Druckschrift 
[Hauptbd.] (1849)
Entstehung
Seite
19
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Sie ist die Ahufrau jenes Andreas von Bonstetten, genannt Roll, aus dessen Ehe mit Johanna von Buben-berg (Schwester des Vertheidigers von Murten) der berühmte Dekan von Einsicdcln und Beat Wilhelm, dergemeinschaftliche Ahne aller spätern Bonstetten, entsprossen sind.

Noch bleibt uns übrig, über die Burg Manegg selbst einige Worte beizufügen. Dieselbe bestand (nachdem zu schließen, was eine sorgfältige Untersuchung der Örtlichkeit zeigt) aus einem festen viereckigen Thurmevon großen Quadern erbaut, dessen unterster Theil noch jetzt in einigen Ncbcrrcsten vorhanden ist, vor einigenDezennien aber noch weit besser erhalten war. Ein aus dem Ende deö fünfzehnten oder Anfang des sechs-zehnten Jahrhunderts herrührendes Gemälde der Stadt Zürich und Umgegend, das in der Sammlung derAntiquarischen Gesellschaft befindlich ist, zeigt diesen Thurm noch ziemlich hoch, obschon bereits ohne das(wahrscheinlich spitze) Dach und gänzlich als Ruine.^) Neben dem Thurm südwärts stand ein Wvhngebäude,das den Raum der jetzigen Tcrasse von Manegg einnahm. Noch in den Neunziger Jahren des vorigenJahrhunderts hatte sich von demselben ungefähr 78 Ellen hohes Gemäuer erhalten, in dem mehrere Fensternoch sichtbar waren. Den Zugang zu der Burg bildete ein Reitweg, der von Leimbach aus in weitemBogen (über einem südwestlich gelegenen, jetzt mit Weinreben und einer kleinen Scheune besetzten Vorhügelsich ziehend) allmälig den Berg hinanstieg und gegenüber dem Thurme (oberhalb dem jetzigen Brunnplatze)an den Graben mündete, der die Burg vom dem übrigen Theile des Berges schied. Hier führte eine Brückeüber den Graben und zum ostwärts schauenden Eingange des Wohngebäudes (ungefähr bei ven oberstenStufen der jetzigen Treppe). Aus dem Wohngebäude stieg man in den Thurm, der keinen Eingang vonaußen hatte. In den Burggraben nach der Seite des Berges hin (den Platz des jetzigen Brunnens) mochtenoch ein mit einer Mauer umfaßter kleiner Zwinger, mit dem Thurme in Verbindung stehend, hinabrcichcn.Nach der Seite des Thales hin zeigen sich Spuren eines Grabens etwas unterhalb der jetzigen Terasse.

Zum Schlosse gehörte, anfänglich wohl als bloße Burgkapclle, die Egidienkapclle in Leimbach. (S. obenS. 13. Note -18). Zur Zeit der Reformation wurde dieselbe theilweise zerstört und die Ueberreste mit derUmgebung im Jahr 1555 vom Spitale verkaust, ^a) Indessen sind die Haupttheile der Kapelle (die Mauerdes sechseckigen Chores und eines Theiles des Schiffes) noch jetzt vorhanden. Mit dem ursprünglich zurWohnung des Kaplans dienenden, von den Manessen geschenkten Gebäude bilden sie gegenwärtig das geräu-mige und schöne Bauernhaus, das oberhalb des Dörfchens Leimbach aus einem abgesonderten Hügel dichtam Fuße der Manegg liegt und von den Bewohnern der Gegend mit dem Namen:zu Sant Gilgen"(Sanct Egidius) bezeichnet wird.^) Im Innern des Chores ist auch noch ein in die Mauer eingefügtes,höchst zierlich in Sandstein gehauenes Sakramenkhäuschen (taberimoulum), d. h. ein Schrein zu Aufbewah-rung der Geräthschaften zum heil. Abendmahl und der Hostie, bemerklich.

S. listet II. Nr. S. Seit wenigen Jahren sind die Neberreste des Thurms auf bedauerliche Weise immer mehr zerstörtworden und dürften bald ganz verschwinden. Auch die Umgebungen haben sehr gelitte» und die Art, wie namentlich ManessensDenkmal des umgebenden Schattens gänzlich entblößt und der anmuthige Platz dadurch alles Reizes beraubt worden ist, ist höchstbedauerlich. Könnte für die Wiederanpflanzung von der betreffenden amtlichen Stelle aus nichts geschehen? Der Uebergang desweitläufigen Gutes im Höckler aus öffentlichem ins Privateigenthum dürfte ohnehin der Erhaltung jener einst so hübschen Anlagennicht günstig sein, da dieselbe für jeden Besitzer höchst kostspielig sein muß. »

^ s) Wir verdanken diese Notiz sowie diejenige über den Verkauf von Manegg an Seldnau der gefälligen Mittheilung des HerrnKirchenrath vr. Vögelin.

S. Tafel II Nr. K und 7.