Von dem IäpomsKen ^äyjotthum. i o i
Von diesem Hofe kommet man in einen andern, allwo man das vor»der Theil des Gebäudes gantz vor Augen sehen kan. Auf beyden Seiten ste-hen Säulen^ auf die Art von Corinrhischer Arbeit, welche einen Bau vonallerhand schönem Bild»und Schnitzwercke unterstützen. In dem Zwischen»Raum ffnd Marmorsteinerne Figuren auf zinnernen Fuß gestellet, und dieStuffcn von gleicher Materie. Jedes WinckestEck des Saales hat ein Ce»stell, welches ein rundes Gitter, das rings um den Saal gehet, unterstützet.
Das zweyte Stock'werck ruhet auf sechzehen Säulen, allwo es grosse Er»cker hat, welche alle mit doppelten Creutz-Bögen durchbrochen sind. Unterdiesen sind die ersten von dem Obdach halb verdecket. Denn dieses Obdachschiesset über die vier Ecken vor, woselbst vier fliegende Drachen von Glett-Eold stehen. Der mittlere Theil des dritten Stockwercks ist mit einem Creutz»Fenster, welches etwas schmäler, als lang ist, durchbrochen. Auf beydenSeiten stnd dieselben doppelt, und von denen Fenstern darinne unterschieden,daß sie Bogenweise gemachet stnd. Der mittlere Theil des Schlosses ist aufpersseHivisch gemachet, welcher je länger man ihn atistehet, je höher er schei»net. Oben auf hat er einen breiten und gekrümelten Krems, und auf derSpitze eine Pyramide, welche rund herum mit goldenen Aepffeln besetzet ist.Zu der Rechten und Lincken stnd ebenen, welche von zehcn grossen Säulen,die mit goldenem Bleche überzogen stnd, unterstützet werden.
Hinter denen Paletten stnd niedrige Sale,welche der vä ikv die Zeitbewohnet. Sie stnd so wunderschön, daß man dieselbe schwerlich beschreibenkan. An statt der Scheiben stnd in denen Creutz« Fenstern sehr z^rte seideneglatte Tücher, welche man von ferne für ein Eryst'll halten solte. DasEstrich ist von schwartzem, grauem und weiss m Marmor, und wird mit denenschönsten Decken, so in gantz Japonien gcmachet werden, bedecket.
Die hohen Säle stnd schier eben also geb-met, ausser, d-ß d 's Dachnicht so weit hinunter gehet, daß man die höchsten Creutz» Fenster nicht gantzsolte sehen können.
Die Heiligkeit, welche dieJaponeser ihrem V-Mo zuschreiben,ist sogroß,daß feine Fusse die Erde nicht berühren dürsten, daß ihm die Sonne nichtauf den Kopff scheine, daß ihn keine Lufft anblase, und tzaß ihn, weder derBart, noch die Hiare abgeschnitten werden. Die Speisen, welche man aufseiner Tasel austtraget, müssen allezeit in neuen Töpffen zugerichtet, m nfrischen Schüsseln auffgesetzet werden.
Wenn der Fürst aussähret, so geschiehet es jedesmahl in einer Sänssrm,welche bey nahe, wie unsere gemachet ist, deren Säulen von leistl-v-Goldestnd. .Auswendig ist der Himmel mit allerhand Figuren .gezicret, in dessenMitte eine Spitze von fünff, oder sechs gleichfalls gantz goldenen Knöpssenstehet. Diese Sänffte ist ggntz mit einem so zarten seidenen Zeuge überdecket
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