stein gebaut, bei dessen Sprengung man mehrere ausgezeichnetschön gezeichnete Quarzadern fand. Sehr lohnend ist übrigensdie Aussicht, welche man sowohl vor als rückwärts der Kirchegenießt. — Am rechte» Donau-Ufer ist einer der reizendstenPunkte der Marimiliansthurm, Derselbe ist auf dem eineViertelstunde von der Stadt entfernten Freinberge und entstandauf folgende Weise: Der Erzherzog Maximilian von Oester-reich-Este faßte den Plan zur Anlegung eines befestigten Lagersum Linz nach einem von ihm erfundenen Systeme und beschloßdemzufolge, einen jener Thürme, aus welchem die beabsichtigteLagerkctte bestehen sollte, auf dem Frcienbcrgc znr Probe zubauen. Dieß wurde 1828 bewerkstelligt, und der Thurm nachseiner Vollendung 1829 einer probeweise» Beschießung in Ge-genwart des Kaisers Franz unterzogen, worauf bei dem voll-ständig befriedigenden Erfolge die Anlegung der beabsichtigtenBefestigung die kaiserliche Genehmigung erhielt. Da jedochder Umkreis der neuen Lagerkettc dergestalt erweitert wurde,daß der Probethurm innerhalb des Rapons derselben zu liegenkam, und dadurch seine Verwendbarkeit vom fortisikatorischenStandpunkte des neuen Systems verlor, so beschloß ErzherzogMaximilian, welcher diesen Thurm ohnehin aus eigenen Mit-teln und auf seine Gefahr erbaut hatte, ihn zu einem Palaisim gothischen Geschmacke nmzuschaffen und durch den Zubaueiner kleinen Kirche, dann durch eine englische Gartenanlagezu verschönern. 1837 überließ es der Prinz, wie bereits er-wähnt, den Jesuiten. Die Besichtigung der Kirche, sowie desThurmes selbst, welche letztere von den Vätern der Gesellschaftjeder Person männlichen Geschlechts mit der größten Bereit-willigkeit gestatt« t wird, gewährt mannigfaches Interesse, be-sonders genießt man von dem Plateau des Thurmes eine ent-zückende Aussicht, die noch jene vom bereits erwähnten Jäger-mayer bei Weitem übertrifft. Als Rückweg zur Stadt ist dasrückwärts des Jägermaycrs gelegene romantische Zauberthal zuempfehlen, durch welches man über den Kalvarienbcrg mit derKavelle Maria-Thal uud über St. Margarethen am rechtenDonau-Ufer längs der Badchäuscr und über den erst in neue-rer Zeit erbauten Quai in einer Stunde die Stadt erreicht. —Die neuen Festungswerke, deren Bau 1830 begann und 1836beendigt wurden, bestehen aus einer Kette von 48 bomben-festen Thürmen, Vorwerken und Batterien, welche die Stadtin einem Halbmesser von beiläufig 3000 Klaftern umkreisen.Der von der Stadt eine halbe Meile entfernte, bereits voll-ständig ausgerüstete Thurm Nr. 1. an der Wienerstraße, istden Fremden, gegen die von der Militärbehörde früher einzu-holende Erlaubnißkarte, zur Besichtigung geöffnet, wo man vondem jeweilig dienstthuenden Artillerie-Militär erschöpfende Auf-schlüsse über das ganze Befestignngs - System erhält — DerVolksgarten, eine englische Anlage, mit einem Salon nach demMuster des Wiener Volksgartens, befindet sich am Ende derLandstraße, unmittelbar an der Stadt. Er ist bereits zur Lieb-lingspromenade geworden und man wird auch mit Erfrischungin demselben bedient. - Kleinmünchen, eine Stunde östlichvon Linz, ist seit wenig Jahren zu einem merkwürdigen Fa-briksorte emporgeblüht. Hier befinden sich eine sehr thätigbetriebene Kattun-Druck-Fabrik, drei Baumwollengarn-Spinn-fabriken, eine Firniß- und Malerfarben-Fabrik und eine Tep-pichfabrik mit der dazu gehörigen Streichgarn-Spinnerei undFärberei. Sie liefert ausgezeichnet schöne Teppiche, welche in Be-zug auf Geschmack und Farbenschönheit bereits großen Ruf, weitüber die Grenzen des österreichischen Kaiserstaates gewonnen ha-ben. Herrliche Wasserkräfte unterstützen die bereits hoch gestiegeneIntelligenz dieses Ortes und über 1000 Menschen finden da-
durch ihr Brod. — Auf einem Seitenflügel der nach Gnundenführenden Eisenbahn gelangt man zu dem am Ausflüsse derTraun in die Donau gelegenen Dorfe Zylau, wo sich wegenhier Statt findender Verladung des ans dem Salzkammerguteauf der Traun ankommenden Salzes ein Stationsplatz derEisenbahn befindet Die Gegend ist hier sehr schön und be-sonders die Aussicht aus dem oberen Stockwerke des neu eta-blirtcn Gasthauses reizend. An dem entgegengesetzten Ufer derDonau liegt das Städtchen Steyeregg mit einem alten undneuen Schlosse, welch' ersteres schon 1136 als Eigenthum derKiieiiringer vorkommt und 1.80 von Albrecht dem Kuenringeran Ulrich von Kapellen verkauft wurde. 149g starben dieKapellen aus und Steyeregg kam an Heinrich und Christophvon Liechtenstein, 1569 an Christoph Jörgcr von Tollet, end-lich an David Ungnad von Weißenwolf als Mitgift seinerBraut Elisabeth Jörger und blieb seitdem iin Besitze der Gra-fen von Weißenwolf. Der Rückweg von Zylau über St. Pe-ter ist sehr angenehm und kann in einer guten Stunde zurück-gelegt werden — Entferntere Ausflüge sind von Linz ausnach dem alten, merkwürdigen Cisterzienserstifte Wilhering(.1 Meile); nach Chorherrnstifte St. Florian s2 Meilen); nachdem reichen Benediktincrstifte Kremsmünstcr (4 Meilen); ainlinken Donau-Ufer aber nach dem alten Schlosse Wildberg(1 Meile» und dem Badeorte Kirchschlag (>'/, Meile), nachdem Badeorte Müllacker (2 Meilen) :c. zu machen. Zur leich-teren Communication in das k. k Salzkammergut und in dieoberen oder untere» Donangegenden dient die Eisenbahn unddie Dampfschifffahrt. Erstere wurde durch den Ritter vonGerstner 1824 zuerst zum Behufe der Communication zwischender Donau und Moldau von Budweis bis Mauthhausen ge-gründet, 1832 aber über Lest nach Linz geführt und 1834von da bis Gmunden fortgesetzt, 1836 vollendet. Die Längeder Bahn von Budweis nach Linz beträgt 17, von Linz nachGmunden 9, die Gesammtlänge also 26 österreichische Meilen.Die erste Distanz wird längstens in 13, die letztere in 6Stunden zurückgelegt. Die Bahn selbst besteht aus eisernenSchienen, welche auf einer hölzernen Unterlage befestizt sind;sie ist eine einfache Bahn mit Answeichplätzeu und wird nurmit Pferden befahren. Die Benutzung der Dampfkraft wäreauf der Strecke zwischen Budweis und Linz wohl mit unge-meinen in den Terrain- und andern Verhältnissen begründetenSchwierigkeiten verbunden. Auch zwischen Linz und Gmundenmüßte eine bedeutende Verstärkung des Unterbaues und berSchienen zur Anwendung deS Dampfes bewerkstelligt werden,was indessen im Interesse des Publikums höchst wünschcnswerthund wohl auch der Unternehmung nur vortheilhaft sein dürfte.Uebrigens besorgt diese Eisenbahn sowohl den Waaren- alsPersonentransport und war das erste Unternehmen dieser Artin Deutschland. Die Fahrt von Linz nach Gmunden geht vonden beiden Bahnhöfen in Linz an Villen und Bauernhöfenvorüber, bis die Eisenbahn in der Nähe des Bcfestigungs-thurmes Nr. 1. die Poststraße zwischen Linz und Wie» durch-schneidet und an diesem Punkte einen Flügel östlich nach Zizlauentsendet, während die Richtung nach Gmunden eine südwestlichewird und bleibt. Bis nach Wels läuft die Bahn parallel mitder Poststraße und durchschneidet die Welserhaide. Die ersteStation ist Neubau, zugleich eine k. k. Poststation, die zweiteWels und von da geht sie dem Benediktinerkloster Lambachund dem Traunfall vorüber nach Gmunden, von wo sich so-dann der Weg in das merkwürdige k. k. Salzkammergut hin-zieht, dessen reizende Einzclnheiten der Gegenstand unserernächsten Beschreibung sein werden.