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Tamburg einreichen lassen. Nie ließ er sich trotz aller Strengegegen die Ketzer zu Gewaltthaten hinreißen. Er las selbst dieBibel und wünschte, als Luther's Uebersetzung erschien, daß „derMönch die Bibel vollends deutschte und darnach hinginge, wo erwolle". Nach einem Leben voll Ungemach, verfehlter Hoffnungenund Mühseligkeiten starb Georg der Bärtige am s7. April löosi.
Mit Heinrich's Regierungsantritt erfolgte sofort die Berufungevangelischer Geistlicher und die Kirchenvisitation. Als er sich inLeipzig huldigen ließ, berief er Luther dorthin. Noch im Jahref559 ließ Heinrich durch Menius, Johann Weber, HartmannGoldacker, Volrad von Watzdorf und Friedrich von Hopfgartendie erste Visitation von 266 Stellen vornehmen. Von den Pfar-reien im Albertinischen Thüringen hingen s26 von den Klösternund geistlichen Instituten und 80 von dem Adel ab; nur derzwölfte Theil der Pfarreien stand dem Landesherrn zu. DasAlbertinische Thüringen hatte einen ausgesprochen katholischenTharakter; der Adel verwandte die frommen Stiftungen oft zumStudium der Söhne.
^)m folgenden B^hre s5H0 fand, trotz der feindseligen Haltungder Bischöfe, eine zweite Visitation statt. Aber es bedürfte gewal-tiger Anstrengungen, ehe hier die Reformation zu ähnlichen Resul-taten wie im Ernestinischcn Sachsen gelangte. —
Der Geist der Reformation wurde zum Theil auch von ihrenAnhängern mißverstanden. So erklärt es sich, daß Tarlstadt f525seine Professur in Wittenberg aufgab, sich erst ein kleines Landgutin der Nähe kaufte, dort einen Bauernrock anzog und als „NachbarAndres" mit den Bauern verkehrte und dann wieder eigenmächtigals Pfarrer nach Orlamünde ging und seine Gemeinde die Bilder,ja selbst die Truzifixe, zerschlagen ließ. Die Einwohner von Kahlawurden vom gleichen Geiste ergriffen.
Thonras Münzer war in demselben Jahre Pfarrer zu Allftedtgeworden und predigte dem Volk, daß man die Gottlosen und
von Tiimpling. I.