Druckschrift 
9 (1851)
Entstehung
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Plassergütels wird in pittoresker Beziehung sehr befriedigen. !Eine der schönsten Parthien ist eine kurze Seefahrt nach deram linken Seeufer gelegenen Villa des k. k. Kastners von Ort,besonders bei Sonnenuntergang oder bei Mondlicht. Auch istdas am Ende Gmundcns an der Lambacher Straße gelegeneSchloß Mühlweg mit einem hübschen Gastgarten zu erwähnen.Gmundens Umgebungen im weiteren Umkreise bieten viele in-teressante und schöne Punkte, so z. B. am linken Ufer desTraunsees: Ort, ein schönes Dorf mit einem Land- undeinem Secschlosse, beide durch eine 400 Fuß lange Brückeverbunden. Altmünster. Ebenzweier mit einem schönenSchlosse und anmuthigen Park. Traunkirchen mit demPfarrhof und der Schule, einst Jesuitenkloster, auf einem ausdem See hervorragenden Felsen erbaut, endlich der Gmund-nerberg im Westen der Stadt, der in zwei Stunden gemäch-lich zu ersteigen ist und die kleine Anstrengung durch eine ent-zückende Fernsicht reichlich lohnt. Am rechten Ufer: Die Him-melreichwiese, eine der angenehmsten Parthien um Gmunden.Der Laudachsee in einem engen Bergkessel, höchst romantischgelegen. Der mächtige, durch seine sonderbare Form aus-gezeichnete Traunstcin, dessen Ersteigung indessen etwas be-schwerlich ist, endlich der Ausflug nach dem höchst romantischenAlbensee und eine Fahrt auf dem Traunsee, der, 63 l0 Klafterlang, 1570 Klafter breit, eine Masse pittoresker Schönheitenbietet.

Ebensec, welcher Ort sein Aufblühen der 1607 hierstattgefundcnen Errichtung eines Salzsudwesens verdankt undgegenwärtig der Sitz eines Salinen-Verwalters und einesDistricls - Commissariats ist. Den 4. Juli 1835 brannte eingroßer Theil des OrteS sammt den vier Sudhäusern ab, erhobsich aber bald wieder auS seiner Asche. Uebrigens befindet sichin Ebcnsee selbst kein Salzbau, sondern es wird hier nur dieaus den Salzbergwerken von Hallstadt und Jschl hergeleiteteSoole versottcn. Die Umgebung von Ebensee aber ist reich anherrlichen Parthien. Von Ebenste führt die Poststraße nach

Jschl, gegenwärtig dem merkwürvigsten und besuchtestenTheile des Salzkammergutcs. Der landesfürstl. Markt Jschl,fast in der Mitte des Kammergutes an dem Einflüsse der Jschlin die Traun gelegen, zählt gegenwärtig über 2000 Einwohnerund ist der Sitz der k. k. Salinen-Verwaltung und eines Di-strikts-Commissariats. Bereits bei dem allgemeinen geschicht-lichen Abrisse des Salzkammergutes wurde angeführt. daßJschl schon im 11. Jahrh, bestand und ein Salzsudwerk besaß.Trotz mehreren Begünstigungen der nachfolgenden Regentenaber wäre Jschl doch nur ein unbedeutender Ort geblieben,höchstens von einer mäßigen Anzahl Naturfreunde von Zeit zuZeit besucht, hätten ihm nicht in neuerer Zeit die Soolenbädereine ganz neue Aera eröffnet. Die beiden Salinen-Aerzte l)r.v. Wolf zu Gmunden und Dr Götz zu Jschl, unterstützt von denWiener Aerzten l)e. Malfatti, l)r. Ritter v. Staudenheim undDr. Wirer von Rettenbach riefen 1822, nach vielseitigen vor-ausgegangenen Versuchen zu Jschl ein Heilbad durch Anwen-dung der Salzsoole ins Leben, welches in wenigen Jahre» einesolche Ausdehnung und Berühmtheit erlangte, daß die Anzahlder Badegäste 1827 bereits 361, 1839 aber schon 1320 be-trug. Die Krankheiten, bei welchen sich diese Bäder besonderswirksam erweisen, sind: Gicht in allen Formen; Hysterie; Hy-pochondrie; Hämorrhoidal-Lciden; Bleichsucht; chronischer Hu-sten; Nervenschwäche; Gesichtsschmerz; Skropheln; Flechtenund andere chronische Krankheiten des Uterus und der Ovarien; weißer Fluß; chronische Leberinfarcten; hartnäckige Stuhl-vcrstopfungen; Anomalien in den Harnwerkzeugen; Bauchwas-sersucht :c. Die ganze Bade-Anstalt beschränkt sich jedoch inihrer gegenwärtigen Einrichtung keineswegs auf die Soolen-bäder im engeren Sinne allein, sondern zerfällt nebst diesennoch in mehrere Heilanstalten. Es werden nämlich, jedoch in

Verbindung mit den Soolen-Vollbädern, auch Douche-, Negen-und Sturzbäder und zwar die ersteren beiden bei Unthätigkeitder Haut, bei chronischen Rückenmarkslciden, Torpor in denUnterleibsorganen; die letzteren zur Hebung von momentanemBlutandrang zum Kopfe u. s. w. angewendet. Zur Stärkungdes Hautorgans werden Waschungen mit reiner Soole undzur Zertheilung von Unterleibsgeschwülsten Umschläge von den-selben mit sehr gutem Erfolge gebraucht. Bei chronischem Hu-sten (versteht sich ohne entzündlichen Lungenreiz), bei chronisch-rheumatischen, katharrhalischen Halsentzündungen bewies sichdas Einathmen der Salzdünste und Chlordämpfe in der offe-nen Sudpfanne als höchst erfolgreich. Hiermit vereinigt sicheine Molken-Heilanstalt, die Benutzung zweier Schwefelquellenund einer Salzquelle, welche letztere den Namen der Erzher-zogin Maria Louise, Herzogin von Parma, führt., durch derenGroßmulh die Fassung und der Unterbau der Quelle mit einemAufwande von 1650 fl. C. M. hergestellt wurde. Eine halbeStunde von Jschl entfernt, befinden sich ferner Moorbäder, be-stimmt, in Verbindung mit Soolenbädcrn bei gichtischen Eon-tracturen und Lähmungen, dann bei Nervenschwäche, angewen-det zu werden. »>-. Wirer ließ auch vor Kurzem eine Heil-anstalt mit Vorrichtungen zur Gymnastik, dann eine Schwimm-und Bade-Anstalt in der Jschl errichten, welche jedoch nichtnur zu Schwimm-Uebungen und kalten Flußbäder», sondernauch zur rationellen Anwendung von kalten Regen-, Douche-uud Salzbädern eingerichtet ist. Was endlich die Staatsver-waltung selbst zur Unterstützung dieser wohlthätigen Anstaltengethan hat und noch thut, dafür möge die Errichtung derneuen Dampfbäder als Maßstab dienen. Es wurde nämlichdie Aufführung eines Dunstbad-Gcbäudcs mit einem Aufwandevon 10,000 Gulden C. M. auf Kosten des Staats, bewilligt.Diese Anstalt bildet einen neuen Zubau zu dem zweiten Sud-werke der Jschler Saline, ist in den schönsten architektonischenFormen ausgeführt und höchst zweckmäßig eingerichtet. Ebenso elegant und entsprechend ist auch das von einem Privatengegründete Soolenbad. Gebäude mit einem Conversations-saale, dann die nahe Molken-Anstalt. Ein Theater sorgt fürdie Unterhaltung des Abends, besonders bei schlechter Witte-rung und an dem neuen Badehause an der Traun wurde auchein zweckmäßig eingerichtetes Casino neu erbaut Unermeßlichreich, schön und abwechselnd ist die Natur um Jschl ausge-stattet und die reizende Gegend umher übertrifft an Schönheitund Großartigkeit vielleicht jene aller anderen Badeörter inEuropa. Im Norden von dem Höllengebirge mit dem großenund kleinen Höllkogl und dem Feuerkogl; gegen Norden vonder Zinriy mit ihren zwei Gipfeln, dem Leonsbergzinkcn undGertenzinken und deren Ausläufern; im Südosten vom Salz-berze und gegen Osten u. Nordosten vom Wildenkogl, Brach-berg, Mittagkogl, Rosenkogl, von der hohen Schrott und nochvielen andern majestätischen Hochgebirgen umgeben, bildet Jschleinen Eentralpunkt von pittoresken Schönheiten, welcher demReisenden überhaupt, insbesondere aber dem Badegaste beieinem längeren Aufenthalte ein reiches Feld zu abwechselndenAusflügen und Parthien darbietet. Die Umgebung Jschls,vom Markte und seinen nächsten Punkten aus, gewährt einereiche Gallerie von herrlichen An- und Aussichten, zu derenBesichtigung man allein mehrerer Tage bedarf. Jeder dieserPunkte ist durch einen Tempel, durch eine Eremitage, durcheinen einfachen Sitz oder sonst eine Anlage bezeichnet, derenErrichtung theils von einzelnen Personen, theils aus dem so-genannten Verschönerungsfonde bestritten wurde und welcheauch gewöhnlich den Namen der Stifter tragen, wodurch dannfreilich, wie leider in den meisten Badeörtern eine Reihe wun-derlicher und affectirter Beinamen entstand, so z. B. ElisensRuhe, Magyarenbank, Sophienssitz, Dolka's Abendsitz, Mal-fatti's Himmel, Carolinens Panorama, Potocka's Erbauung,