Druckschrift 
2 (1892) Bis zur Gegenwart
Entstehung
Seite
131
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- fzf -

Ja, er hat Treue gehalten seinem Hause. Einem Geschlechte entsprossen,das zu den ältesten und edelsten unseres schönen Thüringerlandes gehört, einemGeschlechte, das zur schönsten Lebensaufgabe sich genommen hat die Pflege allesdessen, was etwa eine Tugend, was etwa ein Lob ist, einem Geschlechts, wel-ches in diesem Sinne hier gewirkt und gewaltet hat, so daß die Spuren undZeuge» dieses Wirkens bis auf unsere Tage gekommen find, erneuert in gleichpietätvoller Treue, einem solchen Gcschlechte entsprossen, ist der verblicheneein Edelmann gewesen voll und ganz, treu bleibend allezeit den schönenTraditionen seines Hauses. Nichts Hohes und Edles war ihm fremd, seinHerz immerdar offen solchen Gedanken und Gefühlen, seine Hand immerdarbereit, die Dienerin solcher Gedanken und Gefühle zu sein. So hat cr's ge-halten sein Lcbcnlang, so ist er treu gewesen bis in den Tod.

Als ehrwürdiges Haupt vorstehend seinem Hause, ist er den Seinen voran-gegangen in adligem Sinn und in herzlichster, umfassender Liebe. Wenn esdem deutschen Volke zu hohem Lobe gereicht, jene Treue zu hegen und zupflegen in ihren intimsten Beziehungen, in dem schönsten Kreise, der überhauptum einen Menschen sich schließen kann, in der Familie hier gilt dieses Lobin uneingeschränktestem Maße. Sein Haus, seine Familie, seine Gattin, seineKinder, das war seine Welt, die waren ihm alles. Mit ihnen am liebstenhat er des Lebens sich gefreut, mit ihnen in schönster Harmonie Liebe umLiebe getauscht. Und wenn die Pflichten seiner hohen Stellung ihn zwangen,den lieben, trauten Kreis zu verlassen, hinauszutreten in das Geräusch derWelt, hinein in das Getümmel des viclbcwegten Lebens durfte er dieseLast wieder abstreifen, wie glücklich, wie froh war er dann wieder bei denSeinen.

Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.Ja für diese Treue ist ihm schon hier eine Lebeuskrone geworden, die Kroneder Liebe, die sich hier um einen Todtenschrein windet, da die Seinen, zumTheil aus weiter Ferne herbeigeeilt, schwer bekümmerten Herzens, dem liebe-vollsten Gatten, dem besten Vater im Tode noch bezeugen: Sei getreu bis inden Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.

Und daß er treu gewesen ist seinem Kaiser? Bedarf es noch eines Be-weises bei ihm, der länger als ein halbes Jahrhundert das Schwert geführthat im Dienste des Vaterlandes, welches ihm dasselbe einst an die Seite undin die Hand gegeben hatte? Bedarf es für diese Treue noch eines Beweises,da solche Zeugen reden, wie die hier zu seinen Füßen ruhenden, von dem ein-fachen, schlichten und doch so hoch bedeutungsvollen Kreuze von Eisen an biszu dem glänzenden, schimmernden Sterne des höchsten Grdeus? Als Zeugenfür seine Treue, dem vaterlande bewiesen, haben sie geglänzt auf seiner Brust,treu verdient, tapfer erkämpft. Denn in den vier Feldzügen, die seit der Mittedes Jahrhunderts die preußischen, die deutschen Waffen zu führen hatten, hater mitgekämpft in unwandelbarer Treue. Droben im hohen Norden, als esgalt, das alte Schleswig-Holstein, meerumschlungen, von fremdem Joche zu be-freien und dem angestammten vatcrlande wieder zuzuführen: er war dabei!Auf Böhmens blutigen Schlachtfeldern hat er mitgerungen, die ersten Grund-