Druckschrift 
2 (1892) Bis zur Gegenwart
Entstehung
Seite
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Im Jahre t8?l zur Disposition getreten, nm die Verwaltung der Be-sitzung seines indeß verstorbenen Vaters selbstständig zu übernehmen, erfaßteihn vor Monaten ein schweres Körpcrleiden, welches seine männliche Kraftbrach, und mit ihr welkten die Freudenblumen seines öffentlichen und häus-lichen Lebens, erlosch das Glück einer in ihn, und durch ihn beglückten Familie.

Wohl klagt Liebe und Freundschaft nah und fern, wohl klagen und weinendie verwaisten Herzen, und mit Recht denn Thränen gebühren den Bravenund Edeln, welche durch unauflösliche Bande mit unseren Herzen verkettetsind, aber des Christen Thräne fällt zur Erde, das thränende Auge jedochist emporgerichtet, wo das heitere Blau sich wölbt, wo die Sterne der Ewigkeitglänzen, wo uns die Flammenschrift entgegenleuchtet, in welcher wir die «Offen-barung des ewigen Sohnes erkennen:

was Gott thut, ist allezeit wohlgethan!"

Du aber, erblaßte Hülle des biederen, verehrten Freundes und Kameraden,ruhe sanft in Deiner Gruft und empfange unser letztes freundschaftliches undkameradschaftliches Lebewohl! Gott verleihe Dir seinen Frieden! Amen!

63. Zwei Reden am Sarge von Wilhelm von Tümpling (32H),Thalstein, 538H Februar 55 und Ho chkirch, Februar 53.

I.

Rede, gehalten zu Thalstein am 53- Februar 588H bei der Ein-segnung der sterblichen Hülle Wilhelm's von Tümpling.

Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes,Amen!

Ja, in deinem Namen, du Herr über Leben und Tod, haben wir unshier versammelt in ernster Stunde, um einem abgeschiedenen Erdenxilger denletzten weg zu bahnen, den er durch dieses Erdenthal noch machen muß zuseiner letzten Ruhestätte. G Herr, sei bei diesem schweren Werke uns nahemit deinem Geiste, daß er Trost bringe den schmerzlich Trauernden, Stärkeden erschüttert wankenden, Hoffnung den fest vertrauenden, Friede den angst-voll Ringenden, durch Iesum Christum, Amen.

Andächtige Trauerversammlung! Wenn wir uns jetzt umschauen in denWorten der heiligen Schrift, wie wir ja an jedem Tage thun sollten, um fürdiese Stunde der Trauer einen sichern Stab und eine feste Stütze zu findenich wüßte kein schöneres und passenderes Schriftwort zu finden, keins, waszugleich dem Wesen des Entschlafenen so durchaus entspräche, als das alteGffenbarungswort:

Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebensgeben!"

Ueber die Treue lassen Sie mich zu Ihnen reden, über seine Treue, dieer gehalten hat seinem Hanse, seinem Kaiser, seinem Gotte.