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Menschen, die doch oft so stolz und so sicher leben! scy nicht sicher, sondernsiirchto dich! vielleicht wirst dn auch, vielleicht wirst du bald also nnikonnnen!darum wache und bete, daß du nicht in Sünden sterbest noch an Seel undLeib verderbest!
Wie nöthig ist nun solchen sichern Seelen eine kräftige Erwcckuug ausihrer herrschenden Weltliebe, ans ihrem gefährlichen Siindenschlafe. Aber hierstiften plötzliche Todesfälle oft mehr Gutes als alle Vorstellungen, Ermahnungenund Warnungen, weil sie den stärksten Bcwegungsgruud in sich fassen, warumman nicht mit seiner Bekehrung zaudern, warum man eilen, warum man nichtAlter und Krankheit erwarten solle. Nors inoxirmw vsurt! Der Tod kommtoft unangemeldet, seclig, wer sein Haus bestellet. Denn des Menschen Sohnerscheinet zu der Zeit, da maus nicht meyuct, darum habe die Ungewisse Stundedes Todes immer vor Augen.
Auch wicdergcbohrnen und rechtschaffenen Christen bringen plötzlicheTodesfälle herrliche Vortheile. Menschen, welche erleuchtete Augen ihres Ver-ständnisses besitzen, Menschen, welche ihre Seele immer in ihren Händen tragen,Menschen, welche für ihre ewige wohlfarth eifrig besorgt sind, lassen zwar dieungewiße Stunde dos Todes nie aus ihren Gedanken. Allein auch sie be-dürfen dennoch einer heilsamen Erinnerung an diese so merkwürdige Stunde,einer kräftigen Erwcckuug und Stärkung in dein Laufe und in dem Kampfe,der ihnen verordnet ist, wenn sie zuweilen anfangen wollen, matt, schläfrig undunsicher zu werden. Auch sie sind Menschen, schwache und sündige Menschen.Auch sie behalten daher, so lange sie leben, ein verderbtes und träges Herze.Auch sie sucht die inwohnende Sünde und die verführerische Welt bald aufdiese, bald auf andere Art einzuschläfern und in einer so nöthigcn Christen-pflicht säumig zu machen. Sie denken nicht so oft, nicht so lebhaft, nicht sowirksam ans Ende, als es Vernunft und Gffenbarung erfordern. Der Geistist willig, aber das Fleisch ist schwach.
Gott, der unser Herz besser kennet, als wir es selbst kennen, stehet dieseSchwachheit. Die Trägheit, die Sicherheit, die sich anfängt heimlich in derBrust seiner Kinder zu regen, ist ihm nicht verborgen. Aber er ist auchsogleich bemühet, derselben abzuhelfen, sie zu läutern und in ihrem Christen-thnme immer muthigcr und völliger zu machen. Cr läßet ihnen daher un-abläßig zurufen! wachet und betet, daß ihr nicht in Versuchung fallet! ringetdarnach, daß ihr durch die enge Pforte eingehet! laßct uns Gutes thun, weilwir noch Zeit haben! Es kömmt die Nacht, die lange Todesnacht, da niemandwirken kann!
Nichts ist hierzu tüchtiger und geschickter, nichts hat diesfalls einenstärkeren Eindruck auf unser Herz, als plötzliche Todesfälle. G gewiß, wennder Christ, welcher schaffet selig zu werden mit Furcht und Zittern, itzt höret,daß einer seiner Brüder jähling gestorben, wenn er den erblaßct iin schwarzenSarge vor sich erblickt, den er vor kurzem noch gesund und wohl neben sichan seiner Seite und vor seinen Augen gesehen, wenn er gewahr wird, wieder Herr über Leben und Tod eines seiner geliebten Kinder so bald von demLeibe dieses Todes und von allem Ucbel erlöset und ihm so geschwind aus-