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-^er Kreis, dessen Hauptstadt Znaym bildet, enthält imS.-O. eine Ebene, flaches, nur hier und dort wellenförmigesTiefland, das an seiner Oberfläche deutliche Spuren eines ehe-maligen Meeres zeigt. Der nördliche Theil gehört dem bergigenHochlande an; das mährisch-böhmische Gebirg durchzieht ihn, sowieden Oglawer Kreis. An Quellen fehlt es, die mineralischen aus-genommen, dem Lande nicht; alle Bäche und Flüsse gehören demGebiete der March — eigentlich der Donau — an. Die Taja,an welcher die Hauptstadt liegt, entsteht bekanntlich aus der Ver-einigung der deutschen und mährischen Taja; erstere, bei Schweig-gers in Oestreich entsprungen, vereinigt sich bei Dorf RaapS mitder mährischen. Das Flußbett, das Tajathal, ist oft sehr reizendund malerisch, noch bis zum Carolinenberg bei Znaym; von hierabwärts sind die Ufer niedrig, felsig, und überschwemmen, ehesie in den Brünner Kreis tritt, bei etwas hohem Wasserstandeleicht die Gegenden umher. Die schützenden Berge in Nord undWest machen, daß das Klima im Osten mild und angenehm ist.Die Umgegend der Kreisstadt selbst bietet inzwischen auffallendeVerschiedenheit und sehr merklichen Wechsel des Klima's; im tiefernSüden, z. B. um Kloster Brück, Edelspitz u. s. w. zeigen sichschon gewöhnlich Anfangs März blühende Gewächse im Freien,aber kaum eine halbe Stunde von der Stadt gegen N. und N.-W.ist es schon raub und ungünstig für Weinbau und edlere Obst-zucht. Zu den fruchtbarsten Strichen gehört gewiß der südöstlicheTheil des Kreises, wo man auch am meisten Getreide baut. Weinwird viel gepflanzt, am meisten von fleißigen Deutschen. Diesüdliche Umgegend von Znaym gleicht — nach Heinrich — einergroßartigen Muschel, deren Ränder rings mit Weinreben bekränztsind; der Quarz, welcher sich in der Gebirgsart befindet und sichweder auslöst, noch verwittert, macht die Weinberge locker unddurchaus fruchtbar. Obst gewinnt man in vielen Sorten, vonAepfeln allein an 200 und zum Theil der feinsten Arten, Kir-schen, Birnen, Pfirsiche; die Mandel gedeiht um Znaym im Freienrecht trefflich. Viehzucht treibt man zumal in dem gebirgigenTheile, Jagdwild wurde bis in die neueste Zeit in großer Mengeangetroffen; vor dem I. 1848 sollen bei großen Treibjagen aufmanchen Herrschaften nur an Hasen 6 — 8000 Stück geschossenworden sein. Die Bevölkerung theilt sich in böhmische Mährer(auch Horaken und Podhoraken genannt) und in Deutsche; Erstere,von den Deutschen gleichsam eingeschlossen, sind Bewohner derbergigen Theile des Landes, betriebsam, mäßig, und reden einenslavischen Dialekt, der vom Böhmischen fast gar nicht verschieden
ist; die Deutschen heißen Tajaner, weil sie im Süden des Kreisesder Taja entlang wohnen. Sie werden als heftig, beweglich,aufbrausend, offen, aufrichtig, zugleich aber als sehr derb geschil-dert. Heiterkeit und Leichtsinn, Gastfreiheit und Vergnügungssucht,machen Hauptzüge ihres Charakters aus. „Einer sucht dem Anderndas Leben zu erleichtern und angenehm zu machen. Schnellnähern sie sich Fremden, machen Bekanntschaft und schließenFreundschaft. Sie gerathen aber auch leicht in Streit und Thät-lichkeiten; doch der nächste Augenblick sehnt sie wieder aus; siedenken in wenig Minuten nicht mehr an erlittene Beleidigungen,und vergessen eben so leicht ausgeübte. In der Liebe sind sieheiß und leidenschaftlich, doch wollen Einige etwas Unbeständigkeitmit bemerkt haben. Sie lieben vor allen Dingen Wein, Schmaus,Gesang und Tanz im Freien. Die süddeutschen Mährer unter-scheiden sich oft wesentlich von den deutschen Hochländern imOlmützer und von den Kuhländern im Prerauer Kreis. Diesesind industriöser und doch dürftiger, friedliebender und dem Alt-herkömmlichen ziemlich treu ergeben; jene sind wohlhabender, fröh-licher, zufriedener und behaupten die Grundsätze ihres Charaktersdeutsche Derbheit gegen Jedermann unverändert." Diesekurzen Züge, womit Heinrich die deutschen Mährer schildert,passen im Ganzen wohl auch von den Bewohnern Znayms undseiner nächsten Umgebungen. Wir geben erst einen kurzen (Über-blick über die Geschichte der Stadt, und gehen dann zur Be-schreibung über, in Beidem uns nur auf das Wichtigste undWesentlichste beschränkend.
Das Alter und der Gründer der Stadt Znaym sind nichtmit Gewißheit anzugeben. Die Burg derselben soll schon 947den heftigsten Angriffen der Ungarn widerstanden haben, alleinzwei Jahre daraus von ihnen erobert und mit der Umgegend ver-wüstet worden sein. Ein Burggraf Marquard von Znaym er-scheint 1048 urkundlich, und die gleichnamige Stadt wurde damalsschon zu den angesehensten im Lande gerechnet. Bei einer Thei-lung Mährens in der Mitte des 11. Jahrh, ward es Hauptorteines Bezirks und zugleich über anderthalb Hundert Jahre Sitzeines Fürsten. Im I. 1146 hatte sie während eines Kriegs mitdem böhmischen Herzog das Loos, gänzlich zerstört zu werden, sodaß es gegen 70 Jahre keine Stadt Znaym gab, während dieBurg unter ihren Burggrafen in den fortwährenden Kriegen sichso tapfer hielt, daß sie endlich Mittelpunkt einer neuen, auf