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§- 8»
Von dem Tempel des Amida zu Jedo.
<?>Er goldene Tempel des ^micl-r. ist der prächtigsten und schönsten einer in^^/gantz 1^0. dos Götzen-Bild ober, so darinneangebethen wird, ist dem- 'selben bey weiten nicht gleich. Dieses Ungeheuer stehet aufeiner silbernen Plat»ten, so öhnge/ehr eines halben Fingers dicke ist, und sitzet auf einem Pferde, wel- ^ches sieben Köpffe hat, deren jedes tausend 5eculn oder Jahrhundert bedeutet.
Dieses Bild hat einen Hundes-Kopff, und einen Menschen-Leib, sammteinem Lircu!. deii es mit denen Zahnen und Handen hält. Die Pferde-Decke l oj.ist über und über von Perlen, Gold und Edel - Gesteinen gesticket, und stehetvornen vordem Altar mit Buchstaben erklaret, was der gantzeAuffzug diesesGötzens bedeutet. Dieser ^micla wird von denen Japonensern, als ihrer mach-tigsten Götter einer verehret, und ist die Blindheit dieser Leute sogroß, daß sievestiglich glauben, sie erlangen die ewige Seligkeit, wenn sie den Nahmenüz ofst undviel ausiprcchen.
In der keiucion desp.krcjuz, welche in der Jnsuldzngzäi,. 1565. ge-schrieben worden, stehet, daßdie Kayftrin, des Japanischen Kayserö LvöOGemahlin, in ihrem Pallast einen Tempel gehabt, in welchem sieden ämistzUnter der Gestalt eines Jünglings, welcher aufseinem Haupt eine mitgöldenenStrahlen umgebene Krone getragen, gehabt habe. Diese Princesiin sty so an-dachtig gegen diesem Götzen-Bilde gewesen, daß sie vor demselben alle Tage mitihrem gantzen Frauen-Zimmer ihre Gebether und Gelübde verrichtet. Ausdiesem grossen Eifer habe sie ihr eingebildet, es würde dieser Götze sie erretten, esbegegne ihr auch was da wolle. Als nun ihr Gemahl durch den vianclono. undktioxinclono hingerichtet worden, so habe sie die Flucht mit einigen ihren Hoff-Damen in ein Kloster, fun sszehen hundert Schritt von Msco, genommen.
So bald man aber erfahren, wo sie sich auffhalte, sey sie zum Tode verur-theilet worden, welches sie auch ohne Entsetzen angehöret. Vor ihrem Endehabe sie an ibre zwo Töchter, welche von ihren Feinden gefangen gehalten wur-den, geschrieben. Nachgehends habe sie sich gegen die don-cr oder Pfaffen,für die Ehre, welche sie ihr erwiesen, bedancket, und sey vor dem Altar des^miciz auf ihre Knie niedergefallen, in welcher Andacht sie seinen Nahmen miterhabenenHandenangeruffemdieVergebungihrerSündcn zuerlangen.Daraufhabe der Prior des Lonvcnrs ihr die Hand auf das Haupt geleget , und imNahmen dieses Abgottes versprochen, daß ihr dieselbige verziehen und vergebenseyn sollen. Hierauf sey sie in einen Saalgegangen, allwo ihr der Hencker, nachdem sie den Nahmen des ^micis ausgesprochen, den Kopffabgeschlagen. Wirhaben die Abbildung dieses Tempels des , welcher bey der Stadt ^coAnderer Theil. O ist,