Druckschrift 
2 (1892) Bis zur Gegenwart
Entstehung
Seite
134
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Ich habe einen guten Kampf gckämpfct; ich habe de» Lauf vollendet,ich habe Glauben gehalten. Hinfort ist mir beigelegt die Krone der Gc-rcchtigkcit, welche mir der Herr an jenem Tage, der gerechte Richter, gebenwird, nicht mir aber allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung liebhaben." (2. Tim. 78.) Amen.

Die vergangene Woche, in der der selige General, um dessen Sarg wirtrauernd stehen, heimgegangen ist, trug an der Stirn die Losung der Sonntags-cpistel, »m die wir nns an heiliger Stätte geschaart haben:Für einen ewigenKranz dies arme Leben ganz!"

Der Apostel stellt in jenem Epistelwort das Ehristcnlebcn nns vor Augenunter dem Bilde des Wcttkampfs und Wcttlaufcs, derselbe Apostel, der hierim Rückblick auf sein Leben, da die Zeit seines Abscheiden?, wie er sagt, vor-handen ist, sich rühmen darf durch die Gnade Gottes:Ich habe einen gutenKampf gckämpfet, ich habe den Lauf vollendet." Roch steht er vor dem Todeund doch er hat schon den Tod, den König der Schrecken, im Glaubenüberwunden. Roch ringt er sich los von der letzten Fessel, die ihn an dieseErde hält, und doch er ist schon ein Freier. Roch steht ihn: der letzte harteKampf und Strauß bevor und doch er ist schon ein Sieger, ihm ist schonbeigelegt, wie er sagt, die Krone der Gerechtigkeit, weil er getreu gewesen istbis in den Tod. Selig, wer also lebt im Herrn und also stirbt im Herrn!Selig, wem also, wie dem Apostel nach unserm Text, von Gott geschenkt istein Kämpferleben, ein Pilgcrleben, ein Glaubensleben, und Alles angeschienenvon der Gnadenkrone der Gerechtigkeit, Alles unter die Ehristenlosnng gestellt:Für einen ewigen Kranz dies arme Leben ganz!"

Ein Kämpferlebcn: Ich habe einen guten Kampf gekämpfet.

Nicht mir steht es zu, die hohen Verdienste, die der Entschlafene sich umKönig und Vaterland erworben hat, hier noch einmal an seinem Sargerühmend darzulegen. Es bedarf dessen auch nicht. Was der selige General>n seiner mehr als sojährigcn Soldatenlaufbahn, als Bildner und Führer derTruppen, in Kriegs- und Friedenszoit, was er in drei glorreichen FeldziigcnHervorragendes geleistet hat, das ist anerkannt von seinem Kaiser, das ist an-erkannt von dem dankbaren Vaterlande, das ist eingeschrieben in die ehernenTafeln der Geschichte, das leuchtet mit hinaus vom Niederwald über dendeutschen Rhein, Gott zur Ehre, dem Entschlafenen zum rühmenden Gedenken,dem lebenden und den kommenden Geschlechtern zum leuchtenden Vorbilde. Einsaber war der Pnlsschlag, das Herz in seinem Herzen auf seiner ganzen langengesegneten Soldatenlanfbahn, inmitten all' der Gnaden und Ehren, an denensein Leben reich war, wie sie sein sojährigcs Jubelfest ihm und nns vor Augengestellt hat: es war das innerlichste und persönlichste Verhältnis) der Treue,der Hingabe bis in den Tod für seinen Kaiser und Herrn. Das war ihm,dem Urenkel Schwerin'?, dem Sohne des mit dem Königshause so innig ver-bundenen Vaters, von Jugend auf tief an's und in's Herz gewachsen. SeinKaiser! Das war der Herzpunkt, um den sich Alles bei ihm bewegte, das warder letzte helle Sonnenblick seines Soldatenlebens am Ricderwalddcnkmal undTreue um Treue!" wie hat es der selige General bis zuletzt erfahren!