Gewinnung des Salzes durch den Bergbau und des Sudwe-sens betrachtet werden. Nachdem in Folge einer zwischen Al-brecht I. und dem Erzbischofe Conrad von Salzburg über dieSalzwerke von Gosau entstandenen Fehde der in der Gegendvon Hallstadt gelegene Flecken Traunau und das ganze Salz-werk im Gosauthale zerstört und in dem dießfälltgcn Friedens-schlüsse bestimmt worden war, daß diese Werke nicht mehr er-baut werden sollten, ließ Elisabeth den Markt Hallstadt miteinem Pfannhause autführen und veranlaßte die bergmännischeAusbeutung des Hallstädter Salzberges. Zur Beförderung desSalzhandels verlieh Elisabeth mittelst Lehcnbriefes vom 21.Ianuar 131! den Hallstädtcr Bürgern Mitterwiesen, Otter,Pötschncr, Ottsenlcin und Berchthold Secau die sogenanntenJunkher-Rechte. wodurch dieselben und ihre Erben befugt wa-ren, in ihren Behausungen 12 Salzpfannen, welche vermuth-lich Anfangs sehr klein waren, zu errichten, daselbst die Salz-erzeugung aus der ihnen verabfolgten, herzoglichen Salzsooleaus eigene Kosten zu betreiben und vom Hofe dafür zum ('ohnedas siebente Fuder zu beziehen. Dem Hallstädter Salzwesenwurde der Hofschrciber der Kaiserin Elisabeth vorgesetzt, woherder Name des nachmaligen Hofschreibcramtes, welches unterdiesem Titel noch bis zu Ende des vorigen Jahrhunderts bestand.Friedrich der Schöne bestätigte und erweiterte in der Folge alleauf den Salzbau und Salzbandel Bezug nehmenden Privilegienund 1333 unter Albrecht II., dem Nahmen, geschieht bereitseines Salzamtmannes zu Gmunden und eines Hofschreibers undBergmeisters zu Hallstadt Erwähnung. Kaiser Friedrich III.vermehrte die Privilegien von Gmunden und den übrigen Or-ten des Kammcrgutes, erhob Jschl zu einem Markt, verbot dieEinfuhr des fremden Salzes und trug durch diese Anordnungenzur Vermehrung des Salzhandels wesentlich bei. Der nach-malige Kaiser Ferdinand 1. erließ 1524 als Erzherzog vonOesterreich die erste Salzwesensordnung und erklärte, daß derBau des Salzes künftig auf Kosten und für Rechnung desStaatsschatzes betrieben werden sollte. Die obenerwähntenJunkhcrrn-Rechte gingen dadurch zwar verloren, wurden jedochvon der Krone eingelöst und die Betheiligtcn entschädigt. 1562wurde der Salzberg zu Jschl entdeckt und 1571 unter KaiserMaximilian II. daselbst ein neues Sudhaus erbaut. Diesem folgteunter Kaiser Nudolph II. 1596 die Errichtung eines neuen Geld-wesens zu Ebensee, wo 1697 auch ein neueö Pfannhaus erbautwurde. Allein nicht nur die Gewinnung und Bereitung, son-dern auch die Verfrachtung und der Handel mit dem gewon-nenen Salze wurde frühzeitig durch entsprechende Vorschriftengeregelt. Zwei und dreißig Bewohner von Hallstadt, Laufen,Jschl und Gmunden erhielten die Salzfertiger-Rechte als aus-schließende Berechtigung zur Verpackung und Verfrachtung desKleinkufensalzes auf der Traun und Donau nach Niederöster-reich. Diese Salzfertiger-Rechte bestanden bis 1778, wo sieden Berechtigten gegen eine noch jetzt fortlaufende Entschädi-gung abgenommen wurden. Gmunden, als Hauptstapelplatz desSalzhandels, insbesondere für Oberöstcrreich, besorgte auch denGroßkufenhandel nach Böhmen, worüber früher mit Bayernund Salzburg Streitigkeiten bestanden. Diese wurden jedochauf dem Reichstage zu Augsburg 1534 und 1597 durch eineeigene Commission ausgeglichen. 1666 wurde zu Gmundenein eigenes Großkufenhandclamt errichtet, wodurch die Stadtdiesen Betrieb gegen eine jährliche Entschädigung von 2260Gulden verlor, welche aber später auf 1506 Gulden herabge-setzt wurde. Durch die Kaiser Ferdinand II. und III. wurdendie früheren Privilegien bestätigt. Leopold I. und Karl VI.brachten den Salzhandel auf eine hohe Stufe.
1743 wurde das Salzamt in Gmunden zu einem Salz-oberamte erhoben und 1798 in Ebensee zwei neue Sudpfannenerrichtet, um durch zweckmäßige Ausbeutung mit den Jschlcr undHallstädter Salzminen gleichen Schritt zu halten. In neuerer f
Zeit endlich wurden die Salzwerke zu Aussee in Stepermark undzu Hallein im Salzburgischen dem Salzoberamte in Gmundeneinverleibt, welch' Letzteres eine neue Organisation und erwei-terten Wirkungskreis erhielt. Es besteht aus einem Collegiumvon sechö Bergräthe» und einem Negierungsrathc unter demVorsitze eines k. k. Hofraths, welcher den Tirel eines Salz-oberamtmanns in Oesterreich ob der Enns, Stepermark undSalzburg, Inspektors der k. k. Grafschaft Ort und Obcrpfle-gers der k. k. Herrschast Wildenstein führt. Der Wirkungs-kreis dieser Stelle umfaßt das gesammte Berg-, Hütten-,Forst-, Oekonomie-, Transport-, Bau-, Sanitäts- uuv Eassa-wesen, dann alle politischen Gegenstände des Salzkammerguts.
Die Gewinnung und der Verkauf des Salzes ist in derösterreichischen Monarchie ein Staatsmonopol, welches jedochden übrigen Monopolen gegenüber in einem beschränkten Um-fange ausgeübt wird, indem der Handel mit Salz seit 1824frei gegeben ist, d. h. gegen Beobachtung der Gewerbsvor-schriften; von Jedermann und nicht wie bei dem Tabak-, Pul-ver- und Salnitcrmonvpol, nur durch eigene, vom Staate auf-gestellte Verschleißer betrieben werden darf. Die wichtigstenPunkte und Ortschaften im Salzkammergute sind folgende:
Gmunden. Diese landcsfürstliche Stadt liegt am nörd-lichen Ende des Traunsees, erscheint urkundlich erst im An-fange des 13. Jahrh, m der Geschichte, erhielt von HerzogNudolph IV. 1301 einen Wappenbrief und war, wie erwähnt,von jeher ein Hauptstapelplatz des Salzhandels. Hierin fandsie in der Stadt Enns eine wichtige Nebenbuhlerin, mit wel-cher sie deshalb in vielfachem Kampfe lag. Schon Herzog Al-brecht II., der Lahme, suchte diese Streitigkeiten zu vermitteln,aber erst Kaiser Friedrich III gelang es, sie gänzlich zu been-digen. Er bestätigte 1465 der Stadt Gmunden alle früherenPrivilegien, welchen Maximilian I. 1494 noch die Verleihungdes Acht- und Banngrrichts beifügte. Im Bauernkriege ver-loren die Nebellen, an 10,660 Mann stark, eine Schlacht gegenden Grafen von Pappenheim, wobei 4006 der ihrigen bliebenund bei PinSdorf begraben wurden, wo man noch einen überihre Ruhestätte aufgeworfenen mächtigen Hügel sieht. Gegen-wärtig hat Gmunden 3460 Einwohner und ist, wie bereitserwähnt, der Sitz des k. k. Salincn-Oberamtcs. Auch befin-det sich hier ein Dekanat, ein Kloster der Kapuziner und einsder Carmeliterinnen. Die Stadt ist amphitheatralisch hart amUfer des Sees gebaut, gewährt, besonders von dem letzterenaus betrachtet, einen sehr romantischen Anblick und besteht ansder eigentlichen Stadt und sechs kleinen Vorstädten. Diezahlreiche Menge der während der Badesaison ab- und zuströ-menden Fremden, von welchen manche auch hier die Soolen-bäder in der sehr bequem eingerichteten Bade-Anstalt gebrau-chen, geben der Stadt einen sehr lebhaften Charakter, welchersich besonders zur Zeit der Ankunft und Abfahrt des Dampf-bootcs kundgibt.
Sehenswürdig sind in Gmunden das Modellenkabinet unddie Fassel-Manipulation. Ersteres befindet sich im k. k. Salz-oberamtsgebäude und enthält außer plastischen Darstellungenmehrere Hallstätter Gegenden, die Modelle aller bei der Salinenothwendigen Maschinen und Werke, dann eine vollständigeSammlung der durch den Bergbau gewonnenen Erzeugnissedes Mineralreichs. — Die Fassel-Manipulation zunächst desRathhauses gewährt die interessante Kenntniß der Verfertigungjener Gefäße, in welchen das Sudsalz zum Theil versendetwird. In dem herrlichen Theresienthale an der Traun liegteine großartige Kammgarnspinnerei. Die schönsten Punkte inder unmittelbaren Nähe der Stadt sind: Der Kalvarienberg;die Wunderburg, — eine Burgruine aus dem 13. Jahrh., — jetztin einen niedlichen Park umgestaltet; vor Allem aber die Tu-schenschanzc mit einer neuerbauten, herrlichen Villa und einemParke. Auch der Besuch des Bränerö im Kogl, dann des