Druckschrift 
10 (1852)
Entstehung
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seiner früheren und jetzigen Bestimmung, als Platz für den Verkauf desGetreides, noch entspricht. Die Arkaden setzen sich auf diesem links an derSüdseite fort. Bald steht man vor dem Theater-Gebäude, von wel-chem rechts nach Norden die Neubrücken-Straßc abführt, und sichbeim Neubrückenthore endigt. Beide zur Rechten lassend, und die Straße,welche jetzt den NamenBogenstraße" annimmt, in westlicher Richtunggerade weiter verfolgend, erreicht man bald den sog. Neuen Fischmarkt,einen nicht großen, viereckigen Platz, der zum Fleischverkanfe an den Markt-tagen. und zum Fischverkaufe an den Freitagen und gebotenen Fasttagenbestimmt ist. Die Arkaden zur Linken hören hier auf, und man betritteine lange nach Westen sich hinziehende Straße, welche theilweise mitTrot-toirs versehen ist, und den Namen Spiekerhof führt. Indem man denFischmarkt, so wie die von diesem nordwestlich abführende Bergstraßezur Rech en, und die vom Nordabhange des Domplatzes oder dem Horstc-bergc herabführende Straße zur Linken liegen läßt, und den Spiekerhofbetritt, gelangt man bald an eine steinerne über das Hanptbett der Aagelegte Brücke; dann auf die früher erwähnte Insel. Ungefähr fünfzigSchritte weiter führt nordwärts zur Rechten die ncucrbaute Magdale-nen-Straße auf die vom N. Fischmarkt sich hierherziehende Bergstraße,die ihren Namen von dem ansteigenden Terrain führt. Wer diesen Punkt,wo sie von jener unter rechtem Winkel durchschnitte» wird, von dem N.Fischmarkt her erreichen will, mußte vorher eine ebenfalls über das Haupt-bett der Aa gelegte steinerne Brücke passiren. Weiterhin gelangt man aufder Bergstraße zu einer zweiten aber hölzernen Brücke, die über den obenerwähnten Nebenarm der Aa, hierauf zu der rechts befindlichen Comthureider Malteser-Ritter, und zu der links befindlichen Kaserne derreitenden Artillerie, dann zum oben erwähnten Buddentburme undden Promenaden führt. Geht man am dem Spiekerbof, nachdem man dieMagdalenen-Straße rechts gelassen, noch etwa fünfzig Schritte weiter, sowird eine zweite steinerne über den Nebenarm gelegte Brücke überschritten.Hier findet, so wie bei der zuletzt genannten Brücke der Bergstraße, dieInsel ihr Ende, und die in gerader Richtung weiter führende Nosen-st raße wird erreicht. Bei dieser Brücke befindet sich eine Mühle, die denNamen der Plertenberger Mühle führt; auf dem nördlichen Geländersteht eine ausgezeichnet schöne Bildsäule des Nepomuck. Eineseitwärts zum Ueberwasser-Kirchhof abführende Straße zur Linken lassend,und das links befindliche Trottoir der Noscnstraße betretend hat man zurLinken die Mauer vom Garten des bischöflichen Seminars,zur Rechten eine neu erbauete Kavallerie-Kaserne. Bald führt wie-der eine Straße linkshin nach dem Ueberwasser-Kirchhof und der Frauen-straße. eine andere rcchtshin nach der diesseit der Kreuzschanze liegendenKaserne der Fußartillerie (der früheren fürstbischöflichen Münze)oder der Münzkaserne ab. Die westliche Richtung unverändert beibe-haltend erreicht man bald die nach Norden gerichtete Hollenbecker-Straße, und auf dieser, links nach Westen umbiegend die Kuhstraße,hierauf wieder nördlich umbiegend die Jüdefelderstraße »nd weiterhindie Promenaden und das Neuthor. Die südliche Verlängerung dieser letzt-genannten Straße führt den Namen Sandstraße, schneidet die Frauen-straße, und führt in eine gegenüber befindliche von der Frauenstraße aus-lausende enge und krumme unter dem NamenKrummer Timpen"(krumme Ecke oder krummer Winkel) bekannten Straße, die nach mehr-fache» Windungen endlich westlich auf den Bispinhof ausläuft. Gehtman von dem Rathhause nördlich, den Drubbel links, den geräumigenLamberti-Kirchhof und die Kirche rechts liegen lassend, so zeigt sichder in gerader nördlicher Richtung sich hinziehende Alte Fischmarkt,eine Straße, die den Namen von ihrer früheren Bestimmung führt. Beider bald links abführenden Seitenstraße, welche den Namen Voßstiegeführt, gegenüber der rechts abführenden Todtengasse, verändert sich derName des Alten Zischmarktes bei anfänglich noch unveränderter Richtungin den der Hörsterstraße. Diese läuft bald östlich nach dem Hörster-thore, während gerade aus nördlich die Herrenstraße nach dem altenZuchthause und dem Neubrückenthor, und links oder westlich eine enge Gasseauf den Martini-Kirchhof führt, einen sehr geräumigen die Martini-Pfarrkirche rings umgebenden Platz. Sein westliches Ende berührt unterrechtem Winkel die Neubrückcnstraße, die in ihrer weiteren Fortsetzung zum

Neubrückenthore an der rechten Seite durch das schöne Palais desGrafen von Schmising gezierr ist. Links oder südlich am West-Endedes Kirchhofs zuwendend erblicken wir auf der sich südwärts weiter zie-henden Neubrückcnstraße links das ausgezeichnet schöne Palaisdes Freiherrn von Romberg, bald darauf links das West-Ende derVoßstiege, und rechts die frühere Minoriten-Kirche, jetzige evan-gelische Kirche, mit dem davor befindlichen freien Platze, und dem süd-lich anstoßenden Hofe des Freiherrn von Böselager-Hcescn.Bald darauf ist wieder das Theatergebäude und der Roggenmarkt erreichr.Geht man von der Hauptwache südlich in die linke der beiden hier aufden Markt mündenden Straßen, so betr-tt man die in südlicher Richtungsich hinziehende Lud geristraße. Gleich beim Eingange führt von derselbenlinks ab die nach Osten gerichtete Clemens straßc, an deren östlichem Endedie Thürme der Clcmenskirche die Häuser überragen. Aufder Ludgcri-Straße hatman südlich im Hintergrunde die schöne gothische Ludgerikirche, welche manerreicht, nachdem man den Eingang zum Gebäude des sog. gesellschaft-lichen Vereins, so wie das prachtvolle Palais des Grafen vonMerveldt zur Linken gelassen hat. Ein geräumiger mit Bäumen be-pflanzter Kirchhof umgibt die Kirche, um welche herum die sich k ümmendeStraße zum Ludgerithore führt. Stellt man sich vor dieses mit dem Ge-sichte nach Norden gewandt, so hat man vor sich die schöne und breite mitTrottoirS gezierte Königsstraße, welche von der Ludgeristraße westlichliegt. Sie zieht sich vom angenommenen Standpunkte aus in fast nördlucher Richtung bis zur sog. Rothen bürg hin, und ist, wenn man dieeigenthümliche Schönheit des Marktes abrechnet, unstreitig die schönsteStraße der Stadt. Viele Gebäude von besonderer Schönheit, z. B. zurLinken die Höfe der Freiherren von Droste-Senden, von Oer,von Bevervörde, von Heeremann und von Kettelcr prangenauf derselben. Die Rothenburg, eine von der Königsstraße unterrechtem Winkel geschnittene Straße führt nun, wenn man sich rechts wen-det, wieder auf den Markt. Sie ist die zweite der beiden so eben erwähn-ten auf den Markt einmündenden Straßen, und reicht von diesem vor derKönigsstraße her in westlicher Richtung bis zur großen Infanterie-Kaserne.Diese Rothenburg, ferner der Markt, der Roggenmarkt, die Bogenstraßcund der Spiekerhof umschließen den Domplatz, durch eine Häuserreihe vondemselben getrennt, nach Süden, Osten und Norden. Die Infanterie-Ka-serne liegt am Ost-Ende des Bispinghofes, am Süd-Ende der vom Dom-platz sich heranziehenden Pferde-Stiege, und am Nord-Ende der Aegidii-Straße, und am West-Ende der Rothenburg. Ei» breiter mit Bäumenbepflanzter Platz befindet sich an ihrer Ostseite. Nach Süden gewandtbetritt man nun die Aegidii-Straßc. Fünf Seitenstraßen führen vonderselben links nach Osten ab. Die zweite derselben führt zur Acgidii-Pfarrkirche, ehemaligen Kapuziner-Kirche, an deren Nordseite sichnoch der vormalige Klostergarten als geräumiger aber wüst liegender Platzbefindet, der eben jetzt mit einem neuen Lokale Pr die Kirchspiels-Schulebebauet wird. Eine Verbindungsstraße führt von diesem weiter östlich aufdie Königstraße. Rechts auf der Acgidiistraße liegt weiter abwärts dasschöne Wohngebäude des Grafen von Landsderg-Velen. FreundlicheHäuser und Anlagen schmücken den inneren Platz vor dem Aegidiithore.Wendet man sich diesseit desselben rechts, in die nach Nord-Westen laufendeMühlenstraße, so gelangt man auf die St. Georgs-Commende (inder Münstcrschen Volkssprache gewöhnlichdie Jürgerei" genannt).Eine hölzerne Brücke führt hier über die Aa, bei ihrem Eintritte in dieStadt, in der Nähe einiger Mühlen. Zur Rechten hat man, weiter unter-halb derselben, eine zweite Brücke, die zu den Lokalen der Königl. Gar-nisonverwaltung und dem Proviantmagazin führt, die aber fürdas Publikum abgesperrt ist. Zur Linken befindet sich die Militär-Reit-bahn (gewöhnlichReitschule" genannt), und neben derselben, zwischenihr und der Brücke, ein terrassenförmig ansteigender Garten. In weiterernordwestlicher Richtung schließt sich die Straße dem West-Ende des Bis-pinghofes, und dem Ost-Ende der Neu-Straße an. Geht man von derHauptwache auf den Lamberti-Kirchhof zu, wendet sich aber unmittelbar vordemselben rechts, so erblickt man vor sich die Salzstraße. Geht manüber diesen Kirchhof in nordöstlicher Richtung, so kommt man auf denAlten Stein weg, eine lange Straße, die vom westlich liegenden Süd-