nicht von Wahrscheinlichkeit entblößt ist. Das Kameel kommtals Wappenthier selten vor. Unter Anderen bei den, wie esscheint, ausgestorbenen schlesischen Familien von Gardaner undvon Schmoltz, bei der Familie von Seeau zu Juchberg, denGrafen von Seeau und den Freiherrn Pögl zu Reyffensteinund Arberg, die sämmtlich sich in Siebmachers Wappenbuchfinden. Das Wappen der Familie von Gardaner stimmt ge-nau mit dem Kröcherschen überein, nur sind die Kameeleroth, das Schild ist getheilt, unten silbern, oben blau, unddie Helmdecken sind silbern und roth. Die Wappen der übri-gen Familien sind mehr oder weniger abweichend.
Das Land zwischen Oder und Elbe wurde im sechstenJahrhundert slavischen Stämmen zur Beute, welche auch überdie Elbe gingen, und einen großen Theil der nachmaligenAltmark besetzten. Es geschah nicht ohne heftigen Kamps.Nach den alten deutschen Einrichtungen durfte nur der freieDeutsche das Schwert führen, die Hörigen nur zu Kriegs-zeiten im Lande selber, wenn dasselbe zu vertheidigen war,die Leibeigenen unter keinen Umständen. Wurde das Landbesiegt, so suchte sich jeder Freie zu retten, weil er in der Ge-walt des Feindes seine Freiheit verlor, die Hörigen bliebensitzen, weil sie außer Landes nicht fechten durften und wech-selten nur den Herrn (von diesem „ lat sitten" schreibt sichdas „ lassitische" Verhältniß her, so wie die Laten, welcheWorte nur die verdorbenen „lat sitten" und „lat" sind), dieKnechte zogen als Leibeigene zur Bedienung ihrer Herren mitab. Der eingedrungene Feind bestand ebenfalls aus Freienund Leibeigenen; die ackerbauende Bevölkerung fand er inden Hörigen oder Lassiten vor. Erbitterte blutige Kämpfe derDeutschen mit den Wenden haben Jahrhunderte lang statt-gefunden; sie konnten auf dem von den Wenden besetzten Bo-den nur von Deutschen, welche von Außen her herbei gezogenwurden, ausgefochten werden. Man errichtete zum Schutze