i4o Des Vierdtm Buchs vll.
aber lieber in denen warmen Ländern,und pflegen insgemein die WüstenmEinöden zu suchen. Sie leben von den AUmo'en, sind übel gekleidet, Mwerden für heilige Leute gehalten, weil sie viele Tage lang in sehr strengemFasten, und bißweilen ohne Essen und Trincken zubringen. Etliche unter jh.nen halten sich viele Jahr lang vor der Thür der Tempel in der grössefte»SonnemHitze, und im Regen auf, und verlassen dieselbige nimmermehr, c»swenn sie ihre Nothdurffr verrichten wollen. Bey allem diesen so strengen Le»ben, sind sie dennoch sehr grosse Betrüger, und machen sich nicht so lehr durchdiese Schemheiligkeit, als durch den Gebrauch und Hülste etlicher gemeine»Kräuter, und einiger Steine, deren Krafft und Tugend sie auf ihren Reiß»erlernet haben, einen Nahmen. Sie erkennen einen Obern für ihren Vorac»setzten, den sie alle Jahr in einer allgemeinen Versammlung crwehlen, deß»ämorirat und Ansehen aber nicht langer als ein Jahr wahret.
10. Die Lbsrocivz, oder 6oucir^i5 sind Leute, welche, wenn die ksssomezdem Kriege nachziehen, auch dahin folgen, jedoch mit diesem Unterscheid, daßsie stets unter dem Fuß-Volcke, die ksss>oucc5 aber gemeiniglich zu Pferdedienen.
I I. Die Verrczz sind Leute, welche in Gemeinsamkeit wie die KloswLeute leben, und sich der Armuth so sehr gelobet , daß sie sich nur allemvon dem überbliebenen, was von guthertziger Leute Tisch getragen wird, wnähren. Sie tragen auch so grosse Sorge, damit sie von nichts, das ein Le»ben hat,cssen mögen, daß sie nichts anders, als warmes und gesottenes W.?stser-trincken, nicht zwar der Gesundheit halber, sondern weil sie sich cu bi.den,daß das Wasser eine lebendige Seele habe, daher die'elbige durch dosFeuervorher ausgcleichtet werden müste, damit sie diese Seele nicht mir eimrmckm.
Um dieser Ursach willen tragen sie stets, wenn sie reiten,'kleine Släblein inder Hand, aus Beysorge, daß sie etwa die Seele eines Wurmes todten möch»ten, daher sie den Weg sauber:?. Sie gehen weiß gekleidet, und allezeit mitentblössetem Haupte. Sie bescheeren das Kinn, oder reisten vielmehr desHaar aus. Wegen eines besondern Gelübdes, das sie thun, ist ihnen auchdie Beywohnung der Weiber verbothen.
- 2» -Die Fekiers sind gleichfalls eine Art geistlicher Perlöhnen, welchesich die gantze Zeit ihres Lebens sehr strenger Züchtigung und Tödtung desFleisches freywillig unterwerssen. Sie schlaffen fast niemahls aus der Erde»,noch nach der Länge ausgestrecket, sondern meistentheils aus einem dicken Seil,so in die Lufft gespannet ist, und ihnen zwischen denen«Ltchenckeln durchgehet.Etliche schauen diejenige, welche mit ihnen reden, niemahls an; andere sehenin die Sonne, so offt sie scheinet, mit unverwendeten Augen. Sie Hessennoch viel andere dergleichen Gelübde, die sie auch sehr vestj und unverbrüch«-