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1 (1893) Vom Jahre 1690-1866
Entstehung
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schasten mit fränkischen Eindringlingen. Der Gewalt mußtenach langem Widerstreben die Ohnmacht weichen, und diefreien Besitzer wurden dem anmaßenden Adel unterworfen,mußten demselben mit Leib und Gut dienen und behieltennichts weiter als ein mühevolles, trauriges Leben, wasimmer wieder vom Vater auf den Sohn erbte und für dieKinder oft noch viel schlimmer wurde, denn wer kein Besitz-thum hatte, verfiel der Leibeigenschaft und mußte als Knechtdienen.

Zwar öffneten die Kreuzzüge nach dem gelobten Landefür den Bauernstand eine Quelle der Freiheit, weil derMitziehende von jedem Hörigkeitsverhältniffe frei wurde,und Tausende mochten sich auch freuen, einmal mit Fugund Recht ein Schwert umzugürten und dreinschlagen zudürfen; aber wie wenige kehrten zurück, um ihre erworbeneFreiheit genießen zu können! Eine Aendernng der länd-lichen Verhältnisse aber trat mit dieser weltgeschichtlichenBegebenheit nicht ein, es blieb damit nach wie vor. Daherflohen Viele vom Lande in die Städte und fanden meistbereitwillige Aufnahme gegen ihre Verfolger. Viele siedeltensich auch außerhalb der Ringmauern der Städte an nndwurden von diesen beschützt. Man nannte sie Pfahlbürgerund von diesen Anbauern entstanden später die Vorstädte.

Schon vor der Reformation hatten die Bauern aneinigen Orten sich selbst zu entfesseln versucht. Denn nochhatten die Bauern, die in harter Abhängigkeit von demkirchlichen und weltlichen Adel schmachteten, ja größentheilsdiesen beiden Ständen leibeigen geworden und mit denschwersten Lasten bedrückt waren, nicht ganz ihre altange-stammte germanische Freiheit vergessen. Nun forderte Or.M. Luther zur Wiedererwerbung der christlichen Freiheitauf; da erhoben sich die Bauern, Luthers Lehre auch aufdie politische Freiheit deutend; in Schwaben, Franken undThüringen, ja fast in allen Gauen Deutschlands thatensich drohende Zeichen eines Umsturzes kund. Die auf-gestandenen Bauern brauchten Gewalt. Zwar stellten dieBesonneneren unter ihren Anführern in 12 Artikeln