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2 (1719) Worinne das alte und neue Asia
Entstehung
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Des vlerbtstt Vuchs V.

26.

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§. 4.

Von dem Pallast des O ^ 1 k ci.

iJeser Pallast/ welcher in dem obern Theile der Stadt Kllsco stehet,

' ist in allen Stücken wunderschön. Man gehet in denselben durch ein

grosses I'orcal, welches an dem äussersten Ende seiner Decke mit übergoldetenKugeln versehen ist. Dieses llorrck stehet mitten auf einer schönen Lallen?,und zwischen acht Kammern von gleicher Arbeit, auf dessen plattem Bodender Himmel, wenn er am schönsten und Hellesten ist, zu sehen. Auf denenFenstern dieses Ganges stehet man einen grossen Haussen Bilder, welche mit. dem schönsten Vern-5 des Landes überzogen sind, und eine Fahne, woran des* Oairo Wappen von Silber und Gold gesticket.

Zu beyden Enden des Hofes sind kostbare Pallaste, darinnen dasFraum-zimmcr seine Wohnung hat. Jeder Pallast hat seine Küche, und viele Ge-macher auf ebenem Boden. Hinter der Küchen hat es eitlen überaus schonenGarten, dessev Mauer mit schönen Thürnen, welche alle bewohnet werden,bcvestiget ist. Mittel, in diesem grossen Garten stehet ein Lust 5 Garten ingestalt eines viereckichten und sehr hohen Thurns, welcher dem übrigen alleneine sonderbare Zierde giebet. In demselbigen sind anders n chrsals freundungemeine Baume, herrliche Krauter, und sehr schöne Blumen.

Mitteil unter w vielen schönen Sachen, ist der Pallast des v-m-o zu se-hen. Dieses Gebäude ist sehr hoch, und hat eine absonderliche Mauer, all-wo von einer Warte zu der andern sehr schöne gehauene Bilder zu sehensind. Man steiget zu demselbigen durch fm.ffzehen sehr breite Stuffen vongegossenem Ertz. Auf beyden Seiten ist ein Wacht-Hauß, dessen Dach rundzugespitzet , und fast gantz übergoldet ist. Au beyden Enden der ^stans hat erzween Garten, die mit einer schonen Mauer umgeben, und an denen vier Eckenvier Zelte, in Gestalt eines Achtecks, deren Decke wie eine Muschel gemachetist, gebauet sind. Oben aus die-er L-uben ist der Hmpt-Eingang allwoaebt grosse, mit Schmelywerck gezierete Säulen zu sehen, deren Capitalen derCorii'.lhischcn Arbeit, und ihr Fuß dem weissen lvt-nmor nicht ungleich ist.Das vorder Tbeil dieses Gebäudes ist viel höher, als das übrige, und aufwelche Seiten man sieh wendet, da sind v'el ungemein schöne Sachen zu sc-heu, daß die Augen kaum erjartiget werden können.

Das gantze Schnitzwerck ist weiß poliret aus einem Grunde von unpo-Zirtem Golde, welches über alle Massen schön anzusehen ist. Die Neben-Ge-bände, deren eine grosse Anzahl ist, sind eben also gezieret. Das Estreich istvon Steinen gemachet, die so wobl aneinander gefüget, und so glatt sind,daß man sie für Spiegel-Glaß ansehen solle.

Von