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2 (1719) Worinne das alte und neue Asia
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Des vl'erdtön Buchs VII.

voller Götzendiener, welche eine unzahliche Menge Bilder, unter unterschiedenen und mehrentheils lacherlichen Gestalten, die mit ihren ReligionPuncten nicht übereinkommen, anbethem Denn es finden sich solche Leuteunter ihnen, welche, wenn sie einen Kieselstein oder Zahn von einem Affen au»gebethet haben, derjenigen spotten, die einer Kühe oder Schlangen göttlicheEhre erweisen. Etliche unter ihnen glauben vestiglich, daß nach ihrem Tode dieSeelen in die Leiber der Thiere fahren, deßwegen sie von diesen Thieren nichtessen wollen, aus Beysorge, daß sie die Ruhe der Menschen-Seelen versteh»ren, dergestalt, daß sie sich nur vom Brodt, Erd-Früchten undHülsengemtzerhalten. Etliche sind so abergläubisch, daß sie sich einbilden, sie verunrewgen sich, wenn sie jemand, es sey denn im Kriege, anrühren. Damit sie sichnun von solcher Unsauberkeit reinigen, so enthalten sie sich so lange des Essens,biß sie sich dreymahl in das Wasser getauchet haben. Einige sind in ihmSpeisen so gewisseichafft, daß sie von nichts anders, als was sie selbst Mich»ten, oder zum wenigsten von ihren Mummen, welche Diener ihrer Götzen sind,zugerichter worden, essen wollen.

Sie halten die Kuhe absonderlich in grossen Ehren, und in derrisrhen Einbi.dung , daß nach dem Tode die Seelen der Menschen in die Lei,ber der Thiere fahren, so stehen sie in dem Wahn, daß nur allein die Seelender Menschen, we che absonderlich fromm gewesen sind, diese besondere Key»heit haben, daß sie in den Leib einer Kube fahren.

z. Der Weiber ihr Zustand aber ist insonderheit zu beklagen : Denn49. sie müssen sich entweder nach der Manner ihrem Tode in den Scheiler»yaus»fen, in welchem ihre Leichnam verzehret werden, stürtzen, oder sie we dm surso unehrlich gehalten, daß jederman für ihnen einen Abscheu hat. Diesem»gen aber, so Kinder haben, können sich davon befreyen, wenn sie versprechen,daß sie sich nicht weiter verheyrathen wollen, und dürsten solcher gestalt nichtzu der zweyten Ehe schreiten. Man sagt, daß dieses schaffe Gesetze daherkommen sey, weil viele Manner ihren Weibern mitGiffc vergeben haben,da»mit sie andere bekommen möchten. Dannenhero bat einer von ihren Koni»gen verordnet, daß sie die Manner niemahls überleben selten, welches dennden Lauff der Vergifftung gehcmmet. Dem obngeachtet ist dasjenige, wasman aus einem politischen Äbsi'hen vest gestellet, als eine die Religion undLehre betreffende Sache fortgesetzet worden.

4. Die Anzahl der Götzendiener in Indien ist viel grösser, als derMaho»mesaner, und können dieselbige unter unterschiedenen Gattungen begriffenwerden; als da sind die krummer, die Kerrix oder k-slpoucis, dieMnisn5,die

die Lbarsclez, die Vcrreuz und die pulciei'5.

5. DieMammen rühmen sich, daß sie Nachfolger der alten Indianischen50. Philosophen waren, welche unter dem Nahmen der Brachmanen so berühmt

gewesen