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2 (1892) Bis zur Gegenwart
Entstehung
Seite
133
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ja für einen Soldaten einen ganz eigenthümlichen Zauber, im kühnen Ansturmgegen die feuerspeienden Linien des Feindes, zu Tode getroffen, zusammenzu.brechen und mit einem letzten Hurrah auf den erbleichenden Lippen zu sterben:Ja, süß ist's und ruhmvoll, für's Vaterland zu sterben! Aber ist's nicht ebensoschön, ja ist's nicht noch beruhigender und friedlicher, wenn ein Leben, daseinst in vollen, rauschenden, weithin tönenden Akkorden erklang, nun langsamausklingend, zur Rüste sich neigt? Wie hat's ihm der treue Gott so gnädiggefügt! Umgeben von den Seinen ist er hiniibcrgeschlnmmert, sanft, stillerund stiller werdend ganz still. Und droben am Himmel eine helle heitereRächt und drunten die Erde übergössen vom stillen Licht des Vollmondsweit und breit kein Ton, kein Laut, heilige Ruhe, himmlischer Friede. Da,wie von Engeln getragen, ist sein Geist nach des Lebens Sturm und Drangeingegangen zur Ruhe, emporgeschwcbt zum ewigen Frieden.

Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.Und die Krone des Lebens wird ihm zu Theil werden, die Krone nun desewigen Lebens. Schon hören von fern wir Glocken klingen, es sind die Gstcr-glockcn, die es jubelnd verkünden:Der Herr ist auferstanden, er ist wahr-hastig anserstandcn!" Und durch ihr Klingen hindurch vernehmen wir dieStimme des Lebenshcldeu:Ich lebe und Ihr sollt auch leben!" (D Herr,führe ihn ein in dieses Leben, winde um sein Raupt die Strahlcnkronc desewigen, seligen Lebens!

So ziehe denn hin den letzten Weg hieniedcn zur Ruhe. Ich aber, hierstehend im Dienst meines Gottes, ein Diener seines heiligen Wortes, ich hebebetend für dich meine Hände gen Himmel:

Der Herr deines Lebens, der dich in demselben so hoch begnadet, so reich

gesegnet hat nun im Tode,

Der Herr segne dich und behüte dich!

Der Herr erleuchte sein Angesicht über dich und sei Dir gnädig!Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seineu Frieden!

Amen!

II.

Rede, gehalten zu Hochkirch an: j3. Februar s33H ^ der Bei-setzung der sterblichen Hülle Wilhelm's von Tümpling.

Wenn ich einmal soll scheiden,

So scheide nicht von mir,

Wenn ich den Tod soll leiden,

So tritt du dann hcrfür.

Wenn mir am allerbänastcnWird um das Herze sein,

So reiß mich aus den AengstenKraft deiner Angst und Pein.

Gnade sei mit uns und Friede auch in aller Trübsal von dem, der derFriede ist, unscrm Herr» und Heilande Jesu Thristo. Amen.

von Tümpling. II. Urk. - Anhang. 12