z ^ Des vierdtön II.
an, welche sie gar veste angebunden. In dem Frühling und Herbst schlage»sie sich bey viel hrmdert zusammen, und gehen zu Pferde aufdie Jagd aus, nachHirschen, wilden Schaafen und Rehen, die sie ^blavo nennen. Wenn sie nunan einen Ort kommen, da sie Wild mercken, so vertheilen sie sich weit in dieRunde herum, daß sie gemachlich aufeinander zureiten, und das Wild, offtbey 100. in einem Kreiß, zusammen treiben können. Sobaldsienundemselbffgen so nahekommen, daß man es mit einem Bogen» Schusse erreichen kan, soschiesset ein jeder, so offt es möglich ist, geradezu, daher gar wenig Wild leben»dig davon kommet. Denn ein jedepIager kan; o. Schüsse nacheinander thun,und dennoch weiß ein jeglicher seine gezeichnete Pfeile wieder auszusinden. Esträgetsich dabey auch offt zu, daß in solcher Verwirrung einer den andern, wie»der seinen Willen, unvorsichtig und unversehens von dem Pferde herab schiesset,und auch viele Pferde verwundet werden. Diesem Wild wird die Haut abge»zogen, und das Fleisch von denen Knochen abgeschnittn, und hernach in derSonne getrocknet, damit behelffen sie sich eine Zeitlang, und denn gehen sie wie-der aufdie Jagd. In dieser Gegend ist wenig Peltz» Vieh ausser einigen Bahrenund Wölffen zu finden. Wenn man Ochsen, die der Gegend herum ungemeingroßsind, und Cameele zu der Reise nach China vonnöthen hat, so muß manselbige von ihnen erkauffen. Sie verlangen aber kein Geld dafür, sondern Zo-beln von bleichen Haaren, zinnerne und kupferne Becken, rothe HamburgischeTücher, OttemMe, Persianische Flock » Seide von allerhand Farben, auchunvermüntzet Gold und Silber. Ein recht fetter Ochs, der wohl 800. bisiooo.Teutsche Pfund waget, wirdvondenenlZur .1rrenum4 .bis s. Rubelser»kauffct. Ein Rubel ist so viel als bey uns zwey Thaler. Die Manner undWeiber sind groß und starck von Leibe, auch schön von Angesicht nach ihrer Art,und gleichen fast denen Einwohnern in China- Im Wintertragen sie beyder»seits lange Rocke von Schaaf-Fellen, miteinem Gürtel, der mit Eisen beschla»gen ist. Sie haben eine Gattung Mützen, die sie klzlaclmven nennen, und imWinter über die Ohren ziehen können. Im Sommer tragen ihrer viele Röckevon schlechtem rochen Tuche. Die Nagel an Handen und Füssen schneiden sieniemahls ab, und sind auch nicht gewohnet sich zu waschen. Die Jungfrauenhaben ihre Haare gantz voll geflochtener Zöpffe, die meistens vest aneinander undin die Höbe stehen, wodurch sie sich gantz verstellen, wie bey uns der Neid von de»mn Mahlern und Kupffer»Stchern pfleget abgebildet zu werden. Die Frauenaber haben nur an der einen Seite einen Zopff, welcher abwärts hanget, und mitallerley zinnernen Figuren ausgezieret ist Wenn jemand von ihnen gestorben ist,so pflegen sie den entseelten Cörper mit schön ausgezierten Kleidern , Pfeil undBogen auszuschmücken. Ihr Gottesdienst bestehet einig und allein dämme,daßsie denen todren Böcken und Schaafen, welche vor ihren Hausern auffgespiessetM, etlichmahl im Iabx, so lange sie nicht vergehen, mit dem Neigen des
Hauptes