nicht todt geworfen, so erschießen ihn die Schützen. Der Bock istdann Eigenthum des Gastwirths, dem dies Fest großen Gewinnbringt. Es stammt wahrscheinlich aus alter heidnischer Zeit, dochmochte seine Bedeutung und sein Entstehen schwer zu enträthselnsein. — Wir machen noch einen Abstecher nach Brück, oderKloster Brück, V« St. östlich von Znavm in lieblicher Ebeneam linken Tajaufer. Das Schloß des Amtsortes ist das ehe-malige, nur halb vollendete Stiftsgebäude der alten Prämonstra-tenscr-Abtei Brück. Es cntbält obrigkeitliche Wohnungen, Kanzleien,Schule u. s. w. Nach der Aufhebung seit 1784 wurde es baldals Kaserne, bald als Tabaksfabrik (als welche es nach zuver-
lässigen Angaben vom I. 1823 jährlich an 27,00(1 Ctr. Tabaklieferte,) gebraucht, sogar Kriegsgefangene bewahrte man hierauf.In den Gefechten am 10. und 11. Juli 1809 erlitt es starkeBeschädigungen. Der gegenwärtige Besitzer ließ es mit bedeuten-den Kosten wieder ganz Herrichten, verband einen nahe gelegenenoffenen Park damit und erhob es sonach zu einem vielbesuchtenSpazicrgang der Städter, den eine nahe gelegene Schwimmschulenoch belebte. Das alte Stiftsgebäude — altes Schloß geheißen— läßt sich sehr genau von dem neuen, 1784 begonnenen undnicht vollendeten Stiftsgcbäudc unterscheiden.
Ktadr Mausen und Master Acben.
^->tadt Klausen — wir geben ihr das Prädikat, um sievon dem Dorfe gl. N. zu unterscheiden — heißt latein. Llusa,01u«mse, und liegt auf dem rechten Eisackufer an dem Sonncn-berge, welcher das alte Sabivna trug, 1712 Pariser Fuß überdem Spiegel des Meeres. Der Zeichner hat sonder Zweifel denpassendsten Punkt gewählt, um das Malerische der Stadt unddes Klosters mit Einemmal uns vorzuführen. Kurz vor Klausenwird das Thal durch einzelne niedere Felsen ziemlich verengt, je-doch weitet eö sich bald nachher wieder aus und gewinnt denCharakter eines Längenthals, bis es in Brircn eine derartigeErweiterung zeigt, die sich als ein trockengelegter Seeboden an-sprechen läßt. Klausen mit seiner engen und schmalen Gasse bietetnur dem Reisenden etwas Eigenthümliches, welcher von Nordenher kommend, hier mit Erstaunen zum Erstenmal die zusammen-gedrängte Bauart der italienischen alten Landstädtchen findet, dieauf schattige Kühle Bedacht nehmen muß und daher in der Ver-engerung der Gassen einem altorientalischen Herkommen folgt. Dieeinzige Gasse, zwischen den Fluß und den Sonnenberg gleichsameingepreßt, ist aus jenem Grunve so schmal, daß man sich ausgegenüberliegenden Fenstern beinahe die Hand reichen und keinWagen dem andern in derselben ausweichen kann. Beinahe amEnde derselben zeigt sich uns ein runder Platz mit den zwei Wirths-häusern, die am meisten Zuspruch haben; „die Gans" wird be-sonders empfohlen. Durch den Theimerbach wird am Südwestendedie Frag, eine Art Vorstadt, von der eigentlichen Stadt abge-schnitten. Der Bach bildete sonst die Gränze zweier Diöcesen undzweier Landgerichte, woher es denn möglich wurde, daß ganzfriedliche Nachbarn oder die Mitglieder einer und derselben Familievor verschiedenen geistlichen oder weltlichen Gerichten in der näm-lichen Sache zu stehen hatten. Diesen Uebelständen ward durchdie gegenwärtige Eintheilung leicht abgeholfen. Unfern diesesBaches ist das Kapuzinerkloster, eine Merkwürdigkeit der Stadt.
Ein Kapuziner, Pater Gabriel Pontifeser, wurde Beichtvater derPrinzessin Maria Anna von Pfalz-Neuburg, der nachherigen Ge-mahlin Karls II., Königs von Spanien. Sie nahm ihn bei ihrerThronbesteigung mit in ihr neues Vaterland und überhäufte hierseine Verdienste mit so viel Gunst, daß sie ihm schon die oberstenKirchenämter zugedacht hatte. Er wollte aber von diesem Allennichts wissen, er bat nur um die Gnade, daß seine Vaterstadtein Kapuzinerkloster erhalte. Die Königin willigte schnell ein,trug sämmtliche Kosten, und 1699—1701 wurden die Gebäudeaufgeführt. Aufgefordert von der hohen Gönnerin, weihte derBischof von Briren 1701 die Klosterkirche ein. Nicht zufriedenmit dem Bau allein schenkte die Majestät auch einige meisterhafteGemälde aus der Schule Morillo's, des großen spanischenMalers, und wohl unter seiner Leitung ausgeführt, dem Kloster.Ja sie ging noch weiter in ihrer Verehrung für den Pater. Sieließ das Geburtshäuschcn desselben, unweit des Klosters gelegen,in die jetzige Lorettokapelle umwandeln, die sie mit Bildwerkenund einem Schatze sehenswerther Gegenstände, z. B. Meßgewän-der, ausstattete. Auch die Klosterbibliothek gewann durch diekönigl. Freigebigkeit und die Geschenke Gabriels einige wcrthvolleBücher, zumal theologische und historische, die damals in Spanienerschienen waren. Unter der baierischen Regierung wurden neunder besten Gemälde des Klosters weggeholt, und so viel wir wissender königl. Gallerie zu München einverleibt. Ihr Werk zu krönen,legte die Königin ein namhaftes Kapital bei der tyrolischen Land-schaft an, aus dessen Zinsen das Kloster jährlich ein Almosenerhalten kann, so daß es nicht nöthig hat, Stadt Klausen zu be-lästigen. Der Mann, den sie durch ihre Stiftung so hoch geehrt,kehrte 1706 aus freiem Antrieb, vielleicht im Vorgefühl seinesnahen Todes, der ihn bald nachher in seinem 54. Lebensjahreereilte, in seine Heimath zurück. Arm und in beschaulicher Zurück-gezogenheit endete er hier seine Tage. Der Klostergarten gränzt