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2 (1719) Worinne das alte und neue Asia
Entstehung
Seite
218
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z. I z Des vl'erdtStt Buchs Lsp. X l.

denMches, und Strassen-Räubereyen; derer aber, so Gewerb treiben, imSeyden-Handel. Die von Ktwgoclin haben zween vornehme Jahr-Märckte,einen, der vor der Kirch Qpourinz. und den andern, welcher in der St. Ge-orgs-Kirch gehalten wird , dahin die Türchen allerhand Kauff-Waaren vonConstantinopei bringen , und sie gegen Honig , Wachs, Zwirn, Ochsen-Marder-und Tygsr-Hauten, Leibeigenen und Buchs - Bäumen Holtz ver-tauschen, an welchem Holtz sie sehr viel gewinnen , dann gegen vier hundertThaler Saltz, so sie ins Land führen, lösen sie über fünffzig tausend Neichs-Thaler aus diesem Holtz.

Diese Völcker haben Lust zum Krieg, lieben die Persianer, und hassenhingegen die Türcken, in deren Sander sie zum öfftern streiffen, und dieselbe aus-plündern. Sie führen Bogen und Pfeile, und wissen auch mit Feuer-Röh-ren umzugehen.

Die vornehmste Religionen dieser Volcker sind, die Jüdische, dicMa-hometanische, und die Christliche nach der Griechen Lehre und Lei emonien.

Sie haben von dem Lätlil zu Lzjro dieses Privilegium, welches ihnen auchvom Groß-Türchen bestätiget worden , daß sie das heilige Grab alsKriegs-Leute besuchen, und mit offenen Fahnen in Jerusalem einziehen dörffen.

V.

Von dem Zustand und Beschaffenheit des Arme-nier-Landes.

rein und gesund, und das

c^/Erdreich von Natur fruchtbar und trachtig, an Korn, Erdfrüchten und^ Thieren; es wissen aber die Türchen ihnen alle' diese Vortheile, wegen ihrer7. überaus grossen Faulheit, und weil sie die Christen sehr hart und Übel halten,ihnen wenig zu Nutz zu machen, undistanstatt der Hösslichkett, Erbarkeitmidt/e Geschicklichkeit, so vor diesem daselbst anzutreffen gewesen, ein wildes barbari-schesWesen, Treulosigkeit, undgrobeUnwissenheit, so allda allenthalben invollem Schwang gehet, eingeschlichen.

Dasjenige, was die jetzige Inwohner mit denen vor Alters noch gemeinhaben, ist , daß sie zu den Wollüsten, und dem Müßiggang geneigt sind;dann der meiste Theil der Juden, Griechen und Armenier, so sich daselbst ingrosser Menge befinden, und es nur ein wenig im Vermögen haben, ergebensich derZartlichkeitund Fleisches-Lust, gleich wie die Türcken, welche Herren desLandes sind. Wann sie etwas reich und vermöglich sind, so bestehet ihre gra-ste poliric darinnen , wie sie ihr Reichthum verbergen, und für dem Geitz derLexielbeexen, und 5znZinclcen, welche der Groß-Türck dahin sendet, ver-wahren