wntheten unter den noch übrig Gebliebenen; geistlich undleiblich verwahrlost waren die Alten und Jungen und esdauerte manches Jahr, ehe der im Jahre 1648 verkündeteFrieden auch seine irdischen Segnungen ans den Einzelnenbringen konnte. Armnth nnd Hunger brach wie ein ge-wappneter Mann herein. Die Grundstücke hatten keinenWerth. Viele Familien waren auf ihren alten Besitzungenausgestorben, Andere setzten sich darin fest oder wurdendamit belehnt nnd waren nun wiederum verpflichtet, ihrenLehnshcrrschaftcn Abgaben zu entrichten oder Handdienstezu thun. Drückend waren die Verhältnisse der ländlichenBevölkerung fast noch mehr, als vor dem Kriege, da Handelund Wandel fast gänzlich darnieder lag nnd das Geld soknapp war. Viele hatten dasselbe, um es den Angen desFeindes zu entziehen, in die Erde vergraben und warendarüber hingestorben; Vielen hatte der Feind auch dasLetzte geraubt.
Kurz nach Beendigung dieses Krieges erhalten wirnähere Nachrichten über unsere Familie um das Jahr1690, wo dieselbe einen kleinen Ackerhof in Schwende imBesitz hatte. Daß aber ihre Verhältnisse dort auch nichtvom Besten waren, bezeugt der Umstand, daß sie balddarauf ihre Wirthschaft verkauften und nach Nvrdhanscnübersiedelten, wo sie sich das Bürgerrecht erwarben. Gewißsind davon noch Nachrichten vorhanden gewesen; ein altermit Eisen beschlagener Koffer, der sich im Besitz meinerEltern befand, soll, wie mir mein seliger Bater versicherte,ganz voll solcher Schriften gewesen sein, die aber durchMäusefraß zerstöret wurden.
Seit der Zeit, wo unsere Familie in Nordhansen an-sässig ist, war besonders die Gärtnerei ihre Beschäftigung,aber auch andere Handarbeiten. In neuerer Zeit habensie sich mehr dem Handwerkerstande zugewandt. Orn etDnboi-n! Bete und arbeite! ist bis jetzt die Losunggewesen, womit die meisten Glieder unserer Familie ihreirdische Pilgrimschaft geführt und vollendet haben. Reich-thum und Besitz haben sie sich damit nicht erwerben können,