86 Des vierdtttt Buchs c->p. m.
Tempel und Thüri»e, welche sehr zierlich erbauet sind, und derserer vollkommensten Gebäuden im geringsten nichts nachgeben. Die paZoäe,oder der Tempel l^olinx, aber ist unter allen Gebäuden daselbst das prachtigste!Dieser stehet aufeiner Höhe, und ist von viereckigten Steinen erbauet. Mansteiget zu selbigem aufvier Stuffen von Marmor-Steinen, welche den Weg zuviel unterschiedenen Thoren anweisen, deren jedes sich gegen eine«? von denen vierHaupt-Gegenden der Welt wendet. Der Bau dieses Tempels bestehet in flmffVor-Tempeln, deren jeder auf beyden Seiten zwo Reihen Säulen von sehrglattem Marmor-Stein hat, welche so dicke sind, daß kaum zween Manner,dieselbe umklafftern können. Diese Säulen sind vier und zwantzig Elenbogenhoch, und tragen noch andere Säulen, welche von Holtz sind, und das Gewöl-be des Baues, welcher sehr prächtig getafelt ist, unterstützen. Mitten in demTempel sind zween Tyronen zusehen, welche mir Perlen und Edelgesteinen aufdas kostbareste gezierer sind. Einer ist für die unsichtbare Gottheit, welche alldaangebcthen wird , der andere für den Käyser, welcher derselben seine Opfferbringet, gewidmet. Man zahlet in diesem Tempel über zwey tausend Götzen-Bilder, deren Thore mit vergöldetem Bleche beschlagen, und wie ein Lorbeer-Blat ausgekerbet sind. Der vornehmste Zugang zu den; Tempel ist mit einembreiten und bequemen Wege gebahnet, welcher bis an den Berg, wo der Käy-ser und Könige von China Graber sind, gehet. Hieher gehöret die xxi. k^u,-.
;. Die Chineser haben im Gebrauch gehabt, die Cörper ihrer Todten zuwaschen, und ihnen köstliche und wohlriechende, jedoch aber weisse Kleider an-zuziehen , und pflegten alle Anverwandten, jeder nach seinem Rang, in tieffsterEbrerbierhung, und mit einem traurigen Gesichte, und niedergeschlagenen Ge-bahrden vor demselbigen nieder zu knien. Wenn diese Leremome verrichtetwar, so legte man den Todten in einen Sarg von einem wohlriechenden Holtze,und setzte denselben auf einen Tisch in einem köstlich ausgczierten Saal, welchesauch noch heute zu Tage zu geschehen pfleget, obgleich Cbina von denen Tartarnbeherrschet wird. Der Sarg wird mit einen» weißen Tuche, welches bis aufdie Erden herunter hanget, bedecket, und des Verstorbenen Bitdmß daraufgeleget, vor welchem sie sich gantz demüthig erzeigen.
4. In dem nächst dabey gelegenen Vor - Gemache wird ein Tisch mitbrennenden Lichtern, Brod und allerhand Speisen, eingemachten Sachen, undFrüchten vor die Opffer-Priester besetzet, welche vierzehen Tage nacheinanderLob-Gesänge singen, und ihre Opffer vollbringen, indem sie viel Weyrauch undgemahltes Papier verbrennen.
5. Wenn die vierzehen Tage verlausten sind, so tragen viertzig oder fünst-zig Personen den Sarg unter einem Sammeten, mit allerhand teuren gebil-
!>!»dete» Himmel in schöner Ordnung, und mit grossem Pracht vor die Stadt hin-aus, wobey sich alle Verwandten und gute Freunde des Verstorbenen, mit ih-
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