dieser ein für die Burg-gräfliche Genealogie so bedeutsames Document mitzutlieilen. Der Ritter v. lang ; der, wo nicht dasOriginal, doch eine bessere Copie vor sich hatte, setzt es in Reg. Boic. IV. p. 64.5 auf den 13. April 1297, bringt uns aberdadurch in Conflict mit einer anderen Urkunde (s. Nr. CCCCXVI. u. d. Anmerk. das.), derzufolge Burggraf Friedrich III.damals noch am Leben war, wie Derselbe denn auch, nach der — freilich nicht unbedingt glaubwürdigen — Angabe desHcilsbronner Todtenscliildes, erst am 14. Aug. 1297 gestorben sein soll. Wäre sonach die in dem vorliegenden Gebotsbriefeenthaltene Todesnachricht als verfrüht anzusehen, so möchte wohl das Document, bei dessen Jahrzahl, in unserer Hand-schrift, die Lücke nach der ersten X. offenbar durch eine zweite ausgefüllt werden muss, auf MCCLXXXX., VII. IdusAprilis zu setzen sein, wohin es insofern am besten zu passen scheint, da dasselbe als eine Folge der päpstlichen Bulle vom13. April 1289 (s. Nr. CCCXXX11.) zu betrachten ist, im Jahre 1291 aber, am 23. Aug., der Burggraf sich mit dem KlosterMünchsteinach verglich (s. Nr. CCCLXXI. fg.). Inzwischen glauben wir, so lange nicht stringentere Beweismittel aufgefundenwerden , die fraglichen Punkte noch unentschieden lassen zu müssen.
CCCCXVI.
irickid] unn (f eitles (Inakn kr filtere Inrggraf tum lürnkrgbestätigt, mit Hillen seines Erstgeborenen, eine drjtenkitng an hns <§ gibienklnster.
1. Mai 1297.
Fridericus Dei grotia Burchravius senior de Nurenberch Vniversis presen-tem paginam inspecturis. Noverint tarn presentes quam futuri, quod Bertholclusdictus Pfinzic miles, divino spiritu inflammatus, deeimam in Heroldsperch, quamde manu nostra jure tenuit feodali, plene et plane nobis resignauit, postulanssuppliciter, et eam conferremus monasterio S. Egidii in Nurenberch. Nos vero,dicti militis preeibus annuentes, ante fatam deeimam in memoriam nostri nostro-rumque parentum, cum consensu ßlii nostri Johannis, capellano nostro, Abbatiet conventui predicti monasterii. contulimus jure perpetuo possidendam. Vtautem liec nostra donacio Semper firma maneat et inconvulsa, presentem pagi-nam liinc incle iussimus conscribi et sigillo nostro procuravimus communiri.Acta sunt in Nurenberch, Anno Domini MCC nonagesimo septimo, Kai. Maji.Testes autem liujus rei fuerunt: Johannes filius noster primogenitus, WaltherusDapifer de Ilohenek, Burchardus de Vendebach, Dietericus de Willheimsdorf,( unradus Scultetus, Sifridus Ebner, Fridericus Holzschuh er, milit.es, et alii plures.
Oetter Gesch. d. Burggrafen II. S. 709.
Das Datum dieser Urkunde erregt mit Recht bei Denen Anstoss, welche (nach Nr. CCCCXV.) annehmen zu müssen glauben,dass Burggraf Friedrich III. bereits vor dem 13. April 1297 verstorben sei. Wir wären sonach, bei der bekannten Unzuver-lässigkeit der diplomatischen Mittheilungen Oetter's, und so lange seine Quelle nicht entdeckt ist, versucht, das Documentauf Anno MCCXC., VII. Calend. Maji zu setzen. Allein, wenn auch das Datum der unter Nr. CCCXLV. aufgeführten Ur-kunde feststände, und die am S.April 1290 (s. Nr. CCCXLIII.) zu Cadolzburg stattgefundene wichtige Orlamündische Ver-handlung — welche jedoch die Anwesenheit des Burggrafen nicht unbedingt voraussetzt — die Vermuthung bestärkte, dassFriedrich III. im April 1290 sich auf kurze Zeit von dem Königlichen Hoflager zu Erfurt entfernt und nach Franken begebenhabe, so miisste doch der Umstand, dass der damals (im April 1290) kaum erst 11jährige Burggraf Johann als Zeuge auf-getreten sei, gegen eine solche Annahme Zweifel erregen. Wir glauben daher, bis auf bessere Belehrung, das Oetter'sehe
Datum beibehalten zu müssen.
*) Heroldsberg im Königlich Bandseilen Landgericht Erlangen.
248