stift mit öffentlicher Mädchenschule und Erziehungsanstalt, einBürgerspital, ein Theater (im Gebäude der ehemaligen Do-minikanerkirche) ein Casino, eine Schießstätte, zwei Casernenu. s. w. Das größte Gebäude ist die westlich vor der Stadterbaute Infanterie-Caserne, vormals Militär-Oeconomiecom-mission, vor welcher sich zierliche Baum- und Gartenanlagenund ank einer Wiese zwischen Alleen seit 1811 das schöne„dem Andenken des 1805 bei Dürrenstein gefallenen Feld-marschall-Lieutenant Heinrich von Schmidt errichtete Marmor-Denkmal befinden. In Krems herrscht viele Gcwcrbsbetrieb-samkeit, auch mit Wein- und Gartenbau beschäftigen sich vieleEinwohner. Der hier gewonnene Wein ist zwar nur vonzweiter Qualität, besonderer Beliebtheit saber erfreut sich derhier verfertigte Mostsenf, der unter dem Namen Kremsersenfin kleinen Fäßchen weit und breit verschickt wird. Auch derSafranbau wird hier stark betriebe». An der Krems vor demWienerthore besteht auch eine kaiserliche Salpeter- und Pulver-erzeugungs-Anstalt und in der Vorstadt Eselstein, welche unterder Herrschaft Grafenegg steht, befindet sich eine Weinessigsie-derei, welche jährlich eine bedeutende Quantität Essig erzeugt.Ehemals war hier der Handel viel bedeutender als gegenwär-tig und als der Weinhandel nach Bayern noch im Schwüngewar, bildete Krems den Stapelplatz für diesen Handelszweig.Indessen werden mit Senf, Safran, Flachs und Hanf, Obst,
*) S. Dürrenstein.
> Wein, Essig ?c. noch immer gute Geschäfte gemacht, wozu diel guten Straßen und die zwei Jahrmärkte (Jakobi den 25. Juli! und Simon und Juda 28. October) welche 14 Tage dauern,Vieles beitragen. Um Krems gibt es auch einige recht ange-nehme Spaziergänge, namentlich in der vielbesuchten, nachStein führenden Allee von Maulbeerbäumen und Pappeln, woan schönen Sommerabenden auch militärische Musik aufgeführtwird; in das schöne Kremsthal gegen Nechberg, wo eine 1826l erbaute Kettenbrücke über die Krems führt, in die schönenAuen an der Donau :c. Krems war auch der Aufenthalts-! und Sterbeort des nicht unberühmten und höchst fruchtbarenMalers Martin Johann Schmidt, der deshalb auch allgemeinnur Kremser-Schmidt genannt wird. Er verfertigte über 1606Gemälde, deren Gegenstände größtentheils aus der Religions-und Kirchengeschichte genommen waren. Seine vorzüglichstenArbeiten befinden sich in den Kirchen zu Krems und Stein.(Er war geboren 1718 zu Grafenwörth in Niederösterreich undstarb 1861 zu Krems, in welcher Stadt er sich schon seit sei-ner frühesten Jugend ansässig gemacht hatte). Da man,der großen Nähe beider Städte wegen, immer den Aus-druck Krems und Stein gebrauchte, so fand der Witz unsererVorfahren Gelegenheit, ein zwischen beiden gelegenes Kloster,das jedoch vorlängst aufgehoben wurde Und zu nennen und manverfehlt nicht, noch heute auf diesen plastischen Witz aufmerk-sam zu machen.