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3 (1894) (Geschichte der 1822 bezw. 1867 im Mannstamm erloschenen Häuser Posewitz und Casekirchen (Tümpling)) : mit Urkunden-Anhang, Bildnissen, anderen Kunstbeilagen, Nachträgen und Berichtigungen zu den drei Bänden, zwei Siegeltafeln, zwei Handschriftentafeln, General-Register für die drei Bände und dem Stammbaum von der Theilung in Linien an
Entstehung
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weißheit und Gnade bei Gott und den Menschen. Ein nnermüdctcr Fleißa uf Niedern und höhern Schulen, eine klüglich eingerichtete Reise in fremdeLande, eine sorgfältige Ausübung der Tugend vermehrte schon in jüngcrnJahren die großen Vorzüge, welche ihm der Allmächtige durch eine edle Gebnrtund durch vortreffliche Raturgabcn geschenkt hatte.

Bereits am 20. May Z72Z ward er deswegen unter die HochanschnlichcnMitglieder eines Hochwiirdigen Domkapituls allhier aufgenommen. Zwey undfünfzig Jahre hat er mit Ruhm und Segen in diesem hohen Tollegio ge-standen und in demselbigen nnserm gcsammtcn Stifte, besonders da er am20. Junii Z757 zum Domdechant und sodann am zo. May Z7S0 zu der hohenwürde eines Domprobsts allhier wegen seiner großen und vorzüglichen Eigen-schaften durch eine ordentliche Wahl gelangte, zn allen Zeiten, vornehmlich aberin jenen traurigen Kriegsläuften, an welche wir noch jetzt mit Zittern zurück-denken, die heilsamsten Dienste geleistet.

Erwarten Sie, hochgeschätzte Anwesende, izt nicht von mir eine weit-läufige Erzählung dieser seiner hohen Verdienste. Die Demuth und die Be-scheidenheit nnsers Hochseligcn Herrn Domprobsts hat dergleichen eitle Lobes-erhebungen ausdrücklich verbothcn und ich bin noch zu neu und zn unbekanntin diesem geliebten Stifte, selbige nach der Wahrheit und in der gehörigenVrdnung zu erzählen. Misre Stadt, unser Stift giebt ihm noch in seinemSarge einmüthig dies große und wahrhaftige Zeugniß, daß er ein gottes-fürchtiger, ein gelehrter, ein sanftmüthigcr Herr, ein Patriot, ein Priestcrfrcund,ein gütiger Vater der Armen, sonderlich vcrlaßncr Wittwen und Waisen, vor-nehmlich armer studierender auf Schulen und Universitäten gewesen, daß erviel Gutes in der Stille und im verborgenen gethan habe. Ich selbst kannmit Wahrheit sagen, daß in der kurzen Zeit, da ich mir das so schätzbareGlück erlangt, diesen vcrehrungswürdigen Alten kennen zu lernen, ich jederzeitan ihm einen edlen und großmiithigen Menschenfreund, einen wahren undtreuen Verehrer der göttlichen Religion, einen großmiithigen Beschützer undBeförderer der Tugend und der Gottseligkeit gefunden habe, der die vortreff-lichen Gesinnungen jenes frommen Domprobsts in Rauniburg in seiner edle»Brust hegte und auch beständig zur Ausübung zu bringen sich bestrebte!

Hier auf dieser vergänglichen Erde,

Hier in diesem flüchtigen Leben,

Hier Hab ich lebenslang zu lernen,

Mich von den Sünden abzuziehn,

Mich von der Erde zu entfernenUnd um den Himmel zu bemiihn,

Dieweil der Tod allein bowcißt,was Thristenthum und Glaube heißt.

Je höher seine Lebensjahre, durch die Gnade des Höchsten, hinaufstiegen,desto eifriger ward sein Glaube und sein Thristenthnm, desto mehr war erbesorgt, seinen Lauf glücklich und mit Freuden zu vollenden. Noch erinnereich mich, mit einem stillen Vergnügen, an jene edeln Erklärungen, mit welchener nur jetzt vor dem Jahre, auf einen: gefährlichen Krankenlager, die rnhige