ten Park Statt, eigentlich ein mäßig großer Platz, mit regel-mäßigen Alleen bepflanzt, in der Mitte mit einer Art vonChiosk, am Ende mit einem Tempel des Aeskulap. Außerdemselben gelangt man bergaufwärts in die schönen Lang'schcnAnlagen, welche, vom Parke bis beinahe auf den Gipfel desCalvarienbcrges reichend, unter Badens schönste Zierde gehö-ren. Zierliche Alpenhüttcn, Brücken über Felscnschluchtcn,Grotten und angenehme Sitze aus Baumästen wechseln hiermit einander ab, womit eine herrliche Aussicht verbunden ist.Gegen das Helenenthal zu bis und über das Schloß Rauhen-stein führen chie reizenden gräflich Alerandrovich'schcn Bergan-lagen, die einen äußerst angenehmen, schattigen Spaziergangbilden. Diese, so wie mehre Spazicrgängc hatten der Groß-muth des Erzherzogs Anton Vieles zu verdanken, der sie fort-während in gutem Stande erhalten ließ. Schöne Gärten gibtes in Baden in Ueberflnß, die größten sind der Gutcnbrun-ner- und der Weikersdorfer Schloßgartcn. In dem letzteren,der ganz auf niederländische Manier angelegt ist. befindet sichauch eine Kaltbade- und Schwimmanstalt, so wie ein Meier-hof, in welchem man mit Milch, Sahne und Kaffee bewirthetwird. Der Lieblingsort der Badcncr Curgäste aber ist mitRecht das reizende Helenenthal mit seinen großen Naurschön-hciten, ehrwürdigen Resten der alten und prachtvollen Werkender neuen Baukunst. Der Eingang in dieses herrliche Thalist nur eine Viertelstunde südwärts von der Stadt und es er-streckt sich in einer Länge von drei Stunden bis in das Ge-birge von Heiligenkreuz. Vor allem erwähnenswerth sind dieRuinen der drei, sich in geringer Entfernung gegenüber ste-henden Ritterburgen Nauhenegg, Rauhenstein und Scharfcnegg,wovon sich besonders erstere durch ihren sonderbaren Bau unddreieckigen Thurm von riesenmäßigcr Stärke, dann die zweitewelche auf hochgethürmten Felsen noch in voller Kraft desMittelalters prangt, auszeichnen. Scharfenegg ist jedoch nunmehr unbedeutende Ruine. Bequeme Spazicrgänge verbindendiese interessanten Burgen mit einander und die kolossalenThürme Nauhensteins und Rauheneggs kann man mit vollerSicherheit auf darin angebrachten Stufen besteigen. Spenderdieser Genüsse war ebenfalls Erzherzog Anton, der diese, sowie alle übrigen Spaziergänge des Helenentbalcs theils selbst
erschuf, theils mit wahrhaft fürstlicher Liberalität erhalten ließ.Auf dem Fuße der bedeutenden Anhöhe, welche die Feste Rau-henegg krönt, erhebt sich das herrliche Prachtgebäude SchloßWeil bürg, eine der schönsten Zierden dieses reizenden Tha-les, die Sommerresidenz des Erzherzogs Carl, 1822 imedelsten Style erbaut. Schließlich sind unter den vielen Schön-heiten und Merkwürdigkeiten des Helenenthales noch zu nen-nen : Das Felsenthor durch den Methelstein, welches beiGelegenheit der Anlegung des bequemen Fahrweges bis Hcili-genkreuz durch die Felsenmasse gesprengt wurde; der großeHolzrechen, welchem jährlich über 10,000 Klafter Holz ausweit entlegenen Wäldern zufließt; das alte St. Helencnkirchleinunter der Feste Rauhenstein; die große Hauswiese als Sam-melplatz der eleganten Welt, mehre hübsche Anlagen, die neuein altdeutscher Bauart errichtete Capelle auf einer buschreichcn,romantischen Anhöhe u. s. w. Ungefähr eine und eine halbeStunde von Baden stehen die sogenannten Krämerhütten,einst ihrem Namen in der That entsprechend und das ge-wöhnliche Ziel vieler Spazierfahrten, da man hier mit Milchund Kaffee bewirthet wurde. Seit mehren Jahren haben sichdieselben jedoch in recht artige Gebäude verwandelt, wo manmit Erfrischungen aller Art bedient wird. Weitere, höchst loh-nende Ausflüge sind von Baden aus nach Heiligenkrcuz, Söd-lau, Merkenstein mit den interessanten Burgruinen, Gutenstein,Pottenstein zc. zu unternehmen, der Eisenbahn gar nicht zu ge-denken, die in möglichst kurzer Zeit in Oesterreichs schöne Al-pengegend führt. Der elegant gebaute Bahnhof befindet sichetwa eine Viertelstunde von der Stadt entfernt, die Preise derPlätze von Wien nach Baden und umgekehrt, sind, wie folgt:Erste Classe 1 fl. 6 kr. zweite 48 kr., dritte 33 kr. Von Ba-den bis Gloggnitz: erste Classe 2 fl. 20 kr., zweite 1 fl. 45 kr.,dritte 1 fl. 10 flr. Endlich sind in Baden alle nöthigen Pro-fessionisten zu finden, eigenthümlich sind aber die daselbst ver-fertigten Ringe aus Horn, Baderingeln genannt, berühmt istdas vortreffliche Weißbrod daselbst, so wie die oft in Ricsen-format verfertigten Kipfeln, die als Wahrzeichen des Aufent-haltes in Baden häufig mit nach Wien gebracht und a» Freundeund Bekannte vertheilt werden.