Aber fortwährend tobte der Krieg und führte eine neueGestaltung der europäischen Verhältnisse herbei und auchmanches andere geschah unterdessen in meines GroßvatersFamilie, daher ich hier abbrechen und etwas von derFamilie meiner Großmutter berichten will.

X.

Die Familie Hnmpe.

Der Vater meiner Großmutter war der ZimmcrmeisterHampe in Ilfeld. Er war zugleich Besitzer der dortigenOelmühlen. Er hinterließ sieben Kinder. Sowohl seinGeschäft, als auch die Einnahme der Mühle machten, daßer zu den Wohlhabenden des Orts gehörte. Indessen dieunruhige Zeit und die Plünderung des Ortes gingen auchnicht ohne Nachtheil au ihm vorüber. Und noch war derKrieg nicht zn Ende, da legte er sich auf's Krankenlager,von dem er nicht wieder aufstehen sollte. Er vermachtein seinem Testamente seinem einzigen Sohne die Mühlemit allen Zubehör und fertigte darin seine vier Töchter