und den malerisch sich windenden Donaustrom. Große Plätzezählt Linz nur drei, den Hanptplatz, die Promenade und denPfarrplatz Der Erstere bildet ein längliches, ziemlich regel-mäßiges Viereck von 125 Klaftern in der Länge, das mitschönen und hohen Häusern von 3, 4 bis 5 Stockwerken hoch,umgeben ist. Ihn ziert eine schöne Dreifaltigk itssäule, die1723 durch den salzburgische» Hofstatuar Sebastian Stnmpfeg-ger erbaut wurde. Sie ist, gleich dem am unteren Theile desPlatzes befindlichen Springbrunnen aus weißem Marmor vomUntersberge bei Salzburg, ein Werk von bedeutendem Kunst-werthe. Die Promenade bildet einen mit Platanen bepflanztenBaumgang um das Landhaus und das Negierungsgebäude,woselbst sich mehrere Bänke und ein hölzerner Pavillon befin-den. Den Pfarrplatz umgeben die Pfarrkirche, der Dechanthofund das Schulerthürl. Linz hat in Allem 10 Kirchen, wor-unter die Domkirche die vorzüglichste ist. Es ist dieses die ehe-malige Jcsuitcnkirche, wurde 1670 erbaut und 1783 zur Dom-kirche erhoben. Es ist ein großes, gefälliges Gebäude mit zweiThürmen, deren Kuppeln mit Kupfer gedeckt sind. Das In-nere ist mit Stuckaturarbeit geziert und hat in der Höhe 12,in der Länge 28 Klafter. Man trifft in derselben sieben Al-täre, zwei Sakristeien und eine Nebenkapelle zu Ehren desheiligen Johann von Nepomuk. Der Hochaltar ist von seinerMarmorarbeit mit einem kostbaren, sonderbar geformten Taber-nakel. Das Hochaltarblatt, Maria Himmelfahrt vorstellend, istvon Anton Ballucci einem vcnetianischcn Maler (starb 1726)gemalt. Die Orgel ist schön und groß, in der St. Johann-Kapelle sieht man außer dem Altare die Grabmäler von fünfDompröbsten. In der unterirdischen Gruft befindet sich eingemauerter Altar, auf welchem die Jesuiten am Allerseelentagefür ihre verstorbenen Mitbrüdcr celebrirten und der kupferneSarg der Erzherzogin Elisabeth, dritten Tochter der KaiserinMaria Theresia und Aebtissin des adeligen Dameninstituts zuInnsbruck, welche, als letztere Stadt 1805 von den Feindenbesetzt wurde, längere Zeit in Linz wohnte und im September18<18 daselbst starb. Auch befinden sich mehrere alte Grab-mäler in dieser Gruft, z. B. der Grafen von Herberstein undWeißenwolf w. — Die Stadtpfarrkirche ist ein durch ihr Alterehrwürdiges Gebäude, sie stand schon 1286 auf dieser Stelle,wurde jedoch 1440 von Kaiser Friedrich III. neu erbaut und1580 abermals neu hergestellt. 1663 wurde der Thurm er-baut und auch in der Folge noch manche Renovation gemacht,die größte 1822, wo sie sowohl von Innen als Außen zweck-mäßig verschönert, der Thurm neu hergestellt und dadurch dasharmonische Geläute der fünf Glocken bedeutend erhöht wurde.Diese Kirche mißt 50 Fuß in der Höhe, 26 in der Länge, 15in der Breite, die Decke wird von sechs gemauerten Pilastcrngetragen, wodurch sich im Innern die Gänge bilden. DerPlafond des Prcsbpterinms ist von Altomonta in Fresko ge-malt. Der freistehende Hochaltar enthält ein Altarbild von CarlNcslfeld (starb I69!H, die Himmelfahrt und Krönung Mariensvorstellend. Die etwas überladenen Schnitzwerke um diesenAltar sind von einem hiesigen Bildhauer, Jgnaz Hübler. Linksvom Hochaltare sieht man einen rothen Marmorstcin mit einerlateinischen Inschrift zu Ehren des Kaisers Friedrich III. einge-mauert, worauf das kaiscrl. Wappen trefflich gearbeitet ist undunter welchem das Herz und die Eingeweide dieses Monarchenaufbewahrt werden. Außer dem Hochaltare hat die Kirche nochsieben andere Altäre mit Gemälden von Altomonte, Sandrartund Campi. Die herrliche Orgel verfertigte der berühmte Or-gelbauer Hans Egcdacl er aus Salzburg. Unweit von dieserKirche befindet sich das DekanatshauS, worin der jeweiligeStadt-Dechant und Pfarrer mit den drei Dom - und Stadt-pfarr-Kaplanen ihre Wohnung haben. — Die ehemalige Mi-noritcn-, jetzige Landhauskirche in der Klostergassc hat einschönes Schiff mit hübscher Kanzel und acht Altären. Der
Hochaltar stellt Mariä Verkündigung von Altomonte vor, umwelches Bild sich gute Schnitzarbeiten mit reicher Vergoldungbefinden. — Die Kapuzincrkirche sammt Kloster im sogenanntenWeingarten wurde 1606 nach gewöhnlicher Art erbaut. DasKloster besitzt übrigens ein Convent mit mehreren guten Bild-werken aus der Ordensgeschichte und einen gewölbten, mitweißem Marmor gepflasterten Bibliotheksaal von 10 bis 12000Bänden, worunter sich auch Daevitiei befinden. In der unter-irdischen Gruft sind 19 theils kupferne, theils eichene Särgevon der gräflichen Familie von Stahremberg, so wie ein gutconservirtes Monument deS berühmten Feldherrn Montecnculi,unter welchem dessen Eingeweide beigesetzt sind. — Die Kircheund das Kloster der Barmherzigen sammt Spital in derHerrngasse. Dieser Orden fand 1757 Aufnahme in Linz,1789 wurden sie in das gegenwärtige Lokal aufgenommen,welches früher Carmeliter-Nonnen bewohnten. Die Kirche isteinfach und reinlich, sie hat zwei Altäre und mehrere recht in-teressante Malereien. Die Krankensäle sind sehr gut eingerich-tet. Auch befindet sich eine Anstalt für Irre, Wahnsinnigeund Wasserscheue allhier. — Kirche und Kloster der Carmeliteran der Landstraße, 1674 durch einen Freiherrn von Kaiser-stein gestiftet, besitzt schöne Altäre und Gemälde, auch eineBibliothek von 10,000 Bänden. Die Kirche ist seit 1786 diePfarrkirche für die untere Vorstadt. — Kirche und Kloster derUrsulinerinncn wurde 1732 gebaut. DaS Hochaltarblatt hateine allegorische Darstellung der sieben Engelfürsten ans derApokalvpse und ist von Martin Altomonte gemalt. Die bei-den Thürme wurden 1772 vollendet, es befindet sich jedochnur ein einziges Glöckchen auf einem derselben. — Die Alum-natskirche sammt dem bischöflichen Scminarium in der Hcrrach.Die Kirche ist klein, aber niedlich. Das Alumnatsgebäude istgeräumig und gut eingerichtet. Es besitzt auch ein Natura-lienkabinet und eine nicht unbedeutende Bibliothek — Kircheder Elisabethinerinnen, Kloster und Spital in der alten Beth-lehemgasse wurden 1745 gestiftet. Die geräumige Kirchewurde jedoch erst 1764 erbaut. Die Kuppel ist von Alto-monte gemalt, der Hochaltar enthält die Vorstellung des Por-tiuncula-Ablasses von Heindl. Unter der Kirche sind Gruftund Grabmäler angebracht. Das Klostergebäude ist zweiStockwerke hoch und hat 34 Zellen mit hübschen Gemäldenund Kupferstichen geziert Die Bibliothek zählt 2000 Bände,auch ist ein schönes Derbgrim» vjvum vorhanden. Im rein-lichen Spital wird von den Nonnen die Krankenpflege aufdas Eifrigste betrieben. Auch besitzt das Kloster einen großenGarten von 1000 Quadratklaftern zum Gemüsebau und zurErholung der Kranken. Außer der alterthüml. St. Margare-thenkirche, der Kalvarienbergkirche und dem Kirchlein Maria-Thal befindet sich noch auf dem nahen Freicnberge ein Filialedes Jesuiten - Collcginms zu Gratz in einem schönen, palastar-tigen Gebäude, welches Erzherzog Maximilian von Oesterreich-Este erbaute und 1837 den Jesuiten sammt einer Kirche zureinstweiligen Benutzung überließ. Die merkwürdigsten welt-lichen Gebäude in Linz sind: Das Landhaus, welches pracht-voll erbaut und mit einem hohen kupfergedcckten Thurm ge-ziert ist; das Negierungsgebäude; das k. k. Waghaus; dasGewerbschaftshaus; die Stadtkaserne im ehemaligen Jesuiten-collegium; das Nathhaus mit einem Thurm; das große Stadt-brauhaus und mehrere schöne Privatgebäude. In Linz befindetsich die k. k. Landesregierung als erste und oberste leitendeStelle des Erzherzogthums Oesterreich »b der Enns und Salz-burg unter einem Präsidenten als Landeschef. Unter derselbenstehen in Linz: das k. k. Fiscalamt; das Regierungs-, Kame-ral- und Zahlamt; die Provinzial-Staatsbuchhaltung; dasKreisamt des Mühlkreiscs in der Herrengasse; die Staatsgüter-Administration; die Polizei-Obcrdircction; das Bücherrevisions-Amt; die Provinzial-Baudirection; das Oberpostamt; die Post-