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2 (1719) Worinne das alte und neue Asia
Entstehung
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Von der grossen Tarearey. z 5

chesiebaldHunnen, bald ^r-c!<nennen. DieKühe dieses Landes wollen sichnicht melcken lassen, so lange die Kälber saugen,und wenn sie das Kalb nicht mehrsehen, so wollen sie keine Milch geben, deswegen denn hier zu Lande die Pferde»Milch im Brauch ist. Im Frühling und Herbst gehen diese VölckeraufdieJagd, damit sie im Sommer und Winter Fleisch haben mögen, welches sie ander Sonnen trocken machen. An statt des Brodtes sammlen sie die Bollen vondenen gelben Lilien, die sie 5srzn- nennen, und wenn sie selbige getrocknet, zuMehl reiben, und auf vielerley Art zur Speist bereiten. Die Fische wissen sieauf eine sonderbare Art mit einer gewissen Art Pfeilen zu schiessen. In ihremGottesdienst kommen sie mit denen vauren und benachbarten Tartarn überein,als worinne sich in dieser gantzen Tartarey eine grosse Gleichheit findet, ausserdaß die Mongolische Tartarn in vielen Stücken abgehen. Sie haben eine seit»fame Art einen Eyd zu schweren. Der Beklagte nimmt einen lebendigen Hund,legt denselbigen auf die Erde nieder, sticht ihm mit einem Messer unter dem limcken Fusse in den Leib, leget hernach seinen Mund auf des Hundes Wunde, undsauget ihm das Blut aus. Dieses wird vor die höchste Bevestigung der War-»heit gehalten, so, daß auch der Anklager aufsolchen Eyd, um seiner falschen Be»Huldigung willen gestraffet, der Beklagte aber loßgelassen wird. Wenn je»mand stirbet, wird er mit seinen Kleidern und Bogen unter die Erden verschar»ret, daraufSteine geleget, und Pfale gestecket werden. Sein bestes Pferdschiessen sie todt, und legen selbiges aufdie Grab«Stätte. Die Russischen Lou-verncurr bedienen sich an dieser Grantze dieser Maxime, weil sich vielerley Völckerder Gegend in den Schutz seiner Czaarischen Majestät begeben, und in Siberienhin und wieder zerstreuet wohnen, so lassen sie einige von ihren Kindern, undwenn dieselbige erwachsen, die Eltern selbst eine zeitlang auf dem ^mznllivorärczkoi oder Geissel»Hoff verwahren, und inzwischen mit Speise und Tranckwohl versorgen, zur Versicherung, daß sie nicht wieder abfallen wollen. Dievornehmsten Oerter hierinne sind:

l.) Nerxinckoi . die Haupt»Stadt am Flusse dlerx- gelegen, welchereine Viertel» Stunde unter der Stadt in den Fluß Sckllkz fliestet. Dieser Ortist ziemlich veste, und mit vielen Metallenen Stücken versehen. Esliegetaucheine Karcke Besatzung von v-mren und Russen darinne, welche theils zu Pferde,und theils zu Fusse dienen. Sie lieget zwischen hohen Bergen, und dennoch sindso viele fruchtbare Platze der Gegend, daß die Einwohner gnugsame Weide fürihreKameele, Pferde und Rind»Vieh haben. Ein oder zwey Meilen von derStadt haben die Ruisische Edelleute einen gesegneten Acker»Bau. Es wachsender Gegend auch schone Blumen und Kräuter. Das Castell, worinne dervernem wohnet, ist von Holtz erbauet. Die Einwohner dieser Stadt treibennach 8W-Handlung.

».) kabaniz, ein Schloß und Grantz»Vestung an dem See öaikol.

E » z.)kol.