Des vierdben Z5uch)S dap. IX.
§- 8.
Vom Zustand und Beschaffenheit des Perser Landes.
?8^ s«/'Vje Lufft in Persien iß ziemlich gemassget, und mehr trocken als feucht,weil die Brunnen und Flusse daselbst gantz ungemein sind, und es we»/.ch 4.' lüg schissreiche Ströhme darinnen giebt. ?ln den Orten gegen Mitternacht<5 macht das Eiß, und der Schnee einen sehr harten Winter; das Feld aber ißallenthalben fruchtbar, und tragt so überflüssig Korn, daß es daselbst wohlfeiler,als irgend an eitlem Ort in Asien ist. Hingegen sind die Berge unfruchtbar, undgiebt wenig Holtz darinnen.
Die Persianer sind weiß von ,M'b, schon von Gesicht, und von wohlxropocciunirter 5rarur, insonderheit aber sind die Weibsbilder sehr lieblichund anmutbig, und kommen die, so vornehmen Standes sind, schier nie ausihren Zimmern , weiche von den übrigen Losamentern dergestalt abgesondertfind, daß die Ausländer keine Kundschafft mit ihnen machen, noch dieselbe,von wecen ihrer grossen Cchleyer sehen können. Die Manner sind sehr eysifcrsnchtlg, und bchstssen sich, sowohl als die Weiber köstlicher Kleider. Siefind grosse Liebhaber der freyen, insonderheit aber der Ktsibemarisehen Künste,und überaus vorwitzig in den l^rlvirar-Stellungen, sie legen sich auch starckaus die Auslegung des ^icor,r>5. Es wird daselbst eine vortreffliche Policeygehalten, und ssr die Sicherheit der öffentlichen Lani>Strassen besser, als irgendan einem Ort der Welt bestellet.
Der Handel und Wandel bestehet in Seiden, leinen Tuch, Güldensmck,Tapezereyen, Cordoan-Leder, und in sehr künstlich gemachtem Scickwerck,weil die Handwerckcr sehr geschickt sind; ingleichen handeln sie auch mit Ee»wchr, Viehe, und eingemachtem Auckerwerck. Der König hat sein Einkam»men, welches in einer ansehnlichen Summa bestehet, vom Perlenfang an denKüsten, von den Minen der Türckis, bey alt und neu «.oclle, so 5. Meilenvon der Stadt selchest abgelegen ist. Diese Einkünfften werden durch dieZolle, und den Vertreib allerhand Waaren, die sie nach dem Werth desVerkauffs bezahlen, vermehret/ So muß auch jede Cammer der Larvz».8erzÜ5 dem König einen Tribut geben.
Obwohl auch die Persianer sehr starck an Fußvolck sind, so sind sie dochnoch stareker an Reuterey, und sehr wohl beritten, auch köstlich ausgerüstet;dann sie stellen sich insgemein jederzeit bey der Armee mit grossem Pracht ein.
Sie sind fast insgesammt Mahometaner, und pflichten der Lehre des k^ss.welcher des Mahomets Eydam gewesen ist, und mit der Türcken ihrer Reistgion nicht überein kommt, bey. Es giebt auch in Persien sehr viel Lzure--.also nennen sie diejenige, die das Feuer in hohem Werth halten, welches siezwar nicht als einen Gott anbethen, sondern verehren dasselbe, als eine som
derbare