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3 (1894) (Geschichte der 1822 bezw. 1867 im Mannstamm erloschenen Häuser Posewitz und Casekirchen (Tümpling)) : mit Urkunden-Anhang, Bildnissen, anderen Kunstbeilagen, Nachträgen und Berichtigungen zu den drei Bänden, zwei Siegeltafeln, zwei Handschriftentafeln, General-Register für die drei Bände und dem Stammbaum von der Theilung in Linien an
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geholfen zu seinem himmlischen Reiche; so machen ihn diese schreckhaften Nach-richten, diese plötzliche Todesfälle, immer behutsamer, so sncht er sich beständigin einer solchen edlen Gemüthsvcrfassung zu erhalten, daß es allemahl beyihm heiße: wenn mein Gott will, wie mein Gott will, wo mein Gott will,so will ich mit! ich bin stets bereit, seinem heiligen Winke zu folgen! meineSeele sterbe des Todes dieses Gerechten und mein Ende werde wie dieses Ende.

So gut, so gnädig sind die Absichten des guten Gottes bey den plötzlichenTodesfällen der Menschen, sonderlich aber bey den geschwinden Vollendungenseiner wahrhaftigen Rinder. Er incynt es gut mit denen, die schnell ausdiesem unruhigen Lande der Rnvollkommeuheit in jene ruhigen Wohnungender vollendeten Gerechten übergehen und die mannigfaltigen Bitterkeiten desTodes bey dieser geschwinden und seligen Auslösung nicht schmecken. Er meyntes gut mit denen, die jetzt noch durch das Iammcrthal dieser Welt wallenund durch dergleichen plötzliche Todesfälle zu einer immerwährenden Vor-sichtigkeit, zu einer steten Bereitschaft, zu einem getrosten und glückseligen Ein-gange durch die eröffneten Thore der Ewigkeit kräftig erwecket und gestärketwerden.

Hochgeschätzte Tranerversammlung!

Die guten Absichten des guten Gottes bey den plötzlichen Todesfällenseiner Rinder sind ohnstreitig der kräftigste Trost, die größte Beruhigung fürdas blutende Herz, für die klagenden Lippen, für die thränenden Augen der-jenigen, welche der schnelle Tod des wcyland Hochwürdigcn und Hochwohl-gebohrnen Herrn Herrn Heinrich Tarl von Tümpling, Erb-, Lohn- und Gerichts-hcrru auf Tümpling und Blösien, der Bischöflichen hohen Stiftskirche zu Merse-burg hochcrwähltcn und bestätigten Domprobsts, auch Herzoglich SächsischenGothaischen Altenburgischen Steuer - Gber-Einnehmers des EiscnbergischcnRreißcs, in die innigste Wohmuth und Betrübnis; versetzet, welche heute mitder größten Bestürzung bey seinem offenen Grabe ausrufen: Ach Gott, wirhaben unfern besten Freund, unser» Vater, unfern Wohlthäter, unfern vcr-sorger verlohren! wir haben ihn plötzlich verlohrcn, da mir wünschten undhofften, uns seiner liebreichen »ud väterlichen Vorsorge noch länger zu erfreuen.Doch nein, klagende Seelen, wir haben diesen unfern würdigen Vater nichtverloren. Sein schneller Rebergang aus der flüchtigen Zeit in die selige Ewig-keit ist für ihn, und für uns alle, eine sehr große göttliche Wohlthat.

Unser erblaßter Herr Domprobst hatte, wie jener redliche Gbadja, denHerrn von Jugend ans kindlich gefürchtet, und darum kann auch nun seinplötzlicher Tod ihm dennoch nicht schädlich sein. Fast sind Jahre ver-flossen, daß ihn der Herr und Vater der Menschen allhicr zu Merseburg, den22. Scptembr. ;SIY, glücklich ans den: dllstorn Schooße der Mutter hervor-gezogen. Seine frommen, in Gott ruhenden Eltern, der HErr Vater, Hoch-fürstlicher Sachsen Merseburgischer Land Jäger Meister, und die Frau Mutter,eine gebohrene von Bothfeld, trugen für seine gute und edle Erziehung dierühmlichste Sorgfalt. Aber auch von ihm selbst hieß es: ich war ein Rindguter Art und hatte bekommen eine feine Seele, und da ich wohl erzogenward, wuchs ich zn einem unbefleckten Leibe, und nahm zu an Alter, an