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nicht des Zornes, nnd daß Du segnest, du magst geben oder nehmen! Undwie wir geglaubt haben, so laß uns dereinst schauen: was Du thust, das istwohlgethan! Amen.
(An? Grabe.)
„Zeug Deine Schuhe aus von Deinen Füßen; denn das Land, auf den.Du stehest, ist heiliges Land!" So tönt es Mose entgegen, da Gott mit ihmreden will. Die waldige Höhe des Horeb erscheint dein Gottesmann alsheiliges Land, weil das Gefühl der heiligen Nähe Gottes mächtig seineSeele ergriffen hat. Mir aber wollen diesen stillen Grt ans waldiger Berges-höhe weihen znin heiligen Land, zum Gottesacker, da die Saat gesäct wird,von welcher der Apostel sagt: „Es wird gosäet vcrweslich und wird auferstehenunverweslich, es wird gesäet u. s. w." Heilige Vrte, Grte, an denen wirGott und der Ewigkeit uns näher fühlen, sind uns die Stätten, an denen wirdie Gebeine unserer Heimgegangenen Lieben bestatten, da die dankbare Er-innerung stille Thränen weint, da liebende Herzen in heißen Gebeten sich znGott erheben, da der himmlische Vater Trost- und Friedcnsengel seinen wei-nenden Mindern sendet. — Das erste edle Saatkorn legen wir jetzt in diesLand, das nun ein heiliges Land sein soll, abgesondert von dem profanen Ge-brauch der Melt, ein Gottesacker; das erste Saatkorn legen wir hinein in dergewissen Hoffnung der Auferstehung und des ewigen Lebens. —
Nachdem es Gott den» Allmächtigen nach seinem unerforschlichen Rath-schlusse gefallen hat, unfern christlichen Bruder Herrn Major von Tümpling aufReinsdorf, Ritter w. aus diesem zeitlichen Leben abzurufen zu dem ewigenLeben und wir seine Seele betend empfohlen haben in die gnädige Hand deshimmlischen Vaters: so übergeben wir nun seinen Leib dein Schooß der Erde:Erde zu Erde, Staub zum Staube, Asche zn Asche. Wir weihen diesen Vrtzum Gottesacker und dies Grab zu einer Stätte heiligen Friedens in dem NamenGottes des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes! Amen!
II.
Rede des Obersten Oertel, Bezirkskommandeurs, am Grabe desMajors z.T. Wolf von Tümpling, am 3. Februar s38s.
An dein Sarge, der die sterblichen Überreste eines thenern Sohnes, einesheißgeliebten Gatten, eines kindlich verehrten Vaters und treuen Bruders um-schließt, stehen wir hier, verehrte Anwesende, an dem Sarge eines Mannesaber, dessen Tod nicht nur von einer liebenden Familie, nicht nur von deinengeren Kreise der Freunde und Bekannten, welche ihm näher standen, tiefempfunden und betrauert wird, eines Mannes, dessen Tod auch weitere Kreiseund vor allem die Armce mit näher und schmerzlich berührt, in welcher der-selbe, unter Thcilnahme an 2 Feldzügcn, 20 Jahre als tüchtiger, braver Gfficierund bewährter Kamerad ehrenvoll und treu in verschiedenen Stellungen aktivgedient hat nnd der durch die Gnade Seiner Majestät des Königs mit demeisernen Kreuze ausgezeichnet wurde.