von Steuern aller Art fast erdrückt. Als Joubert 1797 heran-rückte, bewirkte ein Kanoniker, Graf v. Brandis, daß die Brand-schatzung, welche die Franzosen der Stadt auflasten wollten, umdas Zwanzigsache ermäßigt ward. Durch die Säkularisation derBisthümer kam Brircn 1803 an Oesterreich, 1805 an Bayern.Bayern hob mehrere der bedeutendsten Stiftungen der Stadt auf.Im Spätjahr 1809, nach dem Wiener Frieden, kam Ruscamit Italienern nach Briren; die Bauern hatten an der Klauseheftigen Wiederstand geleistet, und schlössen selbst in Briren denFeind ein. Die Franzosen erhielten aber Zuzug aus Italienund sengten und brannten nun zur Rache in der Stadt und
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«^ie Geschichte dieser Stadt reicht weit in das Alterthumhinauf; vielleicht war ste schon vor der Römerzeit gegründet. AufNiederlassungen dieser Welteroberer zeigen die zu verschiedenenMalen hier und im Umkreis gefundenen Münzen hin. Vermuth-lich wurde die Kolonie Ovilabis — Ovilia, — die der KaiserMarc Aurel stiftete, die Grundlage der Stadt. Von dieser Nie-derlassung scheint eine Römerstraße nach Joviacum an der Donau,von da nach Bojadurum bei Passau geführt zu haben; andererStraßen in die Steiermark und weiter hinein nicht zu erwähnen.Uebrigens halten einige Forscher der alten Topographie jenesOvilabis für Lambach, Andere und gewiß mit mehr Recht fürWels, dessen Name mit Ovilabis zusammenhängen dürfte, wennman nicht annehmen will, der römische Namen sei aus >VieIsps,wie die alten Noriker den Ort genannt haben sollen, verdreht.Endlich stellte man auch die Vermuthung auf, sie sei erst um374 gebaut und ihr Namen aus dem des Kaisers Valenz ent-standen. Um das I. 885 kommt Deles, Vtzeles vor. Aus derRömerzcit wird im Lande ob der Enns sonst weder Präfektur,noch Municipium erwähnt, es müßte denn Lauriacum hierhergehören, welches dann aber wie Ovilia nur eine Militärkoloniewar, weil der furchtbare Krieg mit den Markomannen zur Zeitjenes Kaisers Marc Aurel Lager, Burgen und Befestigungenjeder Art dringend verlangte. Nach dem Sturze des römischenReiches sank auch Wels eine lange Zeit nieder. Die Hungarnwurven hier in einer Schlacht besiegt. Späterhin gab es Gra-fen von Wels und Lambach, die mit mächtigen Häusern ver-wandt waren. Der letzte derselben war Bischof zu Würzburg,er gab seine Grafschaft nebst vielen Gütern an das Kloster Lam-bach, worauf die folgenden Bischöse sie an sich zogen. HerzogLeopold VII. von Oesterreich und Steiermark kaufte sie zufolgeeiner noch erhaltenen Urkunde von Bischof Heinrich von Würz-burg — nämlich, wie es heißt: „weis und die Lewt und allesoaz eygen, daz da zu derselben stat gehört." Um diese Zeit undnachher wurden hier mehrmals wichtige Urkunden ausgestellt, einBeweis, daß der Ort bedeutend genug Erschien. Als HerzogFriedrich II. nach der für ihn so verderblichen Schlacht gegen dieUngarn an der Leytha 1246 gefallen war, der letzte Babenber-ger in der Blüte seiner Jahre, sollie der Bischof von Passaufür erlittenen Schaden im Krieg mit einer Geldsumme entschädigtund sofort ihm Linz und Wels mit ihren Einkünften überlassenwerden. Es kam nicht dazu, der Bischof erhob auch nie An-sprüche. Rudolf von Habsburg schlichtete iu dieser Stadt eben-falls Streitigkeiten. Nun war Wels schon befestigt; und währendes anfangs nur als Markt in den Urkunden von Lambach —1056 bis 1088 — vorkommt, erscheint eS in einer von 1128,wo ein Friedrich von Nota, königlicher Dienstherr, freien Ueber-gang über die dasige Brücke für Pilger erwirkte, bereits als eineStadt. Auch ist schon von einem Richter dieser Stadt die Rede.
ihrer Umgebung. Nochmals wurde die Stadt bayerisch und sahsich durch die neue Landcscinthcilung an die Gränze des König-reichs Italien geschoben. Erst 1814 fiel Briren wieder an seinKaiserhaus Oesterreich zurück, das es nun zu entschädigen wußte,denn 1816 wurde das Gymnasium und die Hauptschule einge-richtet, 1823 das theologische Studium, desgleichen ein Dom-kapitel mit 7 Gliedern. — Das mehrmals in der Beschreibungerwähnte Neust ist bei Briren hat Augustiner Chorhcrrn, die! zu den zehn wichtigsten Mönchsorden des Landes gehören; eswurde 1142 von Bischof Harlmann von Brircn gestiftet. DieAugustiner haben noch jetzt zahlreiche Pfarreien in der Umgegend.
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Eines Wochenmarktes am Samstag, über welchen Kloster Lambachdie Aufsicht führt, geschieht schon im 12. Jahrhundert Erwäh-nung; er wird 1328 von Kaiser Friedrich auf den Mittwoch ver-legt. Schon zwischen 1230 und 33 wird ein Ueesnus <ls 4VeI«kangeführt. Dem Stifte Lambach wurde 1287 daselbst die Mauth-sreiheit bestätigt. Oefters erschienen die Landesherrn hier, mit-unter um die Freiheiten Lambachs zu erneuern. Der Stadtunterfuhr diese Gunst 1397. Während des Hussitenkrieges unter-stützten die Bürger den Landesfürsten durch bedeutende Vorgaben,damit er Krieg führen könnte. Mehrere Landtage wurden inder Folge dahin ausgeschrieben, auch dort abgehalten. UnterKaiser Friedrich III. schoß die Stadt 1000 Gulden vor, ihn auseiner Verlegenheit zu ziehen. Für die Annehmlichkeit und Blütedes Orts spricht auch, daß sich damals mehrere Adelige zu Welsniedergelassen hatten, die aber nach üblicher Anmaßung von ihrenHäusern keine Steuer zahlen wollten, weshalb der Kaiser gebot,die Kaufe auszukunden und künftig nicht mehr geschehen zu lassen.Marimilian I. erneuerte die alten Handfesten und Freiheiten vonWels; gern weilte er da und in der Umgegend. Hier ereilte ihnam 12. Januar 1519, nachoem er schon einen Monat daselbstverweilt hatte und wegen immer zunehmender Schwäche den Ortnicht mehr verlassen konnte, seine letzte Stunde — am besagtenTage, nach 3 Uhr Morgens, im 60. Jahre seines Alters. Hierhatte er schon am 6. Januar sein Testament gemacht, wobei ersich seines Sekretärs Hans Vinstcrwald bediente; es bestimmtedie Bestattung „in Sannt Jörgen Kirchen in der Neuenstat inOesterreich," und ordnete an, daß in Wels zu Ehren des heil.Leopolds eine Kirche gebaut werde; das ganze Testament hatHormayr in seinem Taschenbuch für 1849 mitgetheilt. DieLeiche des Kaisers wurde am >6. in die Pfarrkirche gebracht, wodenn der Dominikaner Joh. Faber eine Grabrede hielt; erst am20. führte man sie unter großem Geleite nach Wien und dannnach Wiener-Neustadt, wo des Kaisers Gebeine ruhen. Inden Bauernkriegen, welche nach der Reformation auch das Landob der Enns durchwühlten wurde Wels mehrmals übel heimge-sucht. Im Dezember 1010 rückte das vom Kaiser Rudolf gegenseinen Bruder geworbene Passauervolk von Lambach her,nahm raubend, plündernd und mordend die Vorstadt von Welsein und zog dann nach Kremsmünster weiter. Auch in dem be-kannten Bauernkrieg, welcher 1626 wieder begann, gicng esschrecklich her. Von Seiten der Landesregierung wollte man dieprotestantische Lehre, welche viel Anhänger unter dein Landvolkzählte, mit Feuer und Schwert ausrotten, besonders nachdem kai-serliche Kommissäre als Ursachen der Bauernaufstände: die pro-testantische Lehre und ihre gewaltsame Nntervriickung, zugleich dieArmuth des Landvolkes und dessen Neigung zum Trunk und zuGelüsten, die man heut zu Tage kommunistisch nennen würde,angeführt hatten. Im Mai 1626 wurde Wels von den Bauern