Druckschrift 
9 (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Rest aber nach Jschl und Ebensee geleitet wird. Die Aus-flüge von Hallstadt aus sind ebenfalls besonders interessant;von hier aus kann der Dachstein in Zeit von 12 Stunden,mit der Hin- und Zurückreise, bestiegen werden. Der Ausflugin die Gasau ist ebenfalls sehr lohnend. Bei den Ausflügenzu Fuß ist es jedoch räthlich, einen Führer mitzunehmen.Schließlich wollen wir noch eine Stelle von einem berühmtenenglischen Reisenden sHumphry Davy) anführen, welcher sichüber die Schönheiten des Salzkammerguts folgcnderweise aus-spricht:Ich kenne kein schöneres Land als die Gegenden desösterreichischen SalzkammerguteS. Die Abwechselung in denParthien, das herrliche Grün der Wiesen und Wälder, dieTiefe seiner Thäler und die Höhe seiner Berge, die Klarheitund Größe seiner Flüsse und Seen, geben ihm nach meinerMeinung einen entschiedenen Vorzug vor der Schweiz, welchees auch jedenfalls an Liebenswürdigkeit der Bewohner über-trifft.

Folgende Höhentabelle gibt die höchsten Punkte der Al-penregivn im Salzkammergute an:

Höhe über der Meereöflächein Wiener Fuß.Alenkog am Dachstein ..... 5568Ankogl, Gletscher, südl. von Böckstein 10291

Armkogl am Dachstein ..... 5832

Berwurzenkogl am Dachstein . . . 6264

Blassenberg, westl. von Hallstadt . . 6172

Dachstein, hoher ....... 9490

niederer .9313

Dachsteinwand ....... 9204

Donnerkogl, großer, am Dachstein . 6490

kleiner . 5976

Erlakogl bei Ebenste 4866

Eselstein am Dachstein ..... 8422

Flachkogl, hoher, am Dachstein . . 6798

niederer . . 6612

Gjoidstein, hoher . . 8418

niederer . . 7458

Gmundnerberg 2591

Hierlats am Dachstein 5874

Höllkogl bei Jschl 6444

Karkogl am kalten Gebirge . . . 4884

Koppen bei Hallstadt ..... 5700

Koppenkarstcin am Dachstein . . . 7578

Kothalpe bei Jschl ...... 5616

Kreuz, hohes, am Dachstein . . . 8508

Krippenstein, südl. von Hallstadt . . 6372

Lackenmirs am Dachstein . . 7 . 7164Leonsbergzinken, höchste Kuppe der

Ziemize 4990

Mittagkogl, nordöstl, von Jschl . . 5394

Ochsenkopf am Dachstein .... 6696

Otterstein .... 7080

Plassen .... 6168

Rießgang .... 8232

Salzberg bei Jschl 3154

Höhe über der Mceresfläche

in Wiener Fuß.

Salzberg bei Hallstadt . . .

. . 3348

Soorstcin am Hallstädtcrsee

. . 6324

Scheichenspitz am Dachstein .

. . 8412

Schneebergwand

. . 8904

Schrott, hohe, bei Jschl . .

. . 5490

Spitzmauer im todten Gebirge

. . 7152

Stoderzinken am Dachstein

. . 6678

Taubenken

. . 5678

Traunstcin am Gmnndnersee .

. . 5342

Wildenkogl bei Jschl . . .

. . 6270

Woising iin todten Gebirge

. . 6522

Zwölfcrkogl am Dachstein . .

. . 5976.

Obschon nicht unmittelbar zum Gebiete des oberöstcrreichi-schen Salzkammergutes gehörig, doch wie erwähnt, in neuesterZeit dem Salzoberamte in Gmunden einverleibt, sind die zweiwichtigen Salinenorte Aussee in Stehermark und Hallein imSalzburgischen und ihre Beschreibung mag daher zur völligenAbrundung der Darstellung des Kaminergutes den Schlußbilden.

Der Markt Aussee, im Judenburger Kreise Stepermarksgelegen, stammt aus dem 12. Jahrh, und veidankt seine Ent-stehung, gleich den Orten im Salzkammergute, dem Salzbau,welcher in dem eine Stunde entfernten Salzberge bereits 1147für Rechnung des Cisterzienserklosters Rain bei Gratz betriebenwurde. Aussee zählt bei 1500 Einwohner, der Markt istfreundlich gebaut, hat eine sehr alte Spitalkirche mit nicht un-interessanten Gebäuden und eine überaus reizende Umgebung.Das Vorkommen und die Gewinnung des Salzes in dem hie-sigen Salzberge ist wie in jenem von Jschl Die hier gang-baren Mineralien sind in einer eigenen im Berghause befind-lichen Sammlung zusammengestellt und dieselbe enthält ausge-zeichnete Eremplare, Ungefähr eine Stunde von dem Orteliegt Alt-Aussee. Der unmittelbar an diesem Orte liegendegleichnamige See hat eine sehr romantische Umgebung vonhohen Felswänden und gewährt gegen Sndwesi eine unbe-schreiblich schöne Aussicht auf den Dachstein, Bei niedrigemWafstrstande trennt eine Sandbank einen kleinen Theil desSees, welcher dann Öfterste genannt wird. Am genußreich-sten aber dürfte für die Bewohner von Anssee die Besichtigungder in Verbindung stehenden drei Seen: Grundela, Töplitz-und Kammcrste, aus welchen die Traun entspringt. Jederdieser drei Seen hat einen eigenthümlichen Charakter undmacht sonach auch einen verschiedenen Eindruck; schon dieGermanen sollen, lange vor unserer Zeitrechnung, dann dieRömer hier die Gewinnung von Salz betrieben haben. Vonder großen Völkerwanderung unterbrochen, tauchen die erstenSpuren des wieder beginnenden Bergbaues im siebenten Jahr-hundertc unter den bayerischen Herzogen aus dem agilolsischenHause wieder auf, von welchem Zeitpunkte der Flor diesesBergwerkes sich fortwährend hob. Die Umgebungen von Hal-lein sind sowohl interessant und romantischer, als auch inihren Produkten für den Geognosten, Mineralogen und Bota-niker reichlich lohnend.