Das Schloß Schöna oder Schenna
bei Meran in Tprol.
An der Gränze des Merancr Landgerichtes, an dem Mc- ^sulerbach liegt in höchst malerischer Gegend die PfarrgemcindeSchöna mit einer Bevölkerung von ungefähr 1566 Einwohnern.Die Hauptkirche steht auf einem Hügel unter dem Schlosse mitherrlicher Aussicht, obschon in ihrem Innern zu klein für dieBevölkerung. Das Schloß Schöna, auf hohem Fclscnhügcl,war die Stammburg der einst mächtigen Herren von Schöna,trotzig und sturmfest die Thalgebiete der Passer und Etsch be-herrschend. Unter Margaretha Maultasche erreichten diese Ed-len den höchsten Gipfel der Macht und des Reichthums. Con-rad von Schöna war 1340 Landeshauptmann an der Etsch,sein Bruder Petermaiin, Burggraf von Tprol. Mit Wernerstarb 1356 der alte Stamm aus und die am Jnn und derEtsch reichbegüterten Starkenberg erbten dessen Besitzungen.Aber Ulrich von Starkcnberg lehnte sich gegen Friedrich IV.mit der leeren Tasche auf, und dieser rückte 1423 grimmcnt-brannt vor Schöna und bezwäng die Burg, worauf BcrnardGradner, der Günstling des Herzogs Sigmund, damit belehntwurde. Durch den Mißbrauch seiner Macht reizte er den Un-willen des Landes und mußte sich in die Schweiz flüchten, wo-durch Schöna als erledigtes Lehen an die fürstliche Kammerzurückfiel. 1566 ging es als Pfand an die tprolischen Grafenvon Liechtenstein über. Diese erbauten an die Stelle der altenBeste das jetzige Schloß mit aller Pracht und Bequemlichkeit
und unterhielten bis gegen die Hälfte des vorigen Jahrhun-dertes einen glänzenden Hofhalt daselbst, der noch jetzt im An-gedenken des Volkes fortlebt. Nach dem Ausstcrben der tpro-lischen Liechtensteine kam das Schloß in mehre Hände, bis esin neuerer Zeit Erzherzog Johann an sich brachte. Alle Theiledes Schlosses erinnern an den Liechtensteinischen Hofstaat. Ringsum den Fuß des Hügels dehnen sich weite Gemächer, einst derMarstall der gräflichen Besitzer, jetzt in Privatwohnungen ver-wandelt. In den weiten Sälen der Burg bemerkt man eineMenge Gemälde, größtenteils mythologischen Inhalts ausneuerer Zeit und Manier, dann eine Sammlung von Rüstun-gen aller Art und verschiedene Spiclwerkzeuge. Im Gartenist ein Marmorstein mit der Inschrift eingemauert: „PhilippJakob Graf zu Liechtenstein 1566." In Schöna findet derWanderer auch ein gutes Wirthshaus und vom Schlosse einehalbe Stunde einwärts liegt auf einem Borsprunge des Mit-telgebirges der freundliche Ansitz Thuru mit einer umfassendenFernsicht. Der Berg von Schöna ist überaus fruchtbar, seinFuß mit Reben bekränzt, die Mittelgebirge mit Wiesen undGetreideäckern übersäet, die Gipfel in schroffes Urgebirge aus-laufend. Der ganze Berg ist von einer großartigen' Wasserlei-tung durchschnitten, die dem ausdauerndsten Nömersinne Ehregemacht haben würde und unermeßlichen Segen verbreitet. AmRande derselben führt ein bequemer Weg in das Passcprthal.
Schloß Sigmundskron in Tyrol.
Von Botzen führt ein schöner Weg durch Weinberge undMaisfelder über eine starke Brücke über die Etsch nach Sig-mundskron. Zuerst erreicht man ein einsames Wirthshaus, einstark besuchter Ort für Abendausflüge der Einwohner von Botzen,mit den Ruinen einer Kapelle. Darüber prangt auf einemPorphyrgcbirge das Schloß Sigmundskron an der Stelle einerehemaligen Römerfeste. Es hieß früher Formigar (koimiosris),1473 ging es durch Kauf und Tausch an den Herzog Sigmundüber, der es angeblich als Trutzseste gegen die Bencdiger infurchtbaren Stand setzen ließ, in der That aber als Landsitz fürdie Jagd- und Fischereilust benützie und ihm den jetzigen Namen
beilegte. Kein Schloß in Tprol zeigt in seinem Verfalle sogewaltige Ricsentrümmer, wie dieses, ein Beweis seiner ehema-ligen Pracht und Größe. In einem kleinen Nebengebäude wohnteine Pachterfamilie und ein Thurm am Eingänge ins Burg-revier dient zur Aufbewahrung deS Pulvers für die Besatzungvon Botzen, alles Ucbrige liegt mehr oder minder in Schutt. Ge-genwärtig gehört es mit dem angränzendcn Besitzthume demGrafen von Sarnrheim in Botzen. In der frühesten Zeit wa-ren die Herren von Firmian im Besitze dieses Schlosses, derenName sogar aus Formigar entstanden sepn soll.
Das Benedictinerstift Ntarienberg und Schloß Fnrstenburg in Tyrol.
Im Landgerichte Glurns im Vintschgaue Tprols liegt dasDorf Burgeis in einem romantischen Bergeinschnitte mit unge-fähr 1666 Einwohnern. Westlich vom Dorfe zieht sich einBergcinschnitt inS Hochgebirg, hinauf, die Ruine zerstörender
Lavinen, welche vom Schafberge herunter kommen. 1487 schonverschüttete eine solche Lavine die Kirche und die unteren Stock-werke des Thurmes. Neun Jahre darauf entstand die jetzigeKirche. In neuerer Zeit wiederholten sich diese Unfälle und noch