Druckschrift 
2 (1892) Bis zur Gegenwart
Entstehung
Seite
169
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Der würdige Pfarrer berichtet über seinen Heimgang:

Am 2H. Augusti war der Tag Bartholomaei und der(2. Sonntag nach Trinitatis, frühe kurz vor 6 Uhren spricht er zufeiner Herzliebsten: wir werden nun aufsstehen und uns zur Airch-fahrt schicken müssen. Da sie nun in solchen gutem Wercke be-griffen, siehe da greiffet Gott ins Spiel, indem Gr ausrufst undspricht: Ach wie wird mir so angst und bange, es sauset mir vorineinen Ohren wie ein Meer. Ach Herr Jesu wie ist mir?

Die Frau Witbe (das erschrockene Herz weiß vor grossemHcrzleid nicht was sie ansahen soll) Sie fället aufs ihre Arne undbetet, bald rufst sie ihren: Söhnlein (Veit Ludwig) und spricht:flugs hole Schlag-Wasser, aber der liebe seelige Juncker spricht:hole den pfarr. Das ist sein letztes Wort gewesen: hole denpfarr.

Der kleine Juncker kam sagende: Ach Herr Pfarrer, komptdoch flugs, der liebe Vater ist sehr kranck, Gr kan nicht mehrreden.

Ich crschrack hefftig, wüste nicht wie nur geschach, doch kamich eilends zu Ihn:, einen guten Morgen wünschende. Do neigeteer sich mit seinen: Haupte. Ich fragte was neues? Do weifteGr mit der rechten Hand aufs die lincke Schulter als wolte Grsagen: da da liegt mirs.

Als ich nun sähe, daß der Verstand noch da war, betete ichdas Vater unser und den Christlichen Glauben, unter solchem Ge-bet sähe Gr mich mit unverwandten Augen an. Derowegen fragteich Ihn, ob Gr aufs diesen Apostolischen Christlichen Glauben,als aufs welchen Gr getaufft were, nach Gottes Willen wolte lebenund sterben? Do neigete er sein Haupt zun: andernmahl gar tieff.Da sagte ich drauff: Ach Herr Jesu, erfülle mit deiner Gnadewas wir nicht vermögen. Ich betete Ihn vor die herrlichenSprüche altes und neues Testaments, auch schöne Gebetlein, sosich aufs seinen Zustand schicksten, fragte darauff abermahl, ob Gr