Druckschrift 
2 (1892) Bis zur Gegenwart
Entstehung
Seite
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steine zu legen zu dein herrlichen Bau, in dein wir setzt wohnen. Dort imfürchterlichsten Kampf gegen einen beinahe unerreichbaren Feind hat er ge-standen fest und treu den Seinen voran, die auf ihn blickten; dort ist er vonfeindlichem Geschosse hart getroffen zu Boden gestürzt, mit seinem Blute seineTreue besiegelnd, was soll ich sagen von den glorreichen Iahren 70 und ?z?Er war dabei in alter Treue! An der Spitze seines Armee-Corps hat er mit-geholfen, den Sieg zu erringen über den frevelhaften Feind, über die iibcr-müthige stolze Stadt, getreulich mitgeholfen am größten Werke unserer Zeit.wenn solche Thaten reden, was bedürfen wir weiter Zengniß? Auch hier istihm schon eine Lcbcnskrone geworden: ein grüner, ewig grüner Lorbeer schlingtsich um sein Haupt, der Geschichte unseres Volkes gehört sein Name an, derGeschichte der größten Zeit unseres Volkes sein Ruhm!

In dieser Treue that er sich nie genug: er war getreu bis in den Tod.Die Wissenschaft hat sa gezeigt, daß, wenn er früher sich hätte entschließenkönnen, das Tommando niederzulegen, das sein Kriegsherr ihm anvertrauthatte, seines Lebens Länge wohl noch dauern würde. Aber solange er nochein Fünklein Kraft in sich spürte, gab's für ihn nur eins, und das hieß: harreaus, sei getreu! Und als es dann doch geschehen mußte, was in unser AllerLeben eben unabwendbar ist, wie ist seiner Treue eine Krone zu Theil ge-worden, wohl im Stande, seinen Schmerz zu linder», eine Krone, wie ich sieschöner mir nicht zu denken vermag: sein Kaiser mußte ihm, wenn auch erstnach langem Zögern, seine Bitte gewähren. Er hat's gethan mit Worten,wie sie eben nur Der zu sprechen vermag, der hoch und hehr waltet überunserm geliebten deutschen vaterlande, eine Krone, die in ihrer anerkennendenHerzlichkeit für Kinder und Kindcskinder herrlich es bezeugt: Sei getreu bisin den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.

Aber solche Treue konnte nur Heransfließen aus der Treue gegen seinenGott, wahre Gottesfurcht, echt christliche Frömmigkeit waren tief und festgewurzelt in seinem Herzen. Darf ich von mir selber reden? Wie hat esmich ergriffen und gerührt, als er mir erzählte von den Gottesdiensten, die ermit seinen Soldaten gehalten hat im Felde, Herz und Hände zn Dem empor-hebend, der allein den Sieg verleihen kann. Gerade in seiner hohen Stellunghielt er es für seine heiligste Pflicht, Allen, die um ihn und unter ihm standen,ein leuchtendes Vorbild zu sein der rechten Anbetung Gottes im Geist und inder Wahrheit. Als er vor wenigen Monaten in dieses Haus einzog, da hates ihn gar bald gedrängt, vor dem höchsten Gott im Himmel sich zu demüthigenund, das heilige Abendmahl empfangend, mit Paulus zu bekennen:wir sindallzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den wir an Gott haben sollen."

Und auch diese Treue, er hat sie bewahrt bis in den Tod: während ge-liebte Lippen ihm herrliche Lieder lasen, wie unsere theure Kirche als heiligeSchätze sie besitzt, ist seine Seele hinübergegangen treu ihreni Gott.

Und der treue Gott? Er hat auch ihm die Treue gehalten, auch Treuebis in den Tod. Wenn jemals das herrliche Dichterwort Wahrheit hat:wer so stirbt, der stirbt wohl", hier ist's zur vollsten Wahrheit geworden:sein Sterben war, wenn man es sagen darf, beneidenswerth. Wohl hat es