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2 (1719) Worinne das alte und neue Asia
Entstehung
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: 04 Des vierdte»! Vuchs <2ap. V.

was einem am liebsten ist, gebracht werden. Zu Ende einer jeden Gasse WnThor, wo bey der Nacht Schildwache gehalten wird. Diese muß verhindern,daß niemand von einem (Z uaruer in ein anders, darinnen es brennet, einbrachendarff, oder die Diebe dahin Zuflucht nehmen können.

§. 7.

Von dem Käyserlichcn Pallast zu Jedo.

<?>Jeser Pallast ist der schönsten einer in gantzJaponien, mit dreyen Wal'^^)len, und drey Gräben umgeben. Das Mauerwerck dieser Walle,welchessehr hoch ist, stehetman von gehauenen Steinen auffgeführet, welche von denen ,Pasteyen und Thürnett bestrichen werden können. Jeder Wall hat seine Brust« >Wehr und Zinnen. In diesem prächtigen Pallast sind viele Pforten, Höfe >und Garten. Wenn man durch die dritte Pforte kommen ist, sind viele Pallä«sie zu sehen, worunter der erste ein doppeltes Stockwerck hat. Zwischen diesemersten Pallast, und dem ersten Walle ist dieLeib«Wache, welche in drey tausendMann bestehet, und alle Tage abgewechselt wird. Der andere Pallast ist demersten gleich, ob er schon nicht so hoch ist. Zwischen diesen Pallasten stehet ein an«der schönes Gebäude, so einem Thurn ähnlich ist, darinnen die Fürsten vonKayserlichcm Geblüthe ihre Wohnung haben.

Nicht weit davon ist des Käysers Gemach, dessen vorder Theil ein grossesGezelt ist, gegen welchem über noch zwey andere von gleicher Grösse stehen. Siehaben alle drey neun Stockwcrck, welche sich wie eine oder Flammen«

Säule zuspitzen, und zu oberst zween vechbmen, so mit vergoldetem Bleche be«schlagen sind. Der Hullien^-Saal, welcher auf diesen vergöldeten Säulenruhet, ist gerade gegen dem Gezelt, welches an statt des Vorder-Theiles diesesprächtigen Gebäudes ist, über. Der platte Boden ist mit goldenem Blechebeleget, darein allerhand teuren und Landschaffren gegraben sind. Hiermitist auch die Ober-Decle überzogen, also, daß alles darinnen blincket. In die«scm Saal sitzet der Käyser aus einem von Golde und Edelgestemen glantzendenThrone, wenn erentwederdenen ausländischen Gesandten Huclien?giebet,oderaber wenn er von denen Königen und Fürsten seines Käystrrhumes den LehmEydempfanget. Ein wenig zur Seiten dieses Saales sind die Gemacher des Frau«emZimtners, welche nicht weniger sehr prächtig erbauet sind.

Der Garten dieses Pallastes ist sehr großund weit, und alles in grossemÜberfluß dariimezusinden, so daß nichts daran, was die Natur und Kunst ver«mag, gespahrct worden. Die Gänge sind durch gewisse Baume voneinanderunterschieden, und wird dafürgehaltn, daß in denen GartemBettern, derenfast unzahlich viel sind, allerhand schöne Blumen und Kräuter zu finden.

§. s.