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1 (1893) Vom Jahre 1690-1866
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dcnn auch brieflich in dieser Angelegenheit an das PfarramtSchwende gewandt, habe aber leider keine Antwort bekommen.Möglich nun, daß nicht dieser, sondern ein anderer -Ortverwandten Namens, deren zwei, Molmerschwende nndBrannschwende, nicht weit davon liegen und ebenfalls Kirch-dörfer sind, der Wohnsitz unserer Vorfahren ist; möglichauch, daß das Schwender Kirchenbuch nicht bis zum ge-nannten Jahre reicht oder abhanden gekommen ist; möglichauch, daß der Herr Pfarrer sich weder die Miihe desNachschlagcns noch Schreibens hat geben wollen, genug:so lange nicht das Gegentheil erwiesen ist, bleibt obigemündliche Ueberlicfernng für uns die einzige sichere An-nahmequelle. Ob die Stürme des 30jährigeu Krieges siein diese Gegend getrieben, oder ob sie dieselben mit allenihren Schrecken nnd Nöthen hier verlebt haben, was amwahrscheinlichsten ist, müssen wir dahin gestellt sein lassen,da wir davon gar keine Knude haben.

Was nun die Beschäftigung unserer Vorfahren betrifft,so ist sie wohl in frühern Zeiten, ehe Deutschlands Zuständeso geordnet waren, daß ein redlicher Besitz und Erwerbbeschützt wurden, die Führung des Schwertes im Kriegeund die Jagd, dann aber wohl ausschließlich der Ackerbaugewesen. Es war aber der Bauernstand bis zur Aufhebungder Leibeigenschaft ein gar gedrückter und geächteter Stand,den die Frohn- und Hofdienstc für die Klöster und Edel-leute, in deren Besitzungen sie lagen, deren Schutz siegenossen und von denen sie größtentheils auch ihr Landbekamen, zu keinem rechten Wohlstand gelangen ließen.Das war eine traurige Erscheinung in der Geschichte desdeutschen Volkes, die manche üble Folgen im Mittelalternnd selbst in der Neuzeit gehabt hat. Der deutsche Mannhatte sein freies Besitzthnm im ungestörten Benutz und warnur verpflichtet, bei ausbrechendem Kriege im allgemeinenHeerbann die Waffen gegen den Feind zu führen und dembestimmten Heerführer zu gehorchen. Die späteren Lehens-vcrhältnisse bildeten sich erst mehr unter Karl dem Großenaus und zwar durch die Unterjochung der sächsischen Völker-