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2 (1719) Worinne das alte und neue Asia
Entstehung
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Von Ost--Indien.

gewisser Stein, welcher von dem Marmor nicht viel unterschieden ist, ge»brauchet. Dieses Wort kteu; bedeutet diejenige Persohnen, die von einemVater und von einer Mutter sind gezeuget worden, worunter das eine ausPortugal!, das andere aber aus Indien bürtig ist. Die Gassen daselbst sindsehr krumm, und wird die geradeste darunter verecbao > oder l.ailon genennet.Fhre Lange erstrecket sich über funffzehen hundert Schritte, und sind zu beydenSeiten die kostbareste Laden der Gold »Schmiede und Iubelirer, oder dieHauser der reichesten Wechsel-Herren, welche gemeiniglich Portugiesen, Jta»Hauer und Teutsche si-d, zu sehen.

Die Dom »Kirche wird zu unser lieben Frauen genennet, und istderEnt»wurff derselben sehr prächtig , aber so weitlaufftig, daß sie noch nicht ausge»bauet ist. Auf der einen Seiten ist des Ertz»Bischoffs Pallast, auf der an»dem aber das lnguimic>n5-Hauß , welches ein sehr altes Gebäude, zu se»hm. Ein wenig weiter drunten ist die Lambra tte Liclacla, also nennen siedas Rath»Hauß, und in einem andern V-arcier des Königs Hospital, wel»ches über die Massen prachtig erbauet ist, und weder dem Krancken»Haußoder inlckm^io zu Maltha, noch dem Hospital zum Heil. Geiste in Rom imgeringsten etwas nachgießet, zu sehen.

Der Pallast des vice - lieget auf einem kleinen Hügel, und ist sehrweitlaufftig, auch prachtig erbauet. Vor der Haupt »Pforten desselbigen istein öffentlicher Platz, Lamp» äe p-llo genannten dem äussersten Ende aberdieses Platzes ist das höchste Gerichts» Hauß der Portugiesen in Ost»Indien.Wenn man in des vwe. Pallast gehet, findet man zur rechten Handden?mnco, oder das Gefängniß, zur lincken Hand aber sind die Proviant»und Ammunitions»Häuscr, das Zeughauß und die Schatzkammer. Diesevolckreiche Stadt hat zwar keine Mauren, ist aber durch sieben gute undstarcke Castelle verwahret, welche Vestungen diese Znsul beschützen. DerHafen zu ist einer von den schönsten der Welt, und wird, wie die Hafenzu Constantinopel und i'oulon,vor einen der besten auf unserm ttemizpbsenovon Asia, Aftica und Europa gehalten.

§' 9'

Von denen abgöttischen Völckern in Ost-Indien.

i.

14Nter denen grossen Theilen des gantzen Welt»Rundes , ist Asia4^. allein derjenige, allwo der Götzendienst und die Abgötterey am meistenim Schwange gehet. Denn in China, und insonderheit in denen beydenH>alb»Jnsuln diß»und jenseits des Meer»Busens von lZengckn, wimmelt esAnderer Theil. S voller