mein Großvater selbst so viel Stämme von guten Obst-kernen zog, daß gar kein Mangel entstehen konnte. Darüberentstand zwischen Beiden eine Spannung, so daß meinGroßvater schon damals daran dachte, sich eine andereStellung zu verschaffen. Gelegenheit dazu bot sich bald.Meines Großvaters Schwester, die Frau des Lehrer Krause,schrieb ihm, er möchte sich doch um die Hofgärtnerstelle imHerzoglichen Garten zu Ballenstädt bewerben, da der alteHofgärtner seinem Posten nicht lange mehr vorstehen könne.
Mein Großvater entschloß sich deshalb einen Versuchzu machen. Er wandte sich zunächst an seinen früherenPrinzipal Lieder und ersuchte denselben um ein schriftlichesZeugnis, welches ihm derselbe auch bereitwilligst ertheilteund welches ich hier nach dem Original abschreibe:
Zeiger dieses, der aus Nordhausen gebürtigeund daselbst, ehe er in meine Dienste trat, langeZeit bei weiland Herrn Lem-stai-io Riemann inCondition gestandene Gärtner Johann AndreasGottfried Eckart hat mir zu Ilfeld, vom Neujahr1795 an, bis zu der auf Michaelis d. I. von mirgeschehenen Niederlegnng der dasigen Stelle desersten Stiftsbeamten, auch der damit verknüpftenAmtshaushaltungspachtnng, also ins dreizehnteJahr, mit Beifall gedient, und sich, sowohl imGemüsebau, mit Einschluß der Mistbeet-Cnltur,als auch in der Baumzucht, für eine dergleichengroße Laudwirthschaft sehr brauchbar und als einensolchen bewährt, dem die Arbeit ausgezeichnet ge-schwind von der Hand geht; worüber ich demselbenauf Ersuchen gegenwärtiges Zengniß der Wahrheitgemäß ertheile.
Nordhausen, den 19. Dec. 1807.
G. Lieder
lP. 8.) Oberamtmann.
Mit diesem Zeugnisse versehen reiste mein Großvaternach Ballenstädt zum Herzoge, wurde von demselben überausgnädig empfangen, erhielt aber mit Bedauern den Bescheid,