von Ravensberg.
Z?
§. XXIX.
Im Iare 1264, den 26 Brachmonat, brachte Graf Otto dieGebrüder Ludolf und Bernhard von Gesmele, Ritter , nach vorherge-gangenen Thätlichkeiten dahin, daß sie einen für ihn und seinen Bru-der Ludwig sehr vorteilhaften Vergleich zu Münster eingehen mußten.
Gesmele ist ohne Zweifel das heutige Gesmold im Osnabrückischen, sowie Vermele nun Versmold Heiset. Jene beide Brüder waren nachdiesem Vergleich unter andern gehalten, die Grafen von Ravensbergin ihren Zügen zwischen der Mass und Elbe mit hundert Mann zuFus und mit fünfzig zu Pferd, wenn sie dazu aufgefordert würden,in drei verschiedenen Malen, jedes Mal mit fünfzig zu begleiten, auchsonst in allen andern Kriegsfallen nach Vermögen zu unterstützen.Zur Sicherheit der Grafen haben sich 24 Ritter als Bürgen dargestel-let, um im Falle einer Verweigerung des versprochenen, teils zuMünster, teils zu Osnabrück nach damaliger Gewonheit Giselschafrzu leisten. Man kan sich leicht vorstellen, wie unruhig und kriegerisches damals in dem sogenannten grossen Zwischenreiche allenthalben ausge-sehen haben müsse, da auch unter der Regierung der mächtigsten Kai-ser vor Maximilian I die Reichsstände das Recht sich nach Willkühr zu,befehden sich nicht haben nehmen lassen.
XXX.
Hier ftossen wir in der Zeitfolge auf zwo merkwürdige Urkundendes Dänischen Königes Erich VI mit dem Zunamen Glipping oderdes Schlüpferigen. Sie belehren uns, daß Otto und Ludwig, Grafenvon Ravensberg, einen Bruder Johannes gehabt, welcher kurz vor, X.Xl.m,her gestorben war, und sie zu seinen Haupterben aller seiner bewegli-chen und unbeweglichen Güter in dem Dänischen Reiche eingesetzet hat»
E K te.