Druckschrift 
10 (1852)
Entstehung
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großen, fördernden Instituten überwies. So wurde auch das elegantePalais der Prinzessin Amalie viele Jahre lang einem sehr wohl-thätigen Erziehungs-Institut zum Gebrauch überlassen, das zum An-denken an die verewigte Königin Luise, den Namen Luisenstiftungerhielt.

Die Räume des Palais des Prinzen Heinrich, wurden nun derneuen Bestimmung gemäß, eingerichtet. Der große Festsaal im Mittel-bau blieb in seiner alterthümlichen Pracht, und wurde zur Aula be-stimmt, zu welcher er noch setzt dient; in den unteren Geschossen richteteman die Hörsäle und die Gescllschaftslokale (Quästur u. s. w.) ein; inden Seitenflügeln und oberen Stockwerken wurden die der Wissenschaftnöthigen Sammlungen aufgestellt, als das zoologische, das anatomischeMuseum, die Mineraliensammlung, u. s. w. Die betreffenden Direk-toren dieser Sammlungen haben zugleich ihre Wohnungen daselbst.Und so gehört der Bau setzt durchweg dem Institut an. Bor etwazwanzig Jahren wurde ein sehr zweckmäßiger Umbau desselben begon-nen, der theils das Aeußere etwas geschmackvoller herstellte, theils dieBedachung betraf, welche ganz in Zink geschah, theils innere Einrich-tungen anlangte. Man ist eine Reihe von Jahren damit beschäftigtgewesen, da, um die Vorlesungen nicht zu stören, die Sammlungen nichtverpacken zu müssen, nur/ehr allmählig und theilweise verfahren werdenkonnte; jetzt aber ist der ganze Bau seit manchen Jahren beendet, unddas Gebäude befindet sich in einem äußerlich sehr wohl ansehnlichen,und innerlich bequem nutzbaren und doch eleganten Zustande. Ueber-aus sehenswerth sind die in demselben aufbewahrten, oben erwähntenSammlungen, zu deren Besichtigung man sich im Gebäude selbst, beiden betreffenden Direktoren derselben meldet.

Die Universität liegt in dem schönsten Theile der Stadt, in einerseiner würdigen Nachbarschaft. Ihr zunächst befindet sich sauf unsermBildchen auch zur Linken des Beschauers sichtbar) das Akademiegebäude,in welchem die Akademie der Wissenschaften und Künste ihre Sitzungenhält, und ihre Geschäfte vollführt. Es ist dies ein ungemein weitläuf-tiger Bau, der schon von Friedrich dem ersten (noch als Kurfürst) llllw

gegründet wurde und ehemals noch zur Sternwarte, zu königlichen undMilttair-Ställen, und Reitbahnen diente. Er erstreckt sich durch zwei ganzeStraßenviertel; von den Linden bis zur Dorotheenstraße. Der Aka-demie und der Universität gegenüber liegt das Palais des Prinzen vonPreußen (s. dieses) und ihrem rechten Flügel fast gegenüber, wo sichder Eingang der Lindenpromenade eröffnet, ist am 31. Mai 1851 dieReiterstatue Friedrichs des Großen aufgestellt worden, die von hieraus den ganzen Platz, auf dem fast nur von Ihm gegründete Prachtgebäudestehn, (Universität, Bibliothek, Opernhaus, St. Hedwigskirche) über-schaut. Zunächst hinter der Universität liegt auch das in würdigemStil ausgeführte Gebäude der Singakademie, dessen künstlerische Be-stimmung ebenfalls der wissenschaftlichen des Universitätsgebäudes ver-wandt ist. Die neue Wache, das Zeughaus, das königliche Palaisvollenden die Pracht und Schönheit der architektonischen Umgebungen;und diese erhalten wiederum ihren Schmuck durch die schönen altenBäume, die, ein kleiner Wald, als Ucbcrrest des ehemaligen prinzlichenGartens stehn geblieben sind, und setzt dem ganzen Publikum zum freienSpaziergang dienen. Nur ein kleiner Theil ist eingehegt, und wirdals botanischer Garten zunächst zu wissenschaftlichen Zwecken für dasInstitut benutzt.

So erhält das Gebäude, wenn gleich es selbst, wie gesagt, nichtden schöneren Bauwerken beizuzählen ist, doch durch seine Umgebungeneine Würde und Annehmlichkeit, wie sie, so weit unsere Kenntniß reicht,keine der Hochschulen in Deutschland besitzt. Es geziemte der Uni-versität Berlin, in der äußerlichen Erscheinung eben so einen Platz erstenRanges zu behaupten, wie sie das seit den neunzig Jahren ihres Be-stehens in geistiger Beziehung gethan hat. Für das letztere geben dieNainen Schleiermacher, Fichte, Solger, Wolfs, Buttmann, Böckh,Savignp, Hufeland, Reil, Wilken, Raumer, Horn, Ruft, Hegel, Ganzund viele, viele andere eine unfehlbare Bürgschaft; sie werden alsSterne erster Größe, in allen Richtungen des Wissens, fort und fortstrahlen. Mögen die der neuesten Zeit, die jetzt am Horizont herauf-steigen, in derselben Höhe culminiren, und eben so weit in die Zukunfthinaus glänzen!