liche Kirche von Trient geschenkt, — wann und von wem, dieskonnte zwar in den darüber später geführten Streitigkeiten nichtermittelt werden; genug aber, daß der wirkliche Besitz schon früh-zeitig nachzuweisen war. Altmann, Bischof zu Trient, erscheintzuerst 1144 als Herr der Stadt. Ezzclino da Romano wußtedieselbe zu gewinnen, mit seinem Tode aber nahm ihr recht-mäßiger Herr sie wieder zurück. Weit länger wirkte der Umstandnach, daß Kaiser Friedrich sich ihrer bemächtigt hatte, denn dieTrienter Bischöfe konnten sie erst 1264 wieder erhalten. Noch-mals wurde sie ihnen in dem Streit mit Meinhard, Graf v.Tyrol, genominen; sein Sohn machte dieses Unrecht durch Zu-rückgabe der Stadt wieder gut. Bischof Johann v. Pistoja flüch-tete von dem Zorne Ludwigs des Brandenburgers nach Riva,welches er 1349 an Mastin Skaliger verpfändete. Dieser be-zahlte ihm damals 4000 Dukaten in Gold. Nach wechselndenSchicksalen unter verschiedenen Herrn nahmen es die Venetianer,um es zugleich völlig auszuplündern.
Unter ihrer Botmäßigkeit blieb es inzwischen nur bis 1509,in welchem Jahre die Rivaner sich von ihren Zwingherrn freimachten und unter den ersehnten Krummstab zurückkehrten. Ob-gleich der Kaiser Maximilian II. dem Orte 1575 die Stadtge-rechtsame verliehen hatte, so wanderten doch um jene Zeit sehrviele der Einwohner, aus Unzufriedenheit mit der politischen Lagedes Landes, aus und die Bevölkerung sank plötzlich tief herab.Sogar durch Pest wurde sie vermindert; in den Jahren 1512,1522 und 1630 wüthete die Seuche gräßlich. Am schlimmstenwar das letzte Jahr, weil damals zu gleicher Zeit fast ganzTyrol an der Pest litt — Riva allein soll nach gleichzeitigenNachrichten in jenem Jahr des Entsetzens gegen 2000 Bürgerverloren haben. Damals wurde die Kirche des heil. Rochus und1633 die des heil. Sebastian erbaut. Ein Pestspital war vor-her schon eingerichtet gewesen. Als im spanischen Erbfolgekriegdie Franzosen den untern Gardasee in ihre Gewalt gebracht hat-ten, erschienen sie auch mit einigen Schiffen drohend vor demHafen von Riva, mußten aber dem entschlossenen Widerstandder muthigen Rivaner weichen. Glücklicher war der Feind 1703,die Festungswerke der Stadt wurden gesprengt und nur durchgroße Geldopfer konnten die schwer geängstigten Bürger demBrande zuvorkommen. In der französischen Revolution hatten dieFranzosen, nach Vertreibung der Ocsterrcicher aus Torbole undRiva, abermals geplündert und gebrandschatzt, ja sie ließen nachihres größern Heeres Abzug noch Besatzung zurück, die denganzen Gardasee in ihrer Gewalt behalten sollte. Der Friedevon Campo Formio brachte erst diesen Drangsalen ein Ende.Kaum war 1800 der Krieg mit Frankreich wieder ausgebrochen,so wurde auch Stadt und Umgegend von ihrem Heere besetzt,das nun durch Druck und Erpressungen, Gewalt und Hohn seinschändliches Wesen bis zu dem Frieden von Lüncville forttrieb,wo sie abzogen. Man weiß, daß bald nachher alle geistl. Gütersäkularisirt werden sollten — das Fürstcnthum Trient und mitihm Riva kam an Oesterreich. Noch hatte es einmal Franzosenvom I. 1805 bis in den März 1806 zu beherbergen, dann fieles mit Tyrol an Bayern. 1809 wurde auch hier gekämpft.
Am 4. Juni machten die Franzosen den Versuch, es durch Be-schießung vom See aus in Brand zu stecken, es gelang abernicht. Nach mancher Bedrängniß und sehr großen Verlustenjeder Art, die wir jetzt nicht aufzählen können, theilte der WienerFriede die Stadt dem Königreich Italien zu. Im Oktober 1813kamen wieder die Oesterreicher hierher und nach Torbole, wo siesich auch gegen die Franzosen zu halten wußten. Endlich kamdie Stadt durch den Pariser Frieden nebst ihrem Gebiet wiederan Oesterreich.
Riva's Umgebungen bieten Gelegenheit zu reizenden Aus-flügen nach allen Richtungen hin. Einige derselben sind bereitsim Eingang unserer Beschreibung und bei der Partie über denGardasee angedeutet. Unter ven übrigen wollen wir dem Freundeausgezeichneter Fernsichten und lieblicher Landschaften nur dienach Arco rathen. Ein recht hübscher und zweckmäßiger Fahr-weg bringt uns in etwa einer guten Stunde von Riva — nord-wärts — dahin. Das Städtchen liegt in einem geräumigenThal am Fuße eines Hügels. Unmittelbar über dem Städtchenerhebt sich ein beinahe gänzlich freistehender, etwa 500 Fuß an-steigender Felskegel. Oestlich bildet derselbe eine schroffe, fastkahle Wand, an deren Fuß die Sarca vorüberbraust. Nach denandern drei Richtungen hin bedecken Weingüter oder gut gehal-tene Olivenwäldchen des Hügels weniger steile Abhänge. Obendarauf liegen die Trümmer des sonst so mächtigen Stamm-schlosses der Grafen Arco, (deutsch: Arch) die in der Geschichtedes Landes Tyrol oft, besonders aber im Jahr 1703 angeführtwerden. Außer einigen fast zerbröckelten Mauerresten stehen nochzwei leidlich erhaltene Thürme, die aber auch nicht mehr fernvon ihrem Einstürze sein dürsten. Der Eine liegt abwärts undmehr nach der Stadt zu. Der obere krönt den höchsten Punktdes Felsens und bietet nach Süden wie nach Norden ein groß-artiges Bild malerischer Aussicht. Gen Süden haben wir zuunsern Füßen die Stadt, darüber hinaus die schon benannteEbene und würden den ganzen Spiegel des Gardasees — bisin die etwa 7 Meilen entfernte Gegend von Desenzano — über-schauen können, wenn nicht der inselartig aus der Ebene auf-steigende Illonto krion einen Tbeil der Fernsicht zudeckte. Den-noch macht der langgezogene breite Wasserspiegel, vom UontsSaldo und dem Ledrothal, (oder doch seinen Bergen) eingefaßt,eine eigenthümliche Wirkung auf den Beschauer. — Nach Nor-den tritt der Contrast mit dem eben geschilderten Ausblick rechtlebhaft hervor, wir haben eine wilde Hochgebirgslandschaft voruns; zu den Füßen das untere Sarcathal, schmale, unfrucht-bare, von kahlen Felswänden eingeschlossene Thalebcne, darüberhin die Schneegipfel der westlichen Tridentiner Berge, unter ih-nen der Aonto (lgM und Aonto Londons. Den Botanikermachen wir auf die reiche Flora der Höhen bei Arco aufmerk-sam. Die Luft in den Thälern dieser Gegend ist ungemein reinund gesund; Greise dem Jahrhunderte nahe, werden nicht sel-ten angetroffen; und nach der Versicherung kundiger Aerzte sollenbesonders Kranke, deren Lungen angegriffen sind, hier bei mäßigerLebensweise eine bedeutende Verlängerung ihres Lebens hoffendürfen.